Im­mer schön die Ru­he be­wah­ren!

Der kri­seln­de 1. FC Köln muss heu­te beim VfB Stutt­gart end­lich punk­ten – Ver­ant­wort­li­che ge­las­sen

Hannoversche Allgemeine - - SPORT -

Köln. Un­ru­he sieht wahr­lich an­ders aus. Ob­wohl der 1. FC Köln in die­ser Sai­son noch nicht ein Bun­des­li­ga­spiel ge­won­nen hat, herrscht (noch) nicht die all­ge­mein üb­li­che Hek­tik, die man in sol­chen Si­tua­tio­nen aus der Bun­des­li­ga kennt. Trai­ner Pe­ter Stö­ger, der in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so un­ge­mein er­folg­reich mit dem „Eff­zeh“war und ihn so­gar in die Eu­ro­pa Le­ague ge­führt hat, sitzt fest im Sat­tel. „Es hat den un­schätz­ba­ren Vor­teil, dass Trai­ner und Spie­ler in Ru­he ar­bei­ten kön­nen“, sag­te Köln-Ma­na­ger Jörg Schmadt­ke dem „Ki­cker“. „Es gibt un­heim­lich vie­le Punk­te, die für die­se Mann­schaft spre­chen.“

Aber auch vie­le, die da­ge­gen spre­chen: Stö­gers Team ist an Harm­lo­sig­keit kaum zu über­bie­ten. Ge­ra­de ein­mal zwei Tref­fer ha­ben die Köl­ner bis­her er­zielt. Re­kord­neu­zu­gang Jhon Cordo­ba (kam vor der Sai­son für 17 Mil­lio­nen Eu­ro aus Mainz) traf noch gar nicht und fehlt vor­erst ver­letzt. Des­halb hol­te Schmadt­ke vor der Län­der­spiel­pau­se den in­zwi­schen 39-jäh­ri­gen Clau­dio Pi­zar­ro, der prompt sein De­büt ge­gen Leip­zig gab und heu­te ge­gen den VfB Stutt­gart (20.30 Uhr) wie­der zum Ka­der ge­hört.

Trotz der ers­ten grö­ße­ren sport­li­chen Kri­se in vier Jah­ren ist Stö­ger von sei­nem Team über­zeugt. „In mei­nen Au­gen ist es im­mer noch top, was sie ab­lie­fern wol­len, vor al­len Din­gen in Sa­chen En­ga­ge­ment.“Na klar, gibt er zu, al­le ar­bei­te­ten der­zeit „ein biss­chen un­ter dem Li­mit. Das ist für al­le neu, und jetzt sind wir auf dem Weg, uns zu­recht­zu­fin­den, die Si­tua­ti­on an­zu­neh­men“, wie er kürz­lich bei RTL Ni­tro sag­te. Der FC ist mit ei­nem Punkt aus sie­ben Li­ga-Spie­len Ta­bel­len­letz­ter. Bei ei­ner wei­te­ren Plei­te wä­re er seit Grün­dung der Bun­des­li­ga noch schlech­ter als der 1. FC Saar­brü­cken, der 1963 nach acht Spiel­ta­gen eben­falls nur ei­nen Punkt hat­te, aber die bes­se­re Tor­dif­fe­renz.

„Klar, wir brau­chen Punk­te“, sag­te Stö­ger am Don­ners­tag. Es sei ein bri­san­tes Du­ell. „Das sieht man an der Ta­bel­le. Wir möch­ten in Schlagdis­tanz kom­men und den Ab­stand zu den Plät­zen vor uns nicht zu groß wer­den las­sen.“Die Par­tie in Stutt­gart und das Heim­spiel am 22. Ok­to­ber ge­gen Bre­men sind für ihn des­halb „zwei to­tal ent­schei­den­de Spie­le“.

In sei­ner Hei­mat wird Stö­ger be­reits als ei­ner von meh­re­ren Kan­di­da­ten für den Na­tio­nal­trai­ner­job ge­han­delt, nach­dem Ös­ter­reich ge­ra­de die WM ver­passt hat. Aber in Köln auf­ge­ben gilt nicht. „Das macht man nicht“, sagt Stö­ger. „Das wä­re un­mo­ra­lisch, fahr­läs­sig und ego­is­tisch.“So bleibt das Mot­to: Nur die Ru­he be­wah­ren!

FO­TO: DPA

Blickt ent­spannt in die Zu­kunft: Kölns Trai­ner Pe­ter Stö­ger.

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