Nach An­grif­fen for­dern Po­li­ti­ker mehr Ab­schie­bun­gen

Haller Tagblatt - - VORDERSEITE -

Po­li­zei sieht bei den Schüs­sen in Kon­stan­zer Dis­ko­thek kein Ter­ror-Mo­tiv. Der aus­rei­senn, hdat­te At­ten­tä­ter von Ham­burg soll­te je­doch kei­ne Pa­pie­re.

Nach der blu­ti­gen Mes­ser­at­ta­cke ei­nes aus­rei­se­pflich­ti­gen Asyl­be­wer­bers in Ham­burg wird der Ruf nach ei­ner schär­fe­ren Ab­schie­be­pra­xis wie­der lau­ter. Der 26-jäh­ri­ge war den Lan­des­be­hör­den als Is­la­mist be­kannt, wur­de aber als nicht un­mit­tel­bar ge­fähr­lich ein­ge­stuft.

CSU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Andre­as Scheu­er sag­te der „Bild am Sonn­tag“, der „ver­fah­rens­tech­ni­sche Teu­fels­kreis“müs­se be­en­det wer­den. „Wenn ei­ne Ra­di­ka­li­sie­rung be­kannt ist, müs­sen sol­che Per­so­nen aus dem Ver­kehr ge­zo­gen und fest­ge­setzt wer­den, be­vor sie Ta­ten be­ge­hen.“

Ei­nen Tag nach dem Ham­bur­ger At­ten­tat schoss in ei­ner Dis­ko­thek in Kon­stanz ein 34-jäh­ri­ger Mann aus dem Irak auf Gäs­te. Ein Tür­ste­her starb, zwei wei­te­re Men­schen wur­den schwer ver­letzt. Ba­den-würt­tem­bergs In­nen­staats­se­kre­tär Mar­tin Jä­ger sag­te, die Tat ge­he auf ei­ne per­sön­li­che Aus­ein­an­der­set­zung zu­rück. Es hand­le sich „nicht um ei­ne is­la­mis­tisch mo­ti­vier­te Tat“. Der spä­ter im Kran­ken­haus ver­stor­be­ne Schüt­ze war zu­nächst mit Mit­ar­bei­tern der Dis­ko­thek in Streit ge­ra­ten. dann fuhr er nach Hau­se, hol­te ein Sturm­ge­wehr und schoss da­mit schließ­lich den Tür­ste­her nie­der. Da­bei wur­den zwei wei­te­re Men­schen schwer ver­letzt.

Der Ham­bur­ger At­ten­tä­ter ist Pa­läs­ti­nen­ser und lebt seit 2015 in Deutsch­land. Sein Asyl­an­trag wur­de ab­ge­lehnt. Da­ge­gen ha­be er nach An­ga­ben der Ham­bur­ger Be­hör­den kei­ne Rechts­mit­tel ein­ge­legt und an der Or­ga­ni­sa­ti­on der Pas­ser­satz­pa­pie­re mit­ge­wirkt. Ham­burgs In­nen­se­na­tor An­dy Gro­te (SPD) ver­weis aber auf frü­he Er­kennt­nis­se über ei­ne Ra­di­ka­li­sie­rung des At­ten­tä­ters. Es gab Hin­wei­se auf is­la­mis­ti­sche Mo­ti­ve für die Tat. Al­ler­dings ha­be Ah­mad A. auch als „psy­chisch la­bil“ge­gol­ten. Der Lan­des­ver­fas­sungs­schutz hat­te sei­ne Ein­wei­sung in die Psych­ia­trie emp­foh­len, die je­doch un­ter­blieb. Der 26-Jäh­ri­ge sitzt nun we­gen Ver­dachts auf Mord so­wie ver­such­ten Mord in Un­ter­su­chungs­haft. Kom­men­tar, The­men des Tages und Um­schau

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