Fest­tag für den Vor­zei­ge­kämp­fer

Wenn es so rich­tig hoch her­geht, fühlt sich Mar­vin Ba­ka­lo­rz am wohls­ten. Ty­pen wie ihn braucht Han­no­ver 96 mor­gen im Heim­spiel ge­gen Frank­furt ganz be­son­ders.

Hannoversche Allgemeine - - SPORT - Von Chris­ti­an Purbs

Han­no­ver. Ih­ren Ruf als lau­ni­sche Di­va vom Main hat sich Ein­tracht Frank­furt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wahr­lich ver­dient. Da hilft auch kein Blick auf die Ta­bel­le oder die Form am ver­gan­ge­nen Spiel­tag, denn beim nächs­ten Spiel kann bei den Hes­sen al­les schon ganz an­ders sein. Und doch gibt es et­was, wor­auf sich die Mann­schaft von Han­no­ver 96 im mor­gi­gen Heim­spiel ge­gen die Ein­tracht (An­pfiff in der HDI-Are­na ist um 15.30 Uhr) ga­ran­tiert ver­las­sen kann: Es wird ein har­tes Stück Ar­beit ge­gen ei­nen ex­trem un­be­que­men Geg­ner. Der ehe­ma­li­ge Frank­fur­ter Pir­min Sch­weg­ler hat da­für den Be­griff vom Ab­nut­zungs­kampf be­nutzt, was der Sa­che schon ziem­lich nah kom­men dürf­te. „Die Frank­fur­ter sind sehr schwie­rig zu be­spie­len, weil sie ex­trem de­fen­siv- und zwei­kampf­stark sind“, sagt der 96-Pro­fi. Auch An­dré Brei­ten­rei­ter ord­net den Geg­ner, der mit „viel Kö­per­kon­takt spielt“, als „un­an­ge­nehm“ein, was durch­aus als Kom­pli­ment ge­meint ist. „Wenn bei­de Mann­schaf­ten im De­fen­siv­ver­hal­ten sta­bil sind, dann brau­chen wir Ge­duld und müs­sen Zwei­kämp­fe ge­win­nen“, sagt der 96-Trai­ner. Und da­für braucht es Spie­ler, die da­ge­gen­hal­ten kön­nen und sich nicht den Schneid ab­kau­fen las­sen. „Die Ein­tracht hat Ty­pen in der Mann­schaft, die weh­tun kön­nen“, sagt Sch­weg­ler. Aber die hat 96 auch. Al­len vor­an Mar­vin Ba­ka­lo­rz. Der Mit­tel­feld­spie­ler geht kei­nem Zwei­kampf aus dem Weg und ist meis­tens da zu fin­den, wo es rummst. Spie­le ge­gen Mann­schaf­ten wie Frank­furt sind klei­ne Fest­ta­ge für den 28-jäh­ri­gen Vor­zei­ge­kämp­fer der Ro­ten.

„Dass er viel Men­ta­li­tät und ein gro­ßes Kämp­fer­herz hat, ist be­kannt. Das sind sei­ne gro­ßen Stär­ken. Aber er ist auch ein gu­ter Fuß­bal­ler. Er war schon zu Pa­der­bor­ner Zei­ten ein wich­ti­ger Be­stand­teil der Mann­schaft und hat sich seit­dem wei­ter­ent­wi­ckelt“, sagt Brei­ten­rei­ter. Wirk­te das Spiel von Ba­ka­lo­rz in der ver­gan­ge­nen Zweit­li­ga­sai­son oft­mals höl­zern, so be­ein­druckt er in der Bun­des­li­ga auch im spie­le­ri­schen Be­reich mit ei­ner Leis­tung, die ihm nicht vie­le zu­ge­traut ha­ben. „Er wird im­mer ru­hi­ger bei Ball­be­sitz, geht ak­ti­ver zum Tor und kommt zum Ab­schluss“, sagt Brei­ten­rei­ter.

Zu­sätz­li­che Qua­li­tä­ten, die auch ein Grund da­für sind, dass Ba­ka­lo­rz sei­nen Stamm­platz im de­fen­si­ven Mit­tel­feld an der Sei­te von Sch­weg­ler zur­zeit si­cher hat. Le­dig­lich beim Sai­son­start in Mainz saß er beim An­pfiff auf der Bank. In den Spie­len da­nach war er ge­setzt und mach­te vie­les rich­tig und gut, nur ein Tor ist Ba­ka­lo­rz schon lan­ge nicht mehr ge­lun­gen. Den Tref­fer von Jo­na­thas beim 1:0-Sieg ge­gen Schal­ke 04 be­rei­te­te er her­aus­ra­gend vor, sein letz­ter ei­ge­ner Tor­ju­bel ist je­doch schon ei­ne Wei­le her: Im Tri­kot des SC Pa­der­born traf er En­de April 2016 beim 1:1 in Hei­den­heim. „Es wä­re Zeit, dass er auch mal ein Tor er­zielt. Da war­tet er schon lan­ge drauf“, sagt Trai­ner Brei­ten­rei­ter.

Das gel­te je­doch auch für vie­le an­de­re 96-Pro­fis. „Wir brau­chen mehr Spie­ler, die tor­ge­fähr­lich wer­den. Im Grun­de ver­las­sen wir uns im Mo­ment auf Mar­tin Har­nik“, sagt der 96-Coach.

Ty­pen sind mor­gen ge­fragt. Vor­ne wie hin­ten.

FO­TO: IMA­GO

Kann nicht nur kämp­fen, son­dern auch Ha­cke, Spit­ze, eins, zwei, drei: 96-Mit­tel­feld­spie­ler Mar­vin Ba­ka­lo­rz hat auch ge­gen Ein­tracht Frank­furt sei­nen Stamm­platz si­cher.

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