Erns­te Songs vol­ler Ma­gie

Die Fran­zö­sin Ca­mil­le be­nutzt die Spra­che wie ein In­stru­ment

Hamburger Morgenpost - - DIE KULTUR-WOCHE -

DIE MOPOBEWERTUNG Ca­mil­le liebt das Spiel mit Klän­gen, be­nutzt Spra­che wie ein In­stru­ment und er­schafft so wun­der­ba­re Songs, die ih­re Zu­hö­rer in ma­gi­sche Wel­ten ent­füh­ren. Über ih­ren Song „Fon­tai­ne de Lait“sagt sie: „Al­les fließt dar­in. Ich spie­le so lan­ge mit der fran­zö­si­schen Spra­che, bis sie ge­schmei­dig ist.“Tat­säch­lich sind die Sounds der Pa­ri­se­rin weich, oft von Flö­ten ge­schmückt. Doch sie ver­ar­bei­tet in ih­ren Tex­ten auch sper­ri­ge, erns­te The­men, pran­gert et­wa die In­dus­tria­li­sie­rung von Saat­gut an oder wid­met sich dem po­li­tisch nach rechts rü­cken­den Frank­reich. Schon von Wei­tem lockt der auf­ge­bla­se­ne Karl-Marx-Kopf Be­su­cher und zeigt: 150 Jah­re nach Erst­ver­öf­fent­li­chung des be­kann­tes­ten Wirt­schafts­bu­ches in Ham­burg ist der Qu­er­den­ker, der sich 20 Jah­re mit sei­nem Buch quäl­te, um dann schlep­pend 1000 Ex­em­pla­re zu ver­kau­fen, nicht ver­staubt. Ku­ra­tor Joa­chim Baur schafft es, auch Nicht­ken­ner der Mam­mut­s­chrift zum Nach­den­ken über Geld und sei­nen Ge­gen­wert an­zu­re­gen. Da gibt es ei­nen Do­sen-La­den, Fil­me, Bio­gra­fi­sches, die 1,5 Mio. teu­re Erst­aus­ga­be oder Mit­mach-Sta­tio­nen, die Fra­gen pro­vo­zie­ren, in wel­cher Ge­sell­schaft wir le­ben. Gut: der Whats­app-Tour­gui­de.

Mu­se­um der Ar­beit

Mu­sik zum Ab­he­ben: Ca­mil­le aus Pa­ris

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