Von Plas­tik­bäl­len und wich­ti­gen Mails

Gna­den­tals Tisch­ten­nis-Vor­stand Fa­bi­an Schmitzl spricht über die neue Sai­son, die Ver­bands­fu­si­on und mög­li­che neue Spiel­for­ma­te.

Haller Tagblatt - - VORDERSEITE - Von Hart­mut Ruf­fer

Mi­chel­feld. Fa­bi­an Schmitzl ist Tisch­ten­nis-Vor­stand beim TTC Gna­den­tal. Im HT-In­ter­view spricht er über die an die­sem Wo­che­n­en­de be­gin­nen­de Sai­son.

Er ist Vor­stand Tisch­ten­nis und Ab­tei­lungs­lei­ter beim TTC Gna­den­tal in Per­so­nal­uni­on: Fa­bi­an Schmitzl. Der 31-Jäh­ri­ge hat­te in den ver­gan­ge­nen Wo­chen ge­nau wie an­de­re Tisch­ten­nis-Ab­tei­lungs­lei­ter viel zu tun. Denn an die­sem Wo­che­n­en­de star­tet die Tisch­ten­nis­sai­son. Herr Schmitzl, nach den gan­zen Vor­be­rei­tun­gen: Sa­gen Sie da „End­lich geht die neue Spiel­zeit los!“, weil es dann et­was ru­hi­ger für Sie wird?

Fa­bi­an Schmitzl: (lä­chelt) Ru­hi­ger wird es erst in rund ei­ner Wo­che. Denn dann sind al­le Mann­schafts­füh­rer mit den Uten­si­li­en ver­sorgt. Im Ju­gend­be­reich ist es nach den Fe­ri­en er­fah­rungs­ge­mäß et­was tur­bu­len­ter, da die Kin­der mit Schul­be­ginn teil­wei­se schon die ers­ten Spie­le ha­ben. Au­ßer­dem müs­sen die Haus­meis­ter mit den neu­en Plä­nen ver­sorgt wer­den und die neu­en Tri­kots wol­len auch ver­teilt sein. Aber um nicht miss­ver­stan­den zu wer­den: Ganz so arg ist es für mich nicht. Gibt es für die neue Sai­son Re­ge­län­de­run­gen? Die wich­tigs­te ist wohl die Um­stel­lung auf Plas­tik­bäl­le. In die­ser Sai­son darf man in den un­te­ren Klas­sen letzt­mals mit Zel­lu­loid spie­len, des­halb ste­hen die Ver­ei­ne nun vor der Her­aus­for­de­rung, ih­re Bäl­le los­zu­wer­den (lacht). Ab der Run­de 2019/20 muss kom­plett mit Plas­tik ge­spielt wer­den. Ist der Un­ter­schied zwi­schen ei­nem Plas­tik- und ei­nem Zel­lu­loid­ball groß? Man merkt ihn. Das gilt auch für Nicht­pro­fis. Ein Plas­tik­ball springt an­ders vom Tisch ab und re­agiert an­ders auf die Art und Wei­se, wie man ihn an­schnei­det. Mei­ner Mei­nung nach ge­wöhnt man sich nach gut ei­ner hal­ben St­un­de dar­an. Die ech­te Um­stel­lung dau­ert viel­leicht ein paar Wo­chen. Gibt es wei­te­re Än­de­run­gen?

Kei­ne, die die Spie­ler di­rekt be­tref­fen. Ich ha­be vor Kur­zem ei­ne Mail vom Ver­band er­hal­ten. Weil un­se­re ers­te Mann­schaft in der Ober­li­ga spielt, sol­len wir durch ei­nen Steu­er­be­ra­ter den wirt­schaft­li­chen Be­trieb über­prü­fen las­sen. Ins­ge­samt ka­men dann drei Mails, al­le mit der Prio­ri­tät hoch (lä­chelt). Är­gert man sich in die­sen Mo­men­ten, dass man noch mehr Ar­beit er­hält? Nein, so ei­ne E-Mail tut nicht weh und man kann sie auch ein paar Ta­ge lie­gen las­sen. Un­se­re Steu­er­be­ra­te­rin wird sich dar­um küm­mern und man kann auch Ver­ei­ne in der Um­ge­bung fra­gen, die da­mit even­tu­ell schon Er­fah­rung ha­ben. Un­an­ge­neh­mer sind Din­ge, die mehr Zeit kos­ten. Wel­che sind das?

