Kur­zes Glück

Hannoversche Allgemeine - - FINANZEN -

Das soll nun al­so ei­ne wich­ti­ge Mar­ke sein. „Psy­cho­lo­gisch wich­tig“, wie man­che nicht oft ge­nug be­to­nen kön­nen. Die An­le­ger­psy­che hat der Dax-Hüp­fer über die 13 000 Punk­te höchs­tens ver­un­si­chert, denn es war nichts mit dem von man­chen Ex­per­ten vor­aus­ge­sag­ten Wei­ter­flug Rich­tung 13 200. Das Glück währ­te nur we­ni­ge Mi­nu­ten am Nach­mit­tag, dann fiel der In­dex wie­der auf sei­nen mor­gend­li­chen Start­punkt zu­rück. Die Op­ti­mis­ten ge­ben al­ler­dings nicht auf: Die en­ge Han­dels­span­ne der ver­gan­ge­nen Ta­ge deu­te dar­auf hin, „dass der end­gül­ti­ge Aus­bruch über 13 000 Punk­te in den kom­men­den Ta­gen recht dy­na­misch ver­lau­fen könn­te“, glaubt Jo­chen Stanzl von CMC Mar­kets. Dy­na­mi­sche Aus­brü­che sind der­zeit eher beim Bit­co­in zu be­ob­ach­ten, der um gut 10 Pro­zent auf 5300 Dol­lar stieg. Spe­ku­la­ti­ves hat Kon­junk­tur – kein all­zu gu­tes Zei­chen.

Für man­che war es trotz­dem ein gro­ßer Tag. Luft­han­sa-Chef Cars­ten Sp­ohr ge­hört da­zu, der nun end­lich am (Zwi­schen-)Ziel ist: die Pi­lo­ten ta­rif­tech­nisch be­frie­det, Air Ber­lin plei­te, die brauch­ba­ren Tei­le bei der Luft­han­sa. Es ist, wie ein sen­si­bles Händ­ler­ge­müt fest­stell­te, „fast zu schön, um wahr zu sein“. Zum Glück ist die Bör­se nicht für die ewi­gen Wahr­hei­ten zu­stän­dig, ihr ge­nügt die Mo­ment­auf­nah­me. Sie zeig­te bei Bör­sen­schluss ei­ne 2-pro­zen­ti­ge Kurs­stei­ge­rung der Luft­han­sa-Ak­tie, die sich nun über 25 Eu­ro be­wegt. Be­denkt man, dass es vor ei­nem Jahr kei­ne 10 Eu­ro wa­ren, sind das schwin­del­er­re­gen­de Hö­hen. Apro­pos schwin­del­er­re­gend: Die Air-Ber­lin-Ak­tie ver­dop­pel­te zeit­wei­se ih­ren Wert und schloss im­mer­hin noch mit 43 Pro­zent im Plus – bei 23 Cent. Das ist nach gän­gi­gen Maß­stä­ben ei­ni­ger­ma­ßen ir­re, weil die Luft­han­sa nicht das Plei­te­un­ter­neh­men oder sei­ne Ak­ti­en kauft, son­dern Flug­zeu­ge und Stre­cken. Das Geld geht an die Gläu­bi­ger und wird rück­stands­frei ver­damp­fen, be­vor es Ak­ti­en­be­sit­zer er­rei­chen könn­te. Air Ber­lin ist plei­te und bleibt es. Bis das der Letz­te be­grif­fen hat, lie­fern sich die Ab­ge­zock­te­ren aber noch ein Rat­ten­ren­nen: Ges­tern konn­te man um 12 Uhr für 25 Cent kau­fen und um 13 Uhr bei 35 Cent aus­stei­gen – 40 Pro­zent in ei­ner St­un­de sind nicht so schlecht. Wer in die­sem Spiel­chen nicht das Ka­no­nen­fut­ter sein will, bleibt bes­ser weg.

Lan­ge nichts von T-Mo­bi­le US ge­hört. Das spricht da­für, dass die Fu­si­ons­ge­sprä­che mit Sprint tat­säch­lich ernst­haft be­trie­ben wer­den. An­ge­sichts ei­nes rou­ti­nier­ten und stre­cken­wei­se müh­sa­men Eu­ro­pa-Ge­schäfts sind sie der we­sent­li­che Kurstrei­ber der Deut­schen Te­le­kom. Doch laut Me­dien­be­rich­ten sto­ßen die Plä­ne bei den US-Be­hör­den auf Wi­der­stand, was man sich bei der der­zei­ti­gen Stim­mungs­la­ge dort gut vor­stel­len kann. Die Te­le­kom büß­te folg­lich 1,4 Pro­zent ein.

FO­TO: DPA

Man muss auch mal bö­se Mie­ne zum gu­ten Spiel ma­chen. So kann Me­tro-Chef Olaf Koch dar­auf ver­wei­sen, dass die Ge­sprä­che mit Wla­di­mir Pu­tin kein Spaß ge­we­sen sei­en. Ei­ne Wirt­schafts­de­le­ga­ti­on un­ter Lei­tung des Ost­aus­schuss­Vor­sit­zen­den Wolf­gang Bü­che­le hat­te am Don­ners­tag in Sot­schi ihr jähr­li­ches Tref­fen mit dem rus­si­schen Prä­si­den­ten. Man ist sich ei­nig dar­in, die Wirt­schafts­be­zie­hun­gen aus­zu­bau­en – muss da­bei aber un­fall­frei an den EU-Sank­tio­nen we­gen des Ukrai­ne-Kon­flikts vor­bei­kom­men.

WIRTSCHAFTSREDAKTION

Ste­fan Win­ter

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