Die UNO zur Show-Büh­ne de­gra­diert

Hamburger Morgenpost - - POLITIK - JÜR­GEN DREVES po­li­tik@mo­po.de

Ei­gent­lich ist die UNO ei­ne In­sti­tu­ti­on der Hoff­nung. Weil sie ein Fo­rum ist, in dem fast al­le Staa­ten der Er­de ver­tre­ten sind. Wo Kon­flik­te be­spro­chen und aus­ge­räumt wer­den kön­nen, be­vor Ra­ke­ten flie­gen und Bom­ben fal­len. Doch die Wirk­lich­keit sieht lei­der an­ders aus. Da wird der Si­cher­heits­rat zur Show-Büh­ne de­gra­diert. Von den Groß­mäch­ten, die sich ge­gen­sei­tig mit Re­so­lu­tio­nen ein­de­cken. Pa­pie­re, bei de­nen schon von vorn­her­ein klar ist, dass sie am Ve­to der Ge­gen­sei­te schei­tern. Da­bei brau­chen wir ei­ne funk­tio­nie­ren­de UNO nö­ti­ger denn je. Mit ei­nem UN-Ge­ne­ral­se­kre­tär, der auch was zu sa­gen hat. Die Zahl der stän­di­gen Sit­ze im Si­cher­heits­rat deut­lich zu er­hö­hen, wie es Re­form­plä­ne vor­se­hen, wä­re ein ers­ter Schritt. Die Bun­des­re­gie­rung kann da­zu ei­nen Bei­trag leis­ten und für die nö­ti­ge Zwei­drit­tel-Mehr­heit in der UN-Voll­ver­samm­lung wer­ben. Ge­walt taugt nicht zur Lö­sung glo­ba­ler Pro­ble­me. Um es mit Alt­kanz­ler Hel­mut Schmidt zu sa­gen: „Lie­ber 100 St­un­den um­sonst ver­han­deln als ei­ne Mi­nu­te schie­ßen.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.