Neue Stars ge­sucht:

Mous­se t. mischt jetzt in der Ju­ry von DSDS mit

Hannoversche Allgemeine - - VORDERSEITE - VON VOL­KER WIEDERSHEIM

Der han­no­ver­sche Hit­pro­du­zent Mous­se T. mischt bei der neu­en Staf­fel von „Deutsch­land sucht den Su­per­star“(DSDS) mit. Ab so­fort ist er Mit­glied in der Ju­ry um Die­ter Boh­len, die für den Sen­der RTL 2018 Ta­len­te – und sol­che, die sich da­für hal­ten – ins Ram­pen­licht brin­gen und Quo­te ma­chen soll.

RTL hat am spä­ten Mitt­woch­abend die neue DSDS-Ju­ry vor­ge­stellt. In der sitzt an der Sei­te von Cas­ting-Kö­nig Die­ter Boh­len (Mo­dern Tal­king) auch der Han­no­ve­ra­ner Mous­se T., bür­ger­lich Musta­fa Gün­dog­du, der auf dem Ex­po-Ge­län­de im frü­he­ren bel­gi­schen Pa­vil­lon das Stu­dio Pep­per­mint Park be­treibt. Mous­se T.s größ­te Er­fol­ge sind bis­lang die Welt­hits „Hor­ny“und „Sex­bomb“, den er Tom Jo­nes auf den Leib schrieb. Au­ßer­dem in der Ju­ry: Glas­per­len­spiel-Sän­ge­rin Ca­ro­lin Niemc­zyk („Ich wünsch’ dir noch ein gei­les Le­ben ...“) und Schla­ger/Mu­si­cal-Stern­chen El­la End­lich.

Ers­ter Ju­ry-Ein­satz am Sonn­tag Schon am Sonn­tag tritt Mous­se T. den Job an. Wäh­rend die Nie­der­sach­sen ei­nen neu­en Land­tag wäh­len, sitzt der Mu­si­ker bei den ers­ten Auf­zeich­nun­gen der Ju­ry-Cas­tings für die 15. DSDS-Staf­fel in Frank­furt im Stu­dio vor der Ka­me­ra. Aus­ge­strahlt wird die neue Staf­fel al­ler­dings erst An­fang 2018.

DSDS hat dem Sen­der RTL an­fangs gi­gan­ti­sche Quo­ten ge­bracht. Teils, weil tat­säch­lich be­mer­kens­wer­te Ta­len­te ein Büh­ne er­hiel­ten (To­bi­as Reg­ner, Bea­tri­ce Eg­li), teils weil die Selbst­ent­blö­dung und Selbst­ent­blö­ßung von Möch­te­gernPop­stars (Da­ni­el Küb­lböck, Me­no­win Fröh­lich, Pie­tro Lom­bar­di) und vor al­lem Boh­lens Ur­tei­le weit jen­seits der Ge­schmacks­gren­zen zu­vor nicht ge­se­he­nes Spek­ta­kel bo­ten. Der Sie­ger der jüngs­ten und 14. Staf­fel heißt Alp­hon­so Wil­li­ams – und ist schon so gut wie in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten.

Passt Mous­se T. über­haupt zu DSDS? Der Han­no­ve­ra­ner, ge­ra­de 51 Jah­re alt ge­wor­den, hat als Re­mi­xer be­kann­te Hits von Pop-Grö­ßen wie Micha­el Jack­son für die Tanz­flä­che auf­ge­motzt, er war als ers­ter Eu­ro­pä­er über­haupt für den Re­mix-Gram­my no­mi­niert (1998, be­kom­men hat ihn dann Fran­kie Knuck­les, der „God­fa­ther of Hou­se“aus De­troit). Doch die ganz gro­ßen Kra­cher blie­ben da­nach aus. Un­ter­des­sen hat sich das „neue Al­bum“von Mous­se T. in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu ei­nem Run­ning Gag der han­no­ver­schen Sze­ne ent­wi­ckelt. Ge­spro­chen wur­de dar­über im­mer wie­der, aber es gibt Par­al­le­len zu Micha­el En­des „Unend­li­cher Ge­schich­te“– es ist näm­lich ir­gend­wie im­mer noch nicht in Sicht. Mous­se T.: „Songs sind fer­tig. Es hat sich al­les we­gen Un­stim­mig­kei­ten mit mei­ner letz­ten Plat­ten­fir­ma ver­zö­gert.“Der­weil jet­tet Mous­se T. als be­gehr­ter und durch­aus gut be­zahl­ter Disc­jo­ckey durch die Re­pu­blik und um den Glo­bus und fin­det ab und an Zeit, in Han­no­ver bei Wirt Fer­ry Ghods im Club Mon­keys am Rasch­platz Plat­ten auf­zu­le­gen. Da­bei hat er sein Image als nicht nur mu­si­ka­lisch stil- und ge­schmacks­si­che­rer Dis­co-Dan­dy ge­pflegt. Berührungsängste mit Boh­lens Sen­dung hat er über­haupt nicht. „Wer mich und mei­ne Kar­rie­re kennt, weiß, dass ich ganz gern mal was Neu­es aus­pro­bie­re“, sagt Mous­se T. Au­ßer­dem wer­de ein ge­wis­se Be­gra­di­gung der Sen­dung an­ge­strebt und die „Ernst­haf­tig­keit im Be­zug auf Mu­sik und das Fin­den von ein­zig­ar­ti­gen Ta­len­ten in den Vor­der­grund“ge­rückt.

Die ers­ten Kom­men­ta­re aus der han­no­ver­schen Sze­ne, nach­zu­le­sen in so­zia­len Me­di­en, sind denn auch – sa­gen wir mal: di­vers. End­lich mal ei­ner mit Ah­nung von Mu­sik in der Ju­ry, heißt es da et­wa. Aber eben auch schlicht „Hm“(von Fu­ry-Key­boar­der Gero Dr­nek).

Viel­leicht hat das DSDS-En­ga­ge­ment von Mous­se T. aber auch für die, die sich die Sen­dung nicht an­tun, ei­nen will­kom­me­nen Ne­ben­ef­fekt. Die Ju­ro­ren, zu­mal im Früh­herbst ih­rer ei­ge­nen Kar­rie­ren, ge­nie­ßen an Boh­lens Sei­te ei­nen ge­wis­sen Auf­merk­sam­keits­zu­wachs. Und der lässt sich in ba­re Mün­ze um­set­zen ... wenn man bei­spiels­wei­se ge­ra­de ein neu­es Al­bum auf den Markt brin­gen will. Al­so, wie wär’s, Mous­se T.? „Tat­säch­lich ist es ei­ne Ge­le­gen­heit“, sagt der Han­no­ve­ra­ner.

Fo­tos: Ar­chiv, rtL

Fesch mit Trash? Mu­sik­pro­du­zent und DJ Mous­se T. (oben) steigt bei der RTL-Cas­ting­show ein. Mit der Fo­to-Kom­bo be­wirbt der Sen­der das Ju­ry-Quar­tett mit Glas­per­len­spiel-Sän­ge­rin Ca­ro­lin Niemc­zyk (v. l.), Mous­se T., El­la End­lich und Die­ter Boh­len.

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