Passt auf, bald bin ich ganz weg!

Vom Auss­ter­ben be­droht

Hamburger Morgenpost - - PANORAMA -

Ber­lin – Er taucht in Sa­gen und Mär­chen auf, in Kin­der­bü­chern und Lie­dern. Und zu Os­tern spielt er für Kin­der ei­ne ge­heim­nis­vol­le Rol­le. In der Rea­li­tät aber se­hen wir Le­pus eu­ro­pa­eus, al­so den Feld­ha­sen, im­mer sel­te­ner. Mehr noch: Der ge­schick­te Ha­ken­schlä­ger ist vom Auss­ter­ben be­droht!

Die Schutz­ge­mein­schaft Deut­sches Wild stuft ihn schon län­ger auf der bun­des­wei­ten Ro­ten Lis­te als ge­fähr­det ein. Und er­nann­te den Feld­ha­sen 2015 zum Tier des Jah­res. Doch die Le­bens­chan­cen ha­ben sich nicht ver­bes­sert. Der Be­stand sei wei­ter dra­ma­tisch zu­rück­ge­gan­gen, heißt es in ei­ner Ant­wort des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne An­fra­ge der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on.

Auch Feld­hams­ter und so­gar be­stimm­te Re­gen­wür­mer sei­en akut be­droht. 65 Pro­zent von 43 un­ter­such­ten Re­gen­wur­mar­ten in Deutsch­land sei­en in­zwi­schen „sel­ten“bis „ex­trem sel­ten“.

Gleich­zei­tig, so der Be­richt wei­ter, sei­en im­mer mehr Bio­to­pe be­droht: Nur bei je­dem vier­ten der 863 in Deutsch­land vor­kom­men­den Bio­top-Ty­pen be­steht nach Mi­nis­te­ri­ums­an­ga­ben kein Ver­lust­ri­si­ko. 19,6 Pro­zent sei­en ge­fähr­det, 22,6 Pro­zent stark ge­fähr­det und 21,4 Pro­zent droht die voll­stän­di­ge Ver­nich­tung.

„Das Ar­ten­ster­ben auf den Fel­dern schrei­tet vor­an“, er­klär­te Grü­nen-Na­tur­schutz­ex­per­tin St­ef­fi Lem­ke der „Pas­sau­er Neu­en Pres­se“. Sie for­der­te ei­ne „Agrar­wen­de“, die es ernst mei­ne mit ei­ner Land­wirt­schaft im Ein­klang mit der Na­tur und die den mas­si­ven Gift­ein­satz auf Fel­dern be­en­de. Die Bun­des­re­gie­rung müs­se Gel­der zu­guns­ten des Na­tur­schut­zes um­schich­ten: „Um den Ar­ten­schutz zu stär­ken, ist dann auch ein ei­ge­ner Fonds für Na­tur­schutz not­wen­dig.“

Meis­ter Lang­ohr taucht im­mer sel­te­ner auf. Sein Le­bens­raum wird kna . Auch für den Feld­hams­ter, einst als Schäd­lin be­käm ft, ste­hen die Chan­cen schlecht.

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