Hier sind sy­ri­sche Flücht­lin­ge Chefs

Eims­büt­tel Der Im­biss „Sa­li­ba­ba“am Ep­pen­dor­fer Weg gilt als eins der er­folg­reichs­ten In­te­gra­ti­ons­pro­jek­te der Stadt

Hamburger Morgenpost - - HAMBURG -

„Dein Wunsch geht in die Fül­lung“– das ist das Mot­to des Gour­met-Im­bis­ses „Sa­li­ba­ba“am Ep­pen­dor­fer Weg 91. Hier kön­nen Fein­schme­cker zwi­schen Fala­fel, Sha­war­ma oder Lamm­ke­bab als Ein­la­ge für ih­re Pi­tas wäh­len. Für die Kö­che geht da­mit ein Wunsch in Er­fül­lung: Sie sind Flücht­lin­ge aus Sy­ri­en – und ha­ben jetzt als Chef das Sa­gen im „Sa­li­ba­ba“.

Der Bür­ger­meis­ter war schon da. To­ny Ryan, In­ha­ber der Flug­li­nie Ryan Air, und an­de­re Pro­mi­nen­te. Denn im „Sa­li­ba­ba“gibt es nicht nur sehr gu­tes Es­sen, es ist zu­dem ei­nes der ge­lun­gens­ten In­te­gra­ti­ons­pro­jek­te Ham­burgs.

Initia­tor des ge­schmack­voll ge­stal­te­ten ori­en­ta­li­schen Bis­tros ist ein be­kann­ter Ham­bur­ger Gas­tro­nom: Han­na Sa­li­ba, des­sen frü­he­res Re­stau­rant „Sa­li­ba“in Bah­ren­feld als bes­tes sy­ri­sches Lo­kal Deutsch­lands galt. Ei­gent­lich ist der 67-Jäh­ri­ge jetzt Rent­ner. Doch Ru­he­stand ist für ihn ein Fremd­wort. „Der steckt so vol­ler Ide­en, der kann nicht auf­hö­ren“, er­klärt sei­ne Frau Bea la­chend.

Sa­li­ba, der selbst aus Sy­ri­en stammt und 1973 nach Ham­burg kam, woll­te et­was für sei­ne vor dem Krieg ge­flo­he­nen Lands­leu­te tun. „Ich möch­te den Flücht­lin­gen zum ei­nen zu Ar­beit ver­hel­fen, aber sie vor al­lem in die Selbst­stän­dig­keit füh­ren.“

Die Idee: Sa­li­ba lie­fert das Start­ka­pi­tal, nach sechs Mo­na­ten muss der La­den sich selbst tra­gen. Die zu­ge­wan­der­ten fünf Kü­chen­chefs wer­den zu Päch­tern. „Ich will hier kei­nen Pro­fit ma­chen“, sagt Han­na Sa­li­ba. „Es geht um In­te­gra­ti­on.“

Ein wah­rer Glücks­griff war für Sa­li­ba da­her Fe­ras Mek­hail (34), der die Lei­tung des Im­bis­ses über­nom­men hat. Der Be­triebs­wirt aus Homs kam vor fünf Jah­ren nach Deutsch­land und ent­spricht dem Typ „Ma­cher“. „Ich will es schaf­fen“, sagt Mek­hail. Schon bald soll ein zwei­tes Lo­kal er­öff­net wer­den – das „Sa­li­ba Fa­mi­ly“, in dem die Mut­ter ei­ner der „Sa­li­ba­ba“Chefs ty­pisch sy­ri­sche Fa­mi­li­en­ge­rich­te ko­chen wird.

Auch die­ses Lo­kal wird, wie das auf Street­food fo­kus­sier­te „Sa­li­ba­ba“, be­wusst nicht in ei­nem an­ony­men Ein­kaufs­zen­trum lie­gen, son­dern in ei­ner be­leb­ten Nach­bar­schaft. „Die Flücht­lin­ge sol­len die Men­schen von ne­ben­an ken­nen­ler­nen und sich zu Hau­se füh­len“, sagt Han­na Sa­li­ba. „Das liegt mir am Her­zen.“

Und es funk­tio­niert! Als ei-

„Ich möch­te kei­nen Pro­fit ma­chen. Es geht um In­te­gra­ti­on.“

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