Mut­maß­li­cher Kin­der­mör­der in Spa­ni­en ver­haf­tet

Va­ter soll sei­ner zwei­jäh­ri­gen Toch­ter in Ham­burg die Keh­le durch­ge­schnit­ten ha­ben

Hannoversche Allgemeine - - VORDERSEITE - Von Chris Weck­werth

Die Po­li­zei hat ei­nen 33 Jah­re al­ten Mann ge­fasst, der sei­ne zwei Jah­re al­te Toch­ter in Ham­burg ge­tö­tet ha­ben soll. Der Va­ter wur­de am Sonn­tag in Spa­ni­en fest­ge­nom­men. Po­li­zis­ten hat­ten das Mäd­chen am Mon­tag ver­gan­ge­ner Wo­che tot in der Woh­nung ge­fun­den.

Ham­burg. Nach dem Mord an ei­ner Zwei­jäh­ri­gen in Ham­burg ist der tat­ver­däch­ti­ge Va­ter in Spa­ni­en ge­fasst wor­den. Der Mann sei am Sonn­tag­mit­tag in der Re­gi­on San Se­bas­tián ver­haf­tet wor­den, teil­te die Po­li­zei mit. Den bis­he­ri­gen Er­kennt­nis­sen zu­fol­ge führ­te die Flucht des 33-Jäh­ri­gen über Frank­reich nach Spa­ni­en. Sei­ne Toch­ter war am ver­gan­ge­nen Mon­tag an ei­ner Schnitt­ver­let­zung am Hals ge­stor­ben.

Ei­ner Mit­tei­lung der Po­li­zei zu­fol­ge ar­bei­te­ten die deut­schen Er­mitt­lungs­be­hör­den eng mit de­nen in Frank­reich und Spa­ni­en zu­sam­men. Er konn­te da­her gut ei­ne Wo­che nach der Tat in der nord­spa­ni­schen Re­gi­on na­he der fran­zö­si­schen Gren­ze von spa­ni­schen Ziel­fahn­dern ver­haf­tet wer­den.

Po­li­zis­ten hat­ten das Kind tot in der Woh­nung der Fa­mi­lie im Stadt­teil Neu­gra­ben-Fisch­bek ge­fun­den. Die 32 Jah­re al­te Mut­ter war zu­vor zur Po­li­zei­wa­che ge­gan­gen, um ih­ren Mann we­gen Be­dro­hung an­zu­zei­gen. Als die Be­am­ten die Woh­nung be­tra­ten, ent­deck­ten sie die Zwei­jäh­ri­ge. Noch in der Nacht be­gann die Fahn­dung nach dem Va­ter.

Der 33-Jäh­ri­ge ist ein ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber aus Pa­kis­tan. Sein Asyl­an­trag aus Hes­sen war An­fang 2012 ab­ge­lehnt wor­den, er wur­de ge­dul­det.

Nach der Ge­burt des Mäd­chens durf­te der Pa­kis­ta­ner im Ja­nu­ar 2016 nach Ham­burg zie­hen. We­gen ei­nes so­ge­nann­ten Hän­ge­be­schlus­ses des Ver­wal­tungs­ge­richts durf­te der Mann auf­grund der fa­mi­liä­ren Bin- dung vo­r­erst nicht ab­ge­scho­ben wer­den.

Be­reits vor der Tat wa­ren Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen an­de­rer Vor­wür­fe ge­gen den Mann ein­ge­lei­tet wor­den, hat­te Ober­staats­an­wäl­tin Na­na From­bach ge­sagt. Da­bei ge­he es um ei­ne Kör­per­ver­let­zung, die sich ge­gen ei­nen Sohn der Mut­ter aus ei­ner frü­he­ren Be­zie­hung rich­te­te. Der Jun­ge ha­be kei­ne kör­per­li­chen Schä­den er­lit­ten. Zu­dem er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft we­gen des Ver­dachts ei­ner Be­dro­hung, die sich ge­gen die Ehe­frau ge­rich­tet ha­be.

Das Ju­gend­amt im Be­zirk Har­burg be­treu­te die Fa­mi­lie. Ei­ne ers­te Ak­ten­durch­sicht er­gab, dass zwei­mal das Wort Kin­des­wohl­ge­fähr­dung ge­fal­len sei, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Be­zirks­amts. Der Ver­dacht ha­be sich aber in bei­den Fäl­len nicht be­stä­tigt. Die Po­li­zei war nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers mehr­fach we­gen häus­li­cher Ge­walt ge­ru­fen wor­den. Ei­ne Nach­ba­rin hat­te den 33-Jäh­ri­gen als „hoch­ag­gres­siv“be­zeich­net.

Tat­ort Ham­burg: Knapp ei­ne Wo­che nach dem Mord an sei­ner Toch­ter wur­de der 33-jäh­ri­ge Va­ter in Nord­spa­ni­en fest­ge­nom­men.

FO­TO: DPA

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