Rin­gen um je­den Pflas­ter­stein

Hamburger Morgenpost - - HAMURG -

„Das kann ich nicht sa­gen“, „Das ha­be ich nicht ge­se­hen“– mit der Ver­neh­mung ei­nes wei­te­ren Po­li­zis­ten ging ges­tern vor dem Amts­ge­richt Al­to­na der zä­he Pro­zess ge­gen den „G20-Bu­bi“Fa­bio V. (18) wei­ter. Der Be­am­te konn­te sich nicht ein­mal an den mas­si­ven Was­ser­wer­ferEin­satz am 7. Ju­li am Ron­den­barg (Bah­ren­feld) er­in­nern: „Ob der Was­ser ab­ge­ge­ben hat, kann ich nicht sa­gen.“Auf Po­li­zei­vi­de­os ist zu se­hen, wie der Strahl in ei­ne oh­ne­hin schon flüch­ten­de Men­ge ge­hal­ten wird. 14 Men­schen er­lit­ten da­mals Kno­chen­brü­che, als sie über ein Ge­län­der stürz­ten.

Der Be­am­te er­klärt, dass die De­mons­tran­ten St­ei­ne ge­wor­fen hät­ten. Aus wel­cher Ent­fer­nung und wie vie­le, will die Ver­tei­di­gung wis­sen. Ant­wort: „Ich kann so schlecht schät­zen.“

Laut An­kla­ge hat Fa­bio V. kei­nen St­ein ge­wor­fen, son­dern war nur Teil der Men­ge, sitzt da­für seit vier Mo­na­ten in U-Haft. Ein eben­so lan­ge ein­sit­zen­der G20-Geg­ner (19) aus Russ­land wur­de jetzt ent­las­sen. Es hat­te sich her­aus­ge­stellt, dass er wohl doch kei­ne Fla­schen ge­wor­fen hat­te.

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