Mon Dieu! St­indl ret­tet die Se­rie

Deutsch­land ge­lingt ge­gen Frank­reich Aus­gleich in letz­ter Mi­nu­te. DFB-Team seit 21 Spie­len un­ge­schla­gen. Welt­meis­ter muss sich aber stei­gern

Hamburger Morgenpost - - SPORT - FRE­DE­RIK AHRENS f.ahrens@mopo.de

Sie­ben Mo­na­te sind es noch bis zum Start der WM in Russ­land. Seit ges­tern steht fest, die deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft wird sich in die­sen sie­ben Mo­na­ten ge­wal­tig stei­gern müs­sen, wenn sie ih­ren Ti­tel ver­tei­di­gen will. Ge­gen Schreck­ge­spenst Frank­reich gab es nur dank viel Glück und Jo­ker Lars St­indl ein 2:2 (0:1).

Deutsch­land ge­gen Frank­reich – weiß ge­gen blau. Auf der Köl­ner Ost­tri­bü­ne aber war das Rot der lee­ren Sitz­scha­len die do­mi­nie­ren­de Far­be. Nur 36948 Zu­schau­er woll­ten sich den Test ge­gen das zur­zeit wohl bes­te Team der Welt an­se­hen. Wer bis zu 100 Eu­ro für ei­ne Kar­te ver­langt, darf sich nicht wun­dern, wenn die Men­schen auf dem So­fa blei­ben.

Aus deut­scher Sicht war das ges­tern zu­min­dest in der ers­ten Hälf­te auch ei­ne wei­se Ent­schei­dung. „Ich wer­de ei­ne Feh­ler­kul­tur zu­las­sen“, hat­te Löw, der sei­ne Start­elf nach dem 0:0 ge­gen En­g­land auf sechs Po­si­tio­nen ver­än­der­te, an­ge­kün­digt. Und sei­ne Spie­ler woll­ten wohl di­rekt mal aus­tes­ten, wie der Bun­des­trai­ner das ge­meint hat­te.

Feh­ler näm­lich gab es reich­lich auf deut­scher Sei­te. Die Fran­zo­sen wa­ren

spiel­freu­di­ger, ide­en- und tem­po­rei­cher, kurz: klar über­le­gen. Das ver­meint­li­che deut­sche Pre­mi­um-Mit­tel­feld mit To­ni Kroos, Sa­mi Khe­di­ra, Me­sut Özil und Il­kay Gün­do­gan konn­te sich bis zur 33. Mi­nu­te bei Ke­vin Trapp be­dan­ken, dass es 0:0 stand.

Als dann Em­re Can gleich dop­pelt patz­te, weil er zu­nächst Lu­cas Di­g­ne aus den Au­gen ver­lor und Au­gen­bli­cke spä­ter das Ab­seits auf­hob, wäh­rend Ant­ho­ny Mar­ti­al durch die deut­sche Ab­wehr tanz­te, als stün­de ihm der 1. FC Köln ge­gen­über, war auch Tor­wart Trapp macht­los. Alex­and­re La­ca­zet­te schob zur fran­zö­si­schen Füh­rung ein. Ein Tor wie ein Ge­dicht.

Sehr lau­te Ver­se von Löw wer­den die Fol­ge ge­we­sen sein. Da­zu misch­ten sich die Pfif­fe der deut­schen Fans, die sich da­durch erst­mals be­merk­bar mach­ten.

Der Welt­meis­ter nahm nun auch am Spiel teil. Özil setz­te Ti­mo Werner in Sze­ne – 1:1 (56.). To­ni Kroos setz­te ei­nen Frei­stoß ans Lat­ten­kreuz (70.), La­ca­zet­te traf Se­kun­den spä­ter zum 1:2 (71.). Die deut­sche Se­rie von 20 un­ge­schla­ge­nen Spie­len in Fol­ge, sie schien zu rei­ßen. Dann aber ret­te­ten sie zwei Jo­ker. Ma­rio Göt­ze leg­te ab auf St­indl – das 2:2 in der drit­ten Mi­nu­te der Nach­spiel­zeit, es war der Be­weis, dass es dann doch ver­dammt schwer ist, die deut­sche Mann­schaft zu be­sie­gen.

Die fi­na­le Sze­ne des Spiels: Lars St­indl zieht ab und ret­tet Deutsch­land ge­gen Frank­reich mit sei­nem Tref­fer zum 2:2 den schmei­chel­haf­ten Aus­gleich.

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