Wanzl Be­leg­schaft vor dem Werks­tor

Rund 450 Be­schäf­tig­te zei­gen, dass sie ver­är­gert über die Pra­xis der Ge­schäfts­füh­rung sind, die Lohn­er­hö­hun­gen in der Bran­che nicht wei­ter­gibt. Aber es geht um mehr

Guenzburger Zeitung - - Erste Seite - VON TILL HOF­MANN re­dak­ti­on@guenz­bur­ger zei­tung.de

Et­wa 450 Be­schäf­tig­te der Fir­ma Wanzl de­mons­trier­ten da­für, dass sich ih­re Fir­ma dem Flä­chen­ta­rif ver­pflich­tet fühlt.

Leip­heim In sei­ner Zeit als Bür­ger­meis­ter – und die währt im­mer­hin schon 16 Jah­re – hat es Chris­ti­an Kon­rad noch nicht er­lebt, dass ei­ne Stra­ße in Leip­heim we­gen ei­ner De­mons­tra­ti­on ge­sperrt wer­den muss­te. Ges­tern war „aus Si­cher­heits­grün­den“Pre­mie­re. Ein Ab­schnitt der Ru­dolf-Wanzl-Stra­ße war für den Au­to­ver­kehr ei­ne St­un­de lang nicht mehr pas­sier­bar. Statt­des­sen stan­den dort un­ge­fähr 450 Be­schäf­tig­te der drei Leip­hei­mer Wer­ke und der Pro­duk­ti­ons­stät­te in Kirch­heim (Un­ter­all­gäu).

Sie tril­ler­ten mit ih­ren ro­ten Pfei­fen, die sie zu­vor an ei­nem Stand er­hal­ten hat­ten: Ein lau­ter Protest, der die Un­zu­frie­den­heit zu­min­dest von Tei­len der Be­leg­schaft deut­lich ma­chen soll. Denn der Welt­markt­füh­rer bei der Pro­duk­ti­on von Ein­kaufs­wa­gen kann oh­ne Ge­werk­schaft ent­schei­den, was er sei­nen Mit­ar­bei­tern zahlt. Ei­nen Ta­rif­ver­trag gibt es nicht.

Die IG Me­tall hat nun zum zwei­ten Mal die Be­leg­schaft auf­ge­ru­fen, in ei­ner „ak­ti­ven Mit­tags­pau­se“vor das Tor des Wer­kes 4 zu kom­men und da­mit ih­re Un­zu­frie­den­heit zu Die Fir­ma Wanzl ha­be sich im Herbst 2017 vom jahr­zehn­te­lang ge­leb­ten Prin­zip, ta­rif­li­che Lohn­er­hö­hun­gen an die Be­schäf­tig­ten wei­ter­zu­ge­ben, über­ra­schend ver­ab­schie­det. So sieht es die Ge­werk­schaft – und sie un­ter­füt­tert das mit ei­ner Zahl: Ei­nem Wanzl-Be­schäf­tig­ten fehl­ten we­gen der Nicht­be­ach­tung ta­rif­li­cher Über­ein­künf­te in den Jah­ren 2016 und 2018 je­den Mo­nat 185 Eu­ro brut­to, die er in ei­nem ta­rif­ge­bun­de­nen Un­ter­neh­men er­hal­ten wür­de. Das sum­miert sich in ei­nem Jahr auf 2220 Eu­ro.

Der IG Me­tall geht es aber nicht nur um ei­ne bes­se­re Be­zah­lung, son­dern bei­spiels­wei­se auch dar­um, dass Aus­zu­bil­den­de un­be­fris­tet über­nom­men wer­den (sie­he auch „Im Wort­laut“).

„Mo­men­tan hat man das Ge­fühl, wir fal­len als Be­leg­schaft nur zur Last, sind nur un­ge­lieb­te Kos­ten­fak­to­ren. Wir dür­fen uns re­gel­mä­ßig an­hö­ren, dass die Be­leg­schaft zu teu­er be­zie­hungs­wei­se zu un­pro­duk­tiv im Ver­hält­nis zu den Kos­ten ist“, sagt Ste­fan Frey, Be­triebs­rat bei Wanzl und Mit­glied der Ta­rif­kom­mis­si­on.

Ex­akt die­ses Ar­gu­ment nennt die Ar­beit­ge­ber­sei­te in ei­ner Stel­lung- nah­me mit als ers­tes: „Im Ver­gleich zu vie­len Wett­be­wer­bern, die ei­nen Groß­teil der Tei­le in Nied­rig­lohn­län­dern her­stel­len oder ein­fach zu­kau­fen, ha­ben wir auf­grund un­se­rer enor­men Ei­gen­fer­ti­gungs­tie­fe an deut­schen Stand­or­ten deut­lich hö­he­re Per­so­nal­kos­ten und ei­ne deut­lich hö­he­re An­zahl an Mit­ar­bei­tern ge­mes­sen am Um­satz“, teilt der Vor­sit­zen­de der Ge­schäfts­füh­rung, Klaus Mei­er-Kort­wig, mit. Er fährt fort: Ziel sei es, ei­nen Weg zu fin­den, „wie wir mit­tel- und lang­fris­tig un­se­re deut­schen Stand­or­te er­hal­ten kön­nen, weil wir die Leis­tung und das En­ga­ge­ment un­se­rer Mit­ar­bei­ter sehr schät­zen. Nicht um­sonst steht Wanzl für ho­he Qua­li­tät und In­no­va­ti­on in der Bran­che. Da­für in­ves­tie­ren wir re­gel­mä­ßig ins­be­son­de­re hier in Deutsch­land in gu­te Ar­beits­be­din­gun­gen, um un­se­ren mo­ti­vier­ten Mit­ar­bei­tern ein pas­sen­des Ar­beits­um­feld zu bie­ten.“

