„Knapp ein Drit­tel schafft es“

Haller Tagblatt - - SÜDWESTUMSCHAU -

Wer Pro­ble­me hat, vom Kif­fen los­zu­kom­men, kann on­li­ne bei „Quit the Shit“Hil­fe er­hal­ten – et­wa von Sucht­be­ra­ter Jo­han­nes Knapp. Von

Der Sucht­be­ra­ter Jo­han­nes Knapp un­ter­stützt Men­schen, die zu viel Can­na­bis kon­su­mie­ren: vor Ort in der Tü­bin­ger Be­ra­tungs­stel­le und seit 2012 lan­des­weit über das On­li­ne-Pro­gramm „Quit the Shit“. Sie­ben Wo­chen lang set­zen sich da­bei Be­trof­fe­ne mit pro­fes­sio­nel­ler Hil­fe und an­onym übers In­ter­net in­ten­siv mit ih­rer Sucht aus­ein­an­der. Das Pro­gramm er­reicht Kli­en­ten, die sonst nicht den Weg in die Be­ra­tungs­stel­le fin­den. Es ist für Leu­te, die vor­wie­gend Can­na­bis kon­su­mie­ren. Die ein­zi­ge Be­din­gung ist, den Kon­sum si­gni­fi­kant ver­än­dern zu wol­len. Das kann hei­ßen Re­duk­ti­on oder auch Ab­sti­nenz. In Ab­spra­che mit uns Be­ra­tern ste­cken sich die User ih­re Zie­le selbst. sehr ho­hen Kon­sum. Sie kif­fen bei­spiels­wei­se an 25 von 30 Ta­gen. Nicht we­ni­ge rau­chen ein, zwei Gramm am Tag. Das sind Leu­te, die nicht nur ein klei­nes Pro­blem mit dem Kif­fen ha­ben, son­dern schwer be­trof­fe­ne, kran­ke Leu­te. Die Kli­en­ten be­schäf­ti­gen sich täg­lich mit der Sucht und nicht nur ein­mal die Wo­che in der Be­ra­tung.

Bis März hat­ten wir da­für zehn Stel­len­pro­zent und ha­ben so­mit re­gel­mä­ßig drei bis sechs Kli­en­ten be­treut. Mit der vom Land fi­nan­zier­ten 50-Pro­zent-Stel­le ist nun das Ziel, 150 User im Jahr zu be­ra­ten. Das ist ei­ne glück­li­che Si­tua­ti­on, in an­de­ren Bun­des­län­dern ha­ben die Kol­le­gen nur we­ni­ge Pro­zen­te, so­dass vie­le von den An­fra­gen auf der Stre­cke blei­ben.

Fo­to: M. Weg­ner

Sucht­be­ra­ter Knapp: Er hilft Men­schen, die zu viel Can­na­bis kon­su­mie­ren.

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