VW vor Etap­pen­sieg?

Hannoversche Allgemeine - - WIRTSCHAFT - Von Chris­tikn Wöl9ert

Seit sie­ben Jah­ren kämp­fen Ak­tio­nä­re nun schon um Mil­li­ar­den-Scha­dens­er­satz von Por­sche und Volks­wa­gen we­gen der spek­ta­ku­lä­ren Über­nah­me­schlacht zwi­schen den bei­den Kon­zer­nen. Zu­erst klag­ten sie in den USA, wo die Ge­rich­te sich aber für un­zu­stän­dig er­klär­ten, dann in Stutt­gart, da­nach in Braun­schweig – nir­gends ge­lang ih­nen ein Durch­bruch.

Nach den An­deu­tun­gen der Rich­ter in Han­no­ver scheint das auch hier un­wahr­schein­lich. Für VW wä­re es ein wich­ti­ger Etap­pen­sieg. Mil­li­ar­den­be­las­tun­gen wür­den die Wolfs­bur­ger bei der Auf­hol­jagd in Rich­tung E-Mo­bi­li­tät er­neut zu­rück­wer­fen. Zu­mal der Die­sel-Skan­dal auch noch nicht aus­ge­stan­den ist. Die Klä­ger­sei­te re­agier­te ges­tern auf­fal­lend gif­tig, in­dem sie den Rich­tern vor­warf, ent­we­der be­fan­gen oder in­kom­pe­tent zu sein. Al­ler­dings ste­hen die Rich­ter nicht al­lein mit ih­rer vor­läu­fi­gen Ein­schät­zung. Ein auf­wen­di­ger Straf­pro­zess in Stutt­gart ent­las­te­te die da­mals bei Por­sche ver­ant­wort­li­chen Ma­na­ger. Da­bei stan­den die­sel­ben Streit­fra­gen im Mit­tel­punkt wie nun in Han­no­ver.

In ei­nem Punkt herrscht Ei­nig­keit zwi­schen den Klä­gern und den Au­to­kon­zer­nen: Bei­de Sei­ten hal­ten das in Han­no­ver an­ge­wand­te Ver­fah­ren für sinn­voll und glau­ben, dass es die Ent­schei­dung be­schleu­nigt. Als Mus­ter­ver­fah­ren führt der Pro­zess zu ver­bind­li­chen Leit­li­ni­en für Dut­zen­de Kla­gen an an­de­ren Ge­rich­ten. Lei­der sind Mus­ter­kla­gen nur für Ak­tio­nä­re mög­lich. Für Ver­brau­cher wä­ren sie aber noch wich­ti­ger. Im Bun­des­tags­wahl­kampf zeig­ten sich plötz­lich auch CDU und CSU be­reit für Ver­brau­cher-Sam­mel­kla­gen. Bleibt zu hof­fen, dass die Par­tei­en sich nun auch noch dar­an er­in­nern.

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