Wel­che Da­ten woll­te die AfD?

Wir­bel um Vor­ga­ben für Jour­na­lis­ten

Hannoversche Allgemeine - - NIEDERSACHSEN & DER NORDEN - ran

Han­no­ver. Woll­te die Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD) sen­si­ble Da­ten von Jour­na­lis­ten ab­fra­gen, die über sie be­rich­ten? Bei ei­nem For­mu­lar, mit dem sich Re­por­ter für den Bun­des­par­tei­tag am 2. und 3. De­zem­ber in Han­no­ver an­mel­den kön­nen, hat­te die AfD of­fen­bar ei­ne Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung vor­ge­se­hen, die auf hef­ti­ge Kri­tik von Da­ten­schüt­zern stieß. Dar­auf­hin soll die Par­tei das For­mu­lar ge­än­dert ha­ben.

In der ur­sprüng­li­chen Ver­si­on des Ak­kre­di­tie­rungs­for­mu­lars soll­ten sich Jour­na­lis­ten nach In­for­ma­tio­nen der „Stutt­gar­ter Zei­tung“da­mit ein­ver­stan­den er­klä­ren, dass die Par­tei ne­ben per­so­nen­be­zo­ge­nen auch be­son­de­re Da­ten ge­mäß Pa­ra­graf 3, Ab­satz 9 des Bun­des­da­ten­schutz­ge­set­zes er­he­ben dür­fe. Dies sind laut Ge­set­zes­blatt „An­ga­ben über die ras­si­sche und eth­ni­sche Her­kunft, po­li­ti­sche Mei­nun­gen, re­li­giö­se oder phi­lo­so­phi­sche Über­zeu­gun­gen, Ge­werk­schafts­zu­ge­hö­rig­keit, Ge­sund­heit oder Se­xu­al­le­ben“.

Jour­na­lis­ten­ver­bän­de und Da­ten­schüt­zer kri­ti­sier­ten die An­for­de­rung der AfD. Der Staats­recht­ler und Rek­tor der Deut­schen Hoