Ex-Kanz­ler kauft Ex-Kanz­ler

Ger­hard Schrö­der er­stei­gert für 18 000 Eu­ro Schmidt-Ge­mäl­de

Hannoversche Allgemeine - - VORDERSEITE -

Wor­auf blickt ein ehe­ma­li­ger Bun­des­kanz­ler wohl ger­ne, wenn er auf sei­nem So­fa ent­spannt oder in sei­nem Ar­beits­zim­mer über Pa­pie­ren brü­tet? Die Ant­wort könn­te lau­ten: auf ei­nen an­de­ren ehe­ma­li­gen Bun­des­kanz­ler. Ger­hard Schrö­der zu­min­dest hat vor Kur­zem ein Por­trät von Hel­mut Schmidt er­stei­gert – 18 000 Eu­ro war ihm das Bild­nis sei­nes Vor­vor­gän­gers wert.

Es han­de­le sich um ein ex­pres­sio­nis­ti­sches Por­trät, das der Künst­ler Os­kar Ko­kosch­ka 1976 von Schmidt schuf, teil­te das im Hei­de­kreis be­hei­ma­te­te Auk­ti­ons­haus Schloss Ahl­den ges­tern mit. Alt­kanz­ler Schrö­der ha­be das Por­trät in­zwi­schen ab­ge­holt. Das Bild stam­me aus dem ehe­ma­li­gen Be­sitz von Schmidts lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­te­rin und letz­ter Le­bens­ge­fähr­tin Ruth Loah. Sie starb im Fe­bru­ar die­ses Jah­res.

In sei­nen Me­moi­ren be­schrieb Hel­mut Schmidt das Tref­fen mit dem ös­ter­rei­chi­schen Künst­ler im Herbst 1976 in des­sen Haus am Gen­fer See. „Die Kraft des da­mals be­reits 90-jäh­ri­gen Man­nes reich­te für ein Por­trät nicht mehr aus. Mir schien es, als ob die Zeich­nun­gen we­ni­ger Ähn­lich­keit mit mir, da­für aber mehr Ähn­lich­keit mit ihm selbst hat­ten“, zi­tiert die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung“aus den Er­in­ne­run­gen Schmidts.

Doch Ähn­lich­kei­ten hin oder her – Er­in­ne­run­gen an Hel­mut Schmidt lie­gen hoch im Kurs. Auch ein gol­de­nes Zi­ga­ret­ten­etui von ihm kam kürz­lich un­ter den Ham­mer. Hier­für muss­te der neue Be­sit­zer mit 53 750 Eu­ro aber fast drei­mal so viel Geld hin­blät­tern. Da han­del­te es sich beim Ko­kosch­kaSchmidt ja fast um ein Schnäpp­chen.

„Ex­pres­sio­nis­tisch“: Os­kar Ko­kosch­ka mal­te das Por­trät im Jahr 1976.

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