An­ti-Aging mit Grau­brot

Haller Tagblatt - - VORDERSEITE -

Das Ge­heim­nis ewi­ger Ju­gend bleibt wohl für im­mer ein Ge­heim­nis. Egal wie viel Ki­lo­gramm Feuch­tig­keitscreme wir uns ins Ge­sicht schmie­ren, die Fal­ten sind da. Tief wie Vul­kan­kra­ter. Nei­disch blickt un­ser­eins da auf die Haut ei­ner Sal­ma Hay­ek. Glatt, zart, leuch­tend.

Dank ih­rer Oma, sagt sie. Die­se ha­be sich nach dem Früh­stück im­mer die Res­te als Mas­ke ins Ge­sicht ge­schmiert. „Pa­pa­ya, Jo­ghurt und Nüs­se“wa­ren das. Die 50-jäh­ri­ge Hay­ek macht es ge­nau­so, was schein­bar Wun­der be­wirkt.

Hmm... Wir wür­den das auch gern ma­chen, nur ist das deut­sche Früh­stück et­was an­ders. Rus­ti­ka­ler zu­wei­len: Grau­brot, Mar­me­la­de, ein Ei, Schin­ken. Viel­leicht wä­re es trotz­dem ei­nen Ver­such wert? Als Eh­rer­wei­sung für un­se­re Omas et­wa. Sie schmier­ten sich die Früh­stücks­res­te zwar nicht ins Ge­sicht, sag­ten aber stän­dig, man sol­le bloß nichts ver­kom­men las­sen.

Al­so lass uns wie­der­ver­wer­ten. Wie Sal­ma. Grau­brot­krü­mel auf die Stirn, Ei-Res­te auf die Ba­cken, den Kopf Rich­tung Müs­li­scha­le be­we­gen und das Ge­sicht in die lau­war­me Brü­he ein­tau­chen. Und wirkt es schon? Nicht? Kann nicht sein! Dann viel­leicht noch ein­mal? Bis die letz­te Fal­te sich sel­ber aus Ver­zweif­lung ver­zieht, oder bes­ser ge­sagt glät­tet, um nicht noch ein­mal mit Es­sens­res­ten zu­ge­pflas­tert zu wer­den. Über­trie­ben? Nie­mals!

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