Das kann sich nie­mand wün­schen

Hamburger Morgenpost - - POLITIK - CHRIS­TI­AN BURMEISTER, POLITIKREDAKTEUR

Auch wenn vie­le Wäh­ler noch un­ent­schlos­sen sind: Ei­ni­ges deu­tet auf ei­ne er­neu­te Gro­ße Ko­ali­ti­on nach der Wahl hin. Das kann sich nie­mand wirk­lich wün­schen! Denn Gro­ße Ko­ali­tio­nen stär­ken die po­li­ti­schen Ex­tre­me. Das wird auch dies­mal zu be­ob­ach­ten sein, wenn die Af mit ei­nem ver­mut­lich zwei­stel­li­gen Er­geb­nis in den Bun­des­tag ein­zieht. Ei­ne neu­er­li­che „Gro­Ko“hät­te zu­dem den un­schö­nen Ne­ben­ef­fekt, dass die Af als ver­mut­lich dritt­stärks­te Kraft Op­po­si­ti­ons­füh­re­rin wä­re. Nach ei­ner Re­gie­rungs­er­klä­rung wür­de dann als Ers­ter Alex­an­der Gau­land vom Red­ner­pult aus auf die Re­gie­rungs­che­fin ant­wor­ten und da­mit den Ton der De­bat­te vor­ge­ben. Kei­ne schö­ne Vor­stel­lung!

Ob es ei­ne neue Gro­ße Ko­ali­ti­on gibt, hängt maß­geb­lich auch von Grü­nen und FDP ab. Bei­de Par­tei­en frö­nen der „Aus­schlie­ße­ri­tis“und wol­len auf kei­nen Fall mit­ein­an­der (und der Uni­on) ko­alie­ren. Im Wahl­kampf ist ei­ne sol­che Hal­tung ja noch ei­ni­ger­ma­ßen nach­voll­zieh­bar. Aber nach dem nächs­ten Sonn­tag muss es ei­nen ernst­haf­ten Ver­such für „Ja­mai­ka“ge­ben – wenn es die Zah­len und der Wäh­ler­wil­le denn her­ge­ben.

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