De­bat­te über Em­bryo-Tests ge­for­dert

Haller Tagblatt - - VORDERSEITE - Do­ro­thee To­reb­ko

Ab­ge­ord­ne­te wol­len Mit­spra­che bei Ein­füh­rung von neu­er Re­gel­leis­tung.

Ber­lin. Mehr als 100 Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te ha­ben frak­ti­ons­über­grei­fend ei­ne De­bat­te zur Re­ge­lung vor­ge­burt­li­cher Blut­tests ge­for­dert. Die Un­ter­su­chun­gen zei­gen auf, ob Em­bryo­nen die Gen­mu­ta­ti­on Tri­so­mie 21 auf­wei­sen. „Die ge­sell­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen, die sich durch die An­wen­dung der Tests er­ge­ben, wur­den bis­lang von kei­ner In­stanz ge­prüft“, kri­ti­sier­te der CDU-Ab­ge­ord­ne­te Ru­dolf Hen­ke bei der Vor­stel­lung des ge­mein­sa­men Po­si­ti­ons­pa­piers der Par­la­men­ta­ri­er von Uni­on, SPD, FDP, Lin­ken und Grü­nen in Ber­lin.

Hin­ter­grund des Vor­sto­ßes ist ein lau­fen­des Ver­fah­ren, in wel­chen Fäl­len sol­che Tests von den ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen be­zahlt wer­den sol­len. Die Par­la­men­ta­ri­er wol­len, dass die Un­ter­su­chun­gen auch wei­ter­hin von den El­tern ge­zahlt wer­den. Denn sie be­fürch­ten, dass die Zahl der Ab­trei­bun­gen steigt, wenn sie zur Re­gel­leis­tung wer­den. Be­reits jetzt wer­den neun von zehn Em­bry­os mit Tri­so­mie 21 ab­ge­trie­ben. Men­schen mit Downsyn­drom „lei­den nicht un­ter Tri­so­mie 21, son­dern dar­un­ter, nicht re­spekt­voll be­han­delt zu wer­den“, sag­te die SPD-Ab­ge­ord­ne­te Dag­mar Schmidt. Ein wei­te­res Pro­blem se­hen die Ab­ge­ord­ne­ten da­rin, dass ei­ne sol­che Kas­sen­leis­tung den Weg für wei­te­re vor­ge­burt­li­che Tests eb­nen könn­te. Des­halb sei es um­so wich­ti­ger, die Be­ra­tungs­mög­lich­kei­ten für El­tern zu ver­bes­sern, sag­te die Kath­rin Vog­ler von den Lin­ken.

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