Ka­na­di­er wol­len den Berg­bau im Harz wie­der­be­le­ben

In­ves­to­ren dür­fen auf 150 Qua­drat­ki­lo­me­tern nach Kup­fer, Zink, Blei und Sil­ber su­chen / Im Bo­den sol­len noch Roh­stof­fe im Wert von 2,3 Mil­li­ar­den Eu­ro lie­gen

Hannoversche Allgemeine - - NIEDERSACHSEN & DER NORDEN - Von Hei­ko RNnRer­mNnn

Han­no­ver. Es gibt neue Hoff­nung für den Berg­bau im Harz. Als be­reits zwei­tes Un­ter­neh­men darf jetzt ei­ne ka­na­di­sche In­ves­to­ren­grup­pe in dem Mit­tel­ge­bir­ge nach Erz su­chen. Nach der Harz Mi­ne­rals Gm­bH aus Ham­burg ha­be auch die Sa­ma­ri­um Tenn­es­si­ne Cor­po­ra­ti­on ei­ne ent­spre­chen­de Ge­neh­mi­gung er­hal­ten, sag­te die Spre­che­rin des Lan­des­am­tes für Berg­bau, Ener­gie und Geo­lo­gie, Hein­ke Tra­e­ger, am Frei­tag.

Die Ge­neh­mi­gung zur Su­che un­ter an­de­rem nach Kup­fer, Zink und Sil­ber gilt für ein rund 150 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ßes Ge­biet zwi­schen Bad Grund (Land­kreis Göt­tin­gen) und Claust­halZel­ler­feld (Land­kreis Gos­lar). Dort wer­den Roh­stof­fe im Wert von bis zu 2,3 Mil­li­ar­den Eu­ro in nicht aus­ge­beu­te­ten Erz­gän­gen und so­ge­nann­ten Ab­setz­tei­chen des vor 25 Jah­ren still­ge­leg­ten Berg­werks „Hil­fe Got­tes“ver­mu­tet.

Erst mal ins Ar­chiv Vor­erst darf das ka­na­di­sche Un­ter­neh­men bei der Erz-Su­che nur Gesteins­pro­ben sam­meln oder Re­cher­chen in Ar­chi­ven vor­neh­men. Mög­li­che spä­te­re Ein­grif­fe in den Bo­den oder Boh­run­gen müs­sen ge­son­dert be­an­tragt wer­den.

Bis­her muss das ka­na­di­sche Un­ter­neh­men für sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten im Harz auch nur ei­ne klei­ne vier­stel­li­ge Ver­wal­tungs­ge­bühr be­zah­len. Grö­ße­re Sum­men wer­den erst fäl­lig, wenn die Su­che er­folg­reich wä­re und die För­de­rung be­gin­nen soll­te. „Dann müss­te ein För­der­zins be­zahlt wer­den“, sag­te die Spre­che­rin des Lan­des­am­tes.

Der Harz war über 1000 Jah­re lang Berg­bau­re­gi­on und ei­nes der be­deu­tends­ten Erz­re­vie­re Deutsch­lands. Haupt­pro­duk­te wa­ren Sil­ber, Kup­fer, Blei und Ei­sen, die vor al­lem zum Reich­tum der Herr­scher in Han­no­ver und Braun­schwei­gWol­fen­büt­tel bei­tru­gen. Dank ei­ner für sei­ne Zeit fort­schritt­li­chen Tech­nik konn­ten die Berg­leu­te im Harz tie­fer in den Erd­bo­den vor­drin­gen als an­ders­wo. Gott­fried Wil­helm Leib­niz und Jo­hann Wolf­gang von Goe­the lie­ßen sich die Er­run­gen­schaf­ten des Berg­baus er­klä­ren. An­fang des 20. Jahr­hun­derts er­reich­ten die Schäch­te bis zu 1000 Me­ter Tie­fe und da­mit aber auch ei­ne Gren­ze des Mach­ba­ren.

In­zwi­schen Welt­kul­tur­er­be An­fang der Neun­zi­ger­jah­re wur­de der Berg­bau im Harz ein­ge­stellt. Das Berg­werk Ram­mels­berg ge­hört mitt­ler­wei­le zum Unesco-Welt­kul­tur­er­be. Die Berg­bau­tra­di­ti­on hat aber auch un­an­ge­neh­me Sei­ten: Im Fe­bru­ar muss­ten vier Häu­ser in der Berg­bau­stadt Wil­de­mann ge­räumt wer­den, die über ei­ner al­ten Berg­bau­hal­de lie­gen. Der Un­ter­grund droh­te ab­zu­rut­schen.

Vor der Wie­der­be­le­bung? Am 28. März 1992 wur­de in Bad Grund das letz­te Erz­berg­werk ge­schlos­sen. FO­TO: DPA

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