Mi­nis­te­rin hat schlecht ver­han­delt

Hamburger Morgenpost - - POLITIK - DIERK ROHWEDDER po­li­tik@mopo.de

Die Zer­schla­gung von Air Ber­lin wird zu ei­nem Trau­er­spiel, in dem Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Bri­git­te Zy­pries ei­ne ex­trem schlech­te Fi­gur ab­gibt. Sie hat die In­sol­venz mit ei­nem 150-Mil­lio­nen-Eu­ro-Kre­dit des Bun­des ab­ge­mil­dert. Trotz­dem blei­ben nun 200 000 Kun­den auf ih­ren wert­lo­sen Ti­ckets sit­zen. Das hät­te sich ver­mei­den las­sen, wenn die Mi­nis­te­rin in den Ver­hand­lun­gen mit der Luft­han­sa dar­auf be­stan­den hät­te, die Air-Ber­lin-Op­fer ku­lant zu be­han­deln. Aber Zy­pries kam es wohl dar­auf an, die Luft­han­sa zu ei­nem noch grö­ße­ren na­tio­na­len Cham­pi­on auf­zu­pols­tern. Tau­sen­de Air-Ber­lin-Mit­ar­bei­ter fal­len da­bei über Bord. Wenn jetzt auch noch der Ver­kauf von bis zu 30 Ma­schi­nen an Ea­sy­jet schei­tert, wä­re das Mo­no­pol der über­mäch­ti­gen Kra­nich-Air­line fast per­fekt. Nie­mand glaubt ernst­haft, dass die Luft­han­sa und ih­re Bil­lig­toch­ter Eu­ro­wings sich künf­tig selbst Kon­kur­renz ma­chen. Statt­des­sen wer­den die Ti­cket­prei­se deut­lich stei­gen – die Luft­han­sa-Ak­tio­nä­re sind schon ganz heiß auf spru­deln­de Ge­win­ne. Nein, Mil­lio­nen Flug­kun­den wer­den kein Scho­koh­erz für Luft­han­sa-Boss Cars­ten Sp­ohr und Bri­git­te Zy­pries ha­ben.

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