Teuf­li­scher Frei­tag, der 13.

Hamburger Morgenpost - - SPORT - Von St. Pau­li be­rich­tet STE­FAN KRAU­SE s.krau­se@mopo.de

Was tun, wenn an ei­nem Frei­tag, den 13., die „Ro­ten Teu­fel“bei ei­nem zu Hau­se im Wohn­zim­mer auf­kreu­zen? Aus Sicht des FC St. Pau­li vor dem heu­ti­gen Du­ell mit dem 1. FC Kai­sers­lau­tern ganz klar: Al­le Kräf­te bün­deln und ge­mein­sam am Mil­l­ern­tor den Ex­or­zis­mus be­trei­ben.

Es ist ei­ne Chan­ce, ei­ne ziem­lich ver­lo­cken­de gar. „Wir wis­sen, wel­che Mög­lich­kei­ten uns die­ses Spiel bie­tet“, sag­te Olaf Jan­ßen. Wei­te­re drei Punk­te wür­den sei­ner Mann­schaft „gut zu Ge­sicht ste­hen“, das Fest­set­zen in der Spit­zen­grup­pe be­deu­ten. Ob es zum braun­wei­ßen Face­lif­ting kommt, liegt für den Coach ein­zig in den Hän­den sei­ner Schütz­lin­ge: „Am En­de wird es nur an uns ge­le­gen ha­ben, wie das Spiel aus­geht.“

Ein Sieg soll es wer­den. Ein Heim­sieg, was in­so­fern ei­ner ge­son­der­ten Er­wäh­nung be­darf, weil es erst ei­nen gab in die­ser Spiel­zeit. Kein uto­pi­sches Vor­ha­ben ge­gen den Vor­letz­ten, und den­noch: „Die kom­men mit Selbst­ver­trau­en, auch wenn ih­nen das Was­ser bis zum Hals steht“, wuss­te Ka­pi­tän Bernd Neh­rig. Ein neu­er Coach (Jeff Stras­ser), der ers­te Sai­son­sieg (3:0 ge­gen Fürth), ei­ne mas­si­ve De­fen­si­ve (Fün­fer­ket­te) – „Wir brau­chen Ge­duld und spie­le­ri­sche Lö­sun­gen, um den Ab­wehr­ver­bund zu kna­cken“, mut­maß­te Jan­ßen.

Neh­rig ahn­te, dass das kein Zu­cker­schle­cken wird. „Ein an­ge­schla­ge­ner Geg­ner ist oft der ge­fähr­lichs­te“, sag­te er. „Wir müs­sen von der ers­ten Mi­nu­te an auf dem Platz sein. Denn wenn die mer­ken: ’Mann, da steht uns mal ein Brett ge­gen­über’, dann kann es sein, dass das fra­gi­le Ge­bil­de wie­der zu­sam­men­bricht.“

Die Num­mer mit der ers­ten Mi­nu­te ist al­ler­dings St.Pau­lis größ­te Bau­stel­le. „Lei­der hat die DFL un­se­ren An­trag ab­ge­lehnt, gleich mit der zwei­ten Halb­zeit zu be­gin­nen“, wit­zel­te Jan­ßen, wo­bei man der Pro­ble­ma­tik der ver­schla­fe­nen ers­ten Hälf­ten na­tür­lich die nö­ti­ge Ernst­haf­tig­keit bei­misst. „Vie­le fahr­läs­si­ge Feh­ler sind kein Zu­fall“, mahn­te Neh­rig, der vor al­lem die vier Ge­gen­to­re ge­gen In­gol­stadt nicht ver­ges­sen hat.

So ein Spiel kä­me glück­li­cher­wei­se zwar nicht oft vor, „aber wir müs­sen schau­en, dass wir mit den ein­fa­chen Sa­chen be­gin­nen, be­vor wir uns an die schwe­ren wa­gen“. Wenn das um­ge­setzt wer­den kann, müss­te es doch mit dem Teu­fel zu­ge­hen, wenn Frei­tag, der 13. Ok­to­ber 2017, kein Glücks­tag für den FC St. Pau­li wird.

Ein­satz­freu­dig: Wie hier ge­gen Gaus (l.) und Gört­ler in der Vor­sai­son will sich Bernd Neh­rig mit St. Pau­li be­haup­ten.

Gast­ver­ein hin, Aber­glau­be her: St. Pau­li strebt den zwei­ten Heim­sieg an

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