Po­li­zei warnt vor Key­less-Go-Tech­nik

Drei teu­re Wa­gen ge­stoh­len: Nut­zung schlüs­sel­lo­ser Zu­gangs­sys­te­me bei Au­tos birgt Ri­si­ken / In­fos aus ers­ter Hand beim Tag der of­fe­nen Tür am Sonn­tag

Hannoversche Allgemeine - - HANNOVER - Von To­miis Morch­ner

Die Po­li­zei­di­rek­ti­on Han­no­ver rät Au­to­fah­rern von der Nut­zung von schlüs­sel­lo­sen Zu­gangs­sys­te­men bei Fahr­zeu­gen ab, der so­ge­nann­ten Key­less-Go-Funk­ti­on. Der­ar­ti­ge Sys­te­me sei­en nicht si­cher ge­nug, Au­to­die­be hät­ten leich­tes Spiel, hoch­wer­ti­ge Fahr­zeu­ge zu steh­len. „Der bes­te Schutz vor Au­to­dieb­stahl durch die Aus­nut­zung der Schwach­stel­len der Key­less-GoSys­te­me ist der Ver­zicht dar­auf“, teil­te die Be­hör­de mit.

Au­tos mit schlüs­sel­lo­sen Zu­gangs­mög­lich­kei­ten wer­den von na­he­zu al­len Her­stel­lern an­ge­bo­ten. Der Vor­teil: Auf den Schlüs­seln der je­wei­li­gen Fahr­zeu­ge wer­den elek­tro­ni­sche Zu­gangs- und Fahr­be­rech­ti­gungs­codes ge­spei­chert. Die Schlüs­sel kom­mu­ni­zie­ren mit der Bord­elek­tro­nik der Au­tos über In­duk­ti­ons­an­ten­nen. Stim­men die Co­des über­ein, wird das Fahr­zeug ent­rie­gelt, der Au­to­fah­rer muss den Schlüs­sel nicht mehr in die Hand neh­men. Das Star­ten des Mo­tors er­folgt auf Knopf­druck, oh­ne Schlüs­sel. Der Nach­teil: Mit spe­zi­el­len Ge­rä­ten, so­ge­nann­ten Funk­stre­cken­ver­län­ge­rern, lässt sich die Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Au­to­schlüs­sel und Bord­elek­tro­nik be­lau­schen, weil die Schlüs­sel die­ser Fahr­zeu­ge dau­er­haft Si­gna­le an das Au­to sen­den. Au­to­die­be ma­chen sich das zu nut­ze. „Auch aus ein Dut­zen­den Me­tern Ent­fer­nung kön­nen sie die Si­gna­le mit ei­nem Scan­ner ab­fan­gen, das da­zu­ge­hö­ri­ge Fahr­zeug öff­nen und es star­ten“, sagt Po­li­zei­spre­cher An­dré Puiu. Ha­ben die Tä­ter ih­re Beu­te an ei­nen si­che­ren Ort ge­bracht, kön­nen sie dort über wei­te­re Spe­zi­al­werk­zeu­ge Nach­schlüs­sel co­die­ren.

An­fang des Jah­res hat Han­no­vers Po­li­zei ei­ne Er­mitt­lungs­grup­pe Kfz ge­bil­det – die muss sich im­mer häu­fi­ger mit der neu­en Ma­sche be­schäf­ti­gen. En­de Ja­nu­ar wur­de in Alt­warm­bü­chen ein BMW X6 im Wert von rund 51 000 Eu­ro ge­stoh­len. In der Nacht zu Don­ners­tag wur­den in Isern­ha­gen-Süd zwei hoch­wer­ti­ge Fahr­zeu­ge, die bei­de mit der Key­less-Go-Tech­nik aus­ge­stat­tet wa­ren, ent­wen­det. Die Tä­ter stah­len ei­nen Mer­ce­des GLE im Wert von 95 000 Eu­ro so­wie ei­nen Mer­ce­des S 350 im Wert von 65 000 Eu­ro. „Ob die Die­be in die­sen Fäl­len tat­säch­lich die Si­gna­le der Schlüs­sel aus­ge­le­sen ha­ben, kön­nen wir erst sa­gen, wenn wir die Fahr­zeu­ge wie­der­ge­fun­den ha­ben“, sagt Be­hör­den­spre­cher Puiu.

Sonn­tag mehr In­fos: Die Schwach­stel­len der Key­less-Go-Tech­nik ge­hö­ren zu den Schwer­punkt­the­men beim Tag der of­fe­nen Tür der Po­li­zei­di­rek­ti­on Han­no­ver am Sonn­tag. Zwi­schen 11 und 17 Uhr sind Be­su­cher auf dem Ge­län­de an der Wa­ter­loo­stra­ße will­kom­men, die Teil­nah­me ist kos­ten­los.

Der bes­te Schutz ist, die Tech­nik nicht zu nut­zen. Mit­tei­lung der Po­li­zei­di­rek­ti­on Han­no­ver

Ri­si­ko Key­less-Go: Weil Die­be das Sys­tem kna­cken, emp­fielt die Po­li­zei Schüs­sel­hül­len (re.), die den Funk­kon­takt ab­schir­men. Zum Öff­nen und Star­ten des Wa­gens muss der Fah­rer den Schlüs­sel aber aus dem Etui ho­len – was al­ler­dings nicht mehr „Key­less“ist.

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