Über­flu­tun­gen bi­bli­schen Aus­ma­ßes

Haller Tagblatt - - BLICK IN DIE WELT - Von Pe­ter DeThier

Hur­ri­kan „Flo­rence“trifft die US-Ost­küs­te mit vol­ler Wucht. Die Wind­ge­schwin­dig­keit nimmt zwar ab, da­für könn­ten ta­ge­lan­ge Re­gen­güs­se um­so mehr Scha­den an­rich­ten. Es gibt be­reits ers­te To­des­op­fer.

Hur­ri­kan „Flo­rence“hat die Ost­küs­te der USA mit vol­ler Wucht er­reicht. Da­bei gab es am Frei­tag die ers­ten To­des­op­fer. Ei­ne Mut­ter und ihr Ba­by ka­men in der Küs­ten­stadt Wilming­ton im Bun­des­staat North Ca­ro­li­na ums Le­ben, als ein Baum auf ihr Haus stürz­te. Der Va­ter wur­de nach Po­li­zei­an­ga­ben ver­letzt.

Meh­re­re Ta­ge lang könn­te der Sturm mit sint­flut­ar­ti­gen, le­bens­be­droh­li­chen Über­schwem­mun­gen Häu­ser zer­stö­ren und gan­ze Ort­schaf­ten ver­sen­ken. „Ge­weckt wur­den wir von star­ken Wind­bö­en und Re­gen, der ge­gen die Schei­ben peitsch­te“, er­zählt Su­san Mil­ler aus Wilming­ton. „In­ner­halb von Mi­nu­ten stand mir das Was­ser bis zur Hüf­te.“Sie schätzt sich glück­lich, dass sie und ihr Mann recht­zei­tig von Ret­tern der Feu­er­wehr ge­fun­den wur­den.

Zwar war „Flo­rence“im Lauf der Nacht zu ei­nem Hur­ri­kan der Ka­te­go­rie 1 her­ab­ge­stuft wor­den. Gleich­wohl war­nen Me­teo­ro­lo­gen, das Schlimms­te ste­he noch be­vor: Ge­fähr­li­cher als die Wind­spit­zen, die 150 St­un­den­ki­lo­me­ter er­reich­ten, sind die Was­ser­men­gen, die auf den Sturm fol­gen. „Ich er­war­te Über­schwem­mun­gen bi­bli­schen Aus­ma­ßes, die noch nie da­ge­we­se­nen Scha­den an­rich­ten“, sagt Wilming­tons Po­li­zei­chef Ralph Evan­ge­lous. Dort wur­den die höchs­ten Wind­ge­schwin­dig­kei­ten seit fast 70 Jah­ren ge­mes­sen. Be­reits am Frei­tag­mor­gen Orts­zeit wa­ren al­lein in North Ca­ro­li­na mehr als 400 000 Men­schen oh­ne Strom. In Jack­son­vil­le muss­te ein Ho­tel eva­ku­iert wer­den, nach­dem des­sen Dach ein­ge­stürzt war.

Für ei­ni­ge Ge­gen­den wird mehr als ein Me­ter Re­gen er­war­tet. In der In­nen­stadt von New Bern ver­wan­del­ten Sturm­flu­ten Stra­ßen in rei­ßen­de Flüs­se. Die Po­li­zei rief pa­ni­sche Bür­ger auf, in die höchs­ten Eta­gen zu ge­hen. In der Nacht wa­ren fast 200 Men­schen teils mit Boo­ten aus Häu­sern und Au­tos ge­ret­tet wor­den. „Wei­te­re 200 war­ten noch dar­auf, dass wir sie fin­den“, schätzt Po­li­zei­leut­nant Da­vid Da­ni­els. Das Per­so­nal sei über­for­dert.

Da sich der Sturm ver­lang­samt hat und nun mit we­ni­ger als zehn St­un­den­ki­lo­me­tern übers Fest­land zieht, könn­ten die Re­gen­güs­se vier bis fünf Ta­ge an­dau­ern.

Fo­to: So­mo­de­vil­la/Get­ty Images/afp

Mit­glie­der des Zi­vil­schut­zes ret­ten in der Nä­he von New Bern drei Kin­der, in de­ren Haus Was­ser ein­ge­drun­gen war.

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