Nach 25 Jah­ren im­mer noch tau­frisch

Der „Et­was An­de­re Chor“fei­ert sei­nen Ge­burts­tag mit ei­nem Ju­bi­lä­ums­kon­zert

Graenzbote - - TUTTLINGEN - Von Kor­ne­lia Hör­bur­ger

TUTT­LIN­GEN-MÖH­RIN­GEN - Das Kon­zert in der An­ger­hal­le ist schon seit Ta­gen aus­ver­kauft und en­det am Sonn­tag­abend mit to­sen­dem Ap­plaus und strah­len­den Ge­sich­tern auf der Büh­ne und im Saal: Was hät­te sich der „Et­was an­de­re Chor“mehr zum 25. Ge­burts­tag wün­schen kön­nen?

„Im­mer noch tau­frisch und mit 25 Jah­ren auf der Hö­he sei­nes Kön­nens“, so kün­dig­te VHS-Lei­ter Han­sPe­ter Jahnel den „Et­was An­de­ren Chor“an, der sich un­ter der Lei­tung von Joa­chim Brenn seit 1992 vom Pro­jekt zum Vor­zei­ge-VHS-Kurs ent­wi­ckelt hat. Brenn ver­stand es mehr denn je, sei­ne elf Sän­ger und 14 Sän­ge­rin­nen zwei­ein­halb St­un­den lang un­er­müd­lich zu Höchst­leis­tun­gen zu ani­mie­ren und ih­nen ein ho­hes Maß an Dy­na­mik und Klang­fül­le zu ent­lo­cken.

Kon­ti­nu­ier­lich und nach­hal­tig kul­ti­vier­te Stim­men stan­den im Mit­tel­punkt ei­nes span­nend ge­stal­te­ten Kon­zert­pro­gramms. Bra­si­lia­ni­sche Sam­barhyth­men brach­ten Sän­ger und Pu­bli­kum in „Mas que nada“zu Be­ginn auf Be­triebs­tem­pe­ra­tur. Mit „Pa­ra­di­se“folg­te kon­trast­reich ei­ne Rock-Pop-Hym­ne von „Cold­play“, und gleich dar­auf „En­gel“– der Ti­tel, der der Bra­chi­al-Rock-Band „Rammstein“in den 90er Jah­ren zum Durch­bruch ver­hol­fen hat­te. Oli­ver Gies hat in sei­nem A-cap­pel­la-Ar­ran­ge­ment al­ler­dings die „neue deut­sche Här­te“des Ori­gi­nals durch har­mo­ni­sche Vier­stim­mig­keit er­setzt und dem Stück da­mit ei­nen ganz neu­en Cha­rak­ter ver­lie­hen. Py­ro­tech­ni­sche Büh­nen­ef­fek­te – fast wie bei „Rammstein“– folg­ten als wohl­do­sier­te Show-Ein­la­ge nur we­nig spä­ter: Zu Taio Cruz‘ Pop-Song „Dy­na­mi­te“ka­ta­pul­tier­te ei­ne Kon­fet­tik­a­no­ne sil­ber­nen Ge­burts­tags­flit­ter auf die Büh­ne. Ne­ben ei­ner Ein­la­ge der Män­ner­stim­men mit ei­nem Stück der „Wi­se Guys“füg­ten sich auch rhyth­misch ver­track­te Jazz-Stan­dards wie „Bird­land“naht­los ins Pro­gramm ein.

Schö­ne A-cap­pel­la-Bal­la­de

Ge­burts­tags­ge­schenk und Her­aus­for­de­rung gleich­zei­tig hat­te Da­ni­el Graf-Ei­sen, ehe­ma­li­ger Mit­sän­ger und Ton­meis­ter in spe, dem Chor mit ei­nem har­mo­nisch kniff­li­gen Ar­ran­ge­ment des Beat­les-Songs „When I‘m 64“be­schert. Über die Klang­fül­le der Ur­auf­füh­rung konn­te er sich ge­nau­so freu­en wie das Pu­bli­kum.

Mit er­grei­fend schö­nen A-cap­pel­la-Bal­la­den wie Mick Jag­gers „As te­ars go by“zeig­te sich der Chor ge­nau­so sou­ve­rän wie ge­mein­sam mit der hoch­ka­rä­tig be­setz­ten Be­gleit­band. Zwei In­stru­men­tal­num­mern ge­nüg­ten Bar­ba­ra Klo­be (Key­board), Ar­pi Ket­terl (Bass), Ad Schwarz (Gi­tar­re), To­bi­as Rin­klin (Schlag­zeug) und Vol­ker Wa­gner (Sa­xo­fon), um dem Saal ein­zu­hei­zen. Wa­g­ners Sa­xo­fon-So­li lös­ten be­geis­ter­te Zwi­schen­ru­fe beim Pu­bli­kum aus, und über Ad Schwarz‘ Gi­tar­re in der „Bo­he­mi­an Rh­ap­so­dy“staun­ten so­gar die Chor­sän­ger beim ge­mein­sa­men Fi­na­le.

Ein En­de ist nicht in Sicht

Chick Co­reas „Spain“gab’s noch als Zu­ga­be – ein Ti­tel aus dem Chor­re­per­toire, der im Ju­bi­lä­ums­pro­gramm mit „Lieb­lings­stü­cken aus 25 Jah­ren“die mu­si­ka­li­sche Wei­ter­ent­wick­lung der Sän­ger und ih­res Di­ri­gen­ten ein­dring­lich de­mons­trier­te. Man darf ge­spannt sein auf die Er­geb­nis­se der nächs­ten 25 Jah­re.

FOTO: KOR­NE­LIA HÖR­BUR­GER

Zu Taio Cruz‘ Pop-Song „Dy­na­mi­te“ka­ta­pul­tiert ei­ne Kon­fet­tik­a­no­ne sil­ber­nen Ge­burts­tags­flit­ter auf die Büh­ne. Die Sän­ger freut es.

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