„Mar­tin Schulz wä­re der bes­se­re Kanz­ler – lei­der hat er kei­ne Chan­ce“

Hamburger Morgenpost - - HAMBURG -

eit mei­nem 17. Le­bens­jahr bin ich So­zi­al­de­mo­krat. Al­so seit 35 Jah­ren. Ich ha­be mal ir­gend­wann mit der Zweit­stim­me die FDP ge­wählt (aber das war zu so­zi­al-li­be­ra­len Zei­ten, als man die Gel­ben noch wäh­len konn­te). An­sons­ten gab es nie ei­nen Zwei­fel, wo mein po­li­ti­sches Herz schlägt. Links.

An­schei­nend so­gar noch weit mehr links, als ich dach­te, denn als ich ges­tern mal den Wahl-O-Ma­ten aus­pro­bier­te, hat das Er­geb­nis mich doch über­rascht: Dem­nach müss­te ich ei­gent­lich nicht dem Schulz, son­dern Sah­ra Wa­genk­necht mei­ne Stim­me ge­ben. Platz zwei: Grü­ne. Platz drei: CDU. Und erst auf dem vier­ten Rang: SPD.

Aber die­ses Re­sul­tat be­stärkt mich nur in mei­ner Über­zeu­gung, dass der Wahl-O-Mat Mist ist. Ich blei­be Stamm­wäh­ler der SPD. Ich bin über­zeugt: Schulz wä­re der bes­se­re Kanz­ler, weil es end­lich vor­bei sein muss mit dem Auf-der-Stel­leT­re­ten. Es gibt viel zu tun: In Sa­chen Di­gi­ta­li­sie­rung sind wir ein Ent­wick­lungs­land. Die so­zia­le Ge­rech­tig­keit nimmt Tag für Tag ab, weil Ar­me är­mer und Rei­che im­mer rei­wohl cher wer­den.

Lei­der wird Schulz nicht die Chan­ce be­kom­men zu be­wei­sen, dass er es bes­ser kann. Dies­mal noch nicht. Das liegt vor al­lem an der Per­son An­ge­la Mer­kel. Denn bei ihr ist es an­ders als bei Kohl, Stoi­ber oder Strauß: Ich wä­re lie­ber ge­stor­ben, als ei­nen von de­nen zu wäh­len. Mer­kel da­ge­gen fin­de ich gar nicht so ver­kehrt. Das se­hen vie­le so.

Des­halb: So­lan­ge sie an­tritt, wird sie auch Kanz­le­rin. Ist eben so. Olaf Wun­der (52), Chef­re­por­ter

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