HSV-Le­gen­den trau­ern um Klein

Net­zer, Hru­besch & Co. spre­chen in der MOPO am Sonn­tag

Hamburger Morgenpost - - SPORT -

Von BUTTJE RO­SEN­FELD

Der Bun­des­li­ga-Di­no trägt Trau­er. Wolf­gang Klein, der er­folg­reichs­te HSV-Prä­si­dent al­ler Zei­ten, ist am Frei­tag nach lan­ger schwe­rer Krebs­er­kran­kung im Al­ter von 76 Jah­ren in sei­ner Woh­nung in Ro­ther­baum ge­stor­ben. Ei­ne Nach­richt, die vie­le Le­gen­den der Ro­t­ho­sen schwer ge­trof­fen hat.

Gün­ter Net­zer (73), der zu­sam­men mit Klein für mit­rei­ßen­de und auf­re­gen­de Jah­re mit vie­len Ti­teln steht: „Sein Tod macht mich sehr trau­rig. Für mich ist das ei­ne un­ver­gess­li­che Zeit mit ihm. Wolf­gang und ich hat­ten ein Ver­hält­nis, das freund­schaft­li­cher Na­tur war. Ei­ne tol­le Har­mo­nie, auch was un­se­re Zu­sam­men­ar­beit mit den Trai­nern Bran­ko Ze­bec und Ernst Hap­pel an­be­lang­te. Es ist ein gro­ßes Glück für al­le, dass er beim HSV war. Für mich war er ein gro­ßer Mann und Prä­si­dent.“

Auch Horst Hru­besch (66) war trau­rig: „Ich ha­be be­reits mit ei­ni­gen Weg­ge­fähr­ten dar­über ge­spro­chen – sein Tod hat uns al­le sehr ge­trof­fen. Ich ha­be mir sa­gen las­sen, dass es Wolf­gang schon lan­ge nicht mehr gut ging. Weil er als Leicht­ath­let ein über­ra­gen­der Sport­ler war und HSVS­tall­ge­ruch hat­te, pass­te das da­mals von An­fang an sehr gut zwi­schen ihm und uns Spie­lern.“

Für die ha­be Klein stets ein of­fe­nes Ohr ge­habt. Hru­besch: „Sei­ne Art und Wei­se, wie er den HSV führ­te, hat mir im­po­niert, das Zu­sam­men­spiel mit Net­zer, Ze­bec und Hap­pel war ge­ni­al. Auch wirt­schaft­lich hat er das über­ra­gend ge­macht, denn es war da­mals schwie­rig den HSV fi­nan­zi­ell über Was­ser zu hal­ten. Er hat das im­mer wie­der ge­schafft.“

Die MOPO am Sonn­tag über- mit­tel­te „Flan­ken­gott“Man­fred Kaltz (64) die trau­ri­ge Bot­schaft, als er be­ruf­lich in Bochum un­ter­wegs war. Er konn­te es nicht glau­ben: „Das ist ja schreck­lich! Ich wuss­te gar nicht, dass er so schwer krank war. Er war ein gu­ter Prä­si­dent, der mit sei­ner zu­rück­hal­ten­den Art al­les im Stil­len ge­re­gelt hat. Ich hat­te per­sön­lich im­mer ein gu­tes, ver­trau­ens­vol­les Ver­hält­nis zu Wolf­gang.“

Har­ry Bäh­re (76), Bun­des­li­ga­Spie­ler mit der Pass-Num­mer 001, er­fuhr es in sei­nem Haus in Spa­ni­en von Kleins Ex-Frau Re­na­te, die ihn tot auf­ge­fun­den hat­te. Er kämpf­te mit den Trä­nen: „Ich ha­be ei­nen gu­ten Freund ver­lo­ren, er war ein groß­ar­ti­ger Mensch und ein gro­ßer HSVer. Wir wa­ren in den letz­ten vier, fünf Jah­ren fast ein­mal pro Wo­che in ei­nem Re­stau­rant am Mit­tel­weg zu­sam­men beim Es­sen. Zu­letzt hat er das Tref­fen im­mer häu­fi­ger ab­ge­sagt. Er hat sich zwar nichts an­mer­ken las­sen, aber ich weiß, dass er gro­ße Schmer­zen hat­te.“

Dann be­rich­te­te Bäh­re, dass sich Klein vor Wo­chen qua­si von ihm ver­ab­schie­det ha­be: „Er hat mir ei­ne wert­vol­le Ta­schen­uhr ge­schenkt, die er mal vom DFB be­kom­men hat. Das hat mich sehr be­wegt.“

Auch Die­ter Schatz­schnei­der (59), der nur kurz beim HSV spiel­te, schwärmt von Klein: „Er war ein gro­ßer Mann! Er hat mich ge­holt und war der ein­zi­ge, bei dem ich mich nach mei­nem Wech­sel nach Ham­burg so­fort wohl­ge­fühlt ha­be. Ich weiß, wie sei­ne Ex-Frau ihn da­mals ge­nannt hat. Um es mit ih­rem Ko­se­na­men für ihn zu sa­gen: Der Ti­ger ist von uns ge­gan­gen – und das ist sehr trau­rig.“

Den­ker und Len­ker: Wolf­gang Klein war von 1979 bis 1987 er­folg­rei­cher Prä­si­dent des HSV.

„Er war ein gro­ßer Mann.“Gün­ter Net­zer (l.) mit Wolf­gang Klein

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