Das Wanzl-Ma­nage­ment er­ar­bei­tet ak­tu­ell ein grund­le­gen­des Kon­zept, das bis ins Jahr 2025 grei­fe. In we­ni­gen Wo­chen will Mei­er-Kort­wig in den Dia­log mit Ta­rif­kom­mis­si­on und IG Me­tall tre­ten. Er ist über­zeugt, da­von – so­fern Rück­sicht auf die be­son­de­ren Rah­men­be­zei­gen. din­gun­gen des Un­ter­neh­mens ge­nom­men wer­de – dass in kon­struk­ti­ven Ge­sprä­chen ei­ne gu­te Lö­sung ge­fun­den wird, „wie wir dies in der mehr als 70-jäh­ri­gen Un­ter­neh­mens­ge­schich­te bis­her im­mer ge­tan ha­ben“.

Som­mer im Schtädt­le, hei­ße Sa­che! Auf d’r Su­che nach ma ki­ala Bad bin i nei­lich naus­gfah­ra nach Wei­sin­gen an da See. Ond zwar et wea­ga dea­ne In­gen, nach dea­ne der Ort ja be­nannt isch, son­dern ausch­ließ­lich wea­ga d’r Nah­er­ho­lung.

Ja, des isch a schban­nen­des Ge­biet, dia Nah­er­ho­lung. Des ko ma sich so ähn­lich vorsch­del­la wia a Fer­n­er­ho­lung, blos dass ma net so weit furt fah­ra mu­aß.

Bad Esee, Land­kreis Bal­ko­ni­en – ihr wis­sat scho. Ond Bag­gra kosch et blos am Bal­ler­mann, des gat am Bag­ger­see so­gar no viel bes­ser! Drum hoisst’s ja Bag­ger­see. Ond noi, des kommt net vom Aus­bag­gra, on d’r Kies Richards hat au nix d’rmit zum doa. Ja Leit, was soll i sa­ga – es war sche am See! Am Ofang war i no leicht ve­ro’sich­rat, weil weit ond broit koi Ba­de­moisch­ter in Sicht war, der auf mi auf­bas­sa hät ken­na. „Bit­te nicht ge­ga d´Fahrt­rich­tung schwimma“ond so wei­ter, ihr wis­sat scho. Aber nau han i mir denkt: Al­les Chlor, in meim Al­ter ko ma guat auf sich sell auf­bas­sa. Ond ehe i mi ver­guckt han, war i scho ei­d­öst. Der Nah­er­ho­lungs­zuschtand isch um­ge­hend ein­ge­tre­ta, so­zu­sa­ga. Aber z’maul…Male­fiz, des gibt’s doch gar et! Nah­er­ho­lungs­ru­hesch­tö­rung in Form von am 120 De­zi­bel lau­ta „Quak“aus’m Maul von so am ni­xi­ga Frosch! I bin so ver­schro­cka, dass sich mei Haut – of­fen­sicht­lich wea­ga deam Schock – von krei­de­bleich zu krebs­far­big er­rö­tet hat. Ond brennt hat des! Teil­wei­se hat sich au scho a Krusch­te bil­det. Ond allt’s bloß weage deam ni­xi­ga Frosch! Noi, noi, a Sonn­a­b­rand war des koiner. Mit am bay­wat­schen­da Ba­de­moisch­ter wär des Mal­lör net bas­siert, des sag i eich. Drom gang i jetzt bloß no ins Frei­bad. Ond mor­ga zerscht mal zur Bay­wa – dia hand besch­timmt so a Frosch­schutz­mittl dau…

Al­so nau – bis zum näg­schda Mal! Eier Schorsch

» Ein Vi­deo von Schorsch gibt es on­li­ne www.guenz­bur­ger zei­tung.de/schorsch

Fo­to: Bernhard Weiz­enegger

Ih­re Mit­tags­pau­se und Gleit­zeit setz­ten rund 450 Wanzl Be­schäf­tig­te am Don­ners­tag ein, um zur ein­stün­di­gen Pro­test­ak­ti­on vor das Tor des Leip­hei­mer Wer­kes 4 zu kom­men. Nach mo­na­te­lan­ger Funk­stil­le soll es jetzt im Ju­li Ge­sprä­che zwi­schen Ge­schäfts­lei­tung und Ge­werk­schaft ge­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.