Letzt­lich sehr pro­fa­ne, bei­spiels­wei­se, wenn ich ei­nen Hal­len­schlüs­sel für den Mitt­woch in den Schul­fe­ri­en be­nö­ti­ge. Die Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­mein­de ist gut, wir müs­sen bei­spiels­wei­se kei­ne Hal­len­nut­zungs­ge­bühr zah­len. Aber es ist nun mal ei­ne Be­hör­de, und da kön­nen Din­ge schon mal et­was län­ger dau­ern. Vie­le Ver­ei­ne su­chen eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter. Was sind die Grün­de für Ihr En­ga­ge­ment beim TTC Gna­den­tal? Es macht mir Freu­de. Ein Groß­teil mei­nes pri­va­ten Um­felds ist auch beim TTC. Ein Stück weit ist es si­cher auch Idea­lis­mus. Das Ent­schei­den­de aber ist: Ich ha­be auch die Zeit da­für. Hät­te ich Frau und Kind wür­de ich si­cher an­ders ar­gu­men­tie­ren. Klar ist aber auch, dass ich die­sen Job in zehn Jah­ren mit Si­cher­heit nicht mehr ma­chen wer­de. An­fang 2017 wur­de der Tisch­ten­nis­ver­band Ba­den-Würt­tem­berg auf den Weg ge­bracht. Wie steht es um die Fu­si­on der drei Be­zir­ke Würt­tem­berg-Ho­hen­zol­lern, Ba­den und Süd­ba­den? Wenn ich rich­tig in­for­miert bin, soll die sport­li­che Fu­si­on zur nächs­ten Sai­son 2019/20 kom­men. Für un­se­ren Be­zirk wür­de sich we­nig än­dern, da wir als Ho­hen­lo­he be­reits jetzt schon mit Heil­bronn und Lud­wigs­burg ei­ne Ein­heit bil­den. Al­ler­dings ist die Fu­si­on kei­nes­wegs si­cher. An­schei­nend gibt es in Ba­den der­zeit nicht die er­for­der­li­che Mehr­heit. In der ab­ge­lau­fe­nen Run­de prä­sen­tier­ten sich die bei­den Aus­hän­ge­schil­der des TTC Gna­den­tal, Män­ner I und Frau­en I, stark. Die Män­ner schaff­ten sou­ve­rän den Klas­sen­er­halt in der Ober­li­ga, die Frau­en spiel­ten als Auf­stei­ger ei­ne gu­te Rol­le in der Verbandsliga. Was sind Ih­re Wün­sche für die neue Run­de? Wenn es wie­der so lie­fe, kön­nen wir mehr als zu­frie­den sein. Stimmt es, dass der Tisch­ten­nis­sport Nach­wuchs­pro­ble­me hat? Fakt ist, dass die Zahl der Kin­der und Ju­gend­li­chen rück­läu­fig ist. Al­ler­dings hat fast je­de Sport­art in die­sem Be­reich ein Mi­nus. Der Rück­gang be­trifft auch die Re­gi­on Ho­hen­lo­he, selbst wenn wir ver­gleichs­wei­se sehr gut da­ste­hen. Prin­zi­pi­ell lie­gen die „Hoch­bur­gen“des Tisch­ten­nis in Bay­ern, Ba­den-Würt­tem­berg und Hes­sen. Es gibt in Deutsch­land Be­zir­ke, in de­nen es noch nicht mal ei­ne Da­men-Mann­schaft gibt. Ist es ein Vor­teil, dass man beim Tisch­ten­nis „alt“wer­den kann? Von mei­nen Kum­pels, die Fuß­ball ge­spielt ha­ben, ist jetzt kei­ner mehr ak­tiv. Kreuz­band­ris­se, Bän­der­ver­let­zun­gen und ei­ni­ges mehr ha­ben da­zu ge­führt. Die­je­ni­gen, die Tisch­ten­nis ge­spielt ha­ben, spie­len im­mer noch. Es kann al­so nicht so schlecht sein. Mit­un­ter ent­steht aber das Ge­fühl, dass die Sai­son in­ner­halb kür­zes­ter Zeit durch­ge­peitscht wird. Teil­wei­se gibt es gar Dop­pel­spiel­ta­ge... Wer sagt denn, dass es für al­le Ewig­keit so sein muss? Klar: Mo­men­tan ist fast je­des Wo­che­n­en­de ein Spiel und ich will mei­ne Kum­pels auch nicht hän­gen las­sen. Aber es könn­te ja auch neue For­ma­te ge­ben. In Bay­ern gibt es das Ba­va­ri­an Race. Dort kön­nen Ver­ei­ne un­kom­pli­ziert TTR-re­le­van­te Tur­nie­re für ma­xi­mal 16 Teil­neh­mer an­mel­den. Am En­de gibt es ein End­tur­nier, bei dem nicht nur die Punkt­bes­ten teil­neh­men, son­dern auch die Spie­ler, die im Ver­gleich die meis­ten Punk­te auf­ge­holt ha­ben. So et­was zielt auf den Brei­ten­sport und kommt gut an.

Fo­to: Ufuk Ars­lan

Der Gna­den­ta­ler Fa­bi­an Schmitzl beim Auf­schlag.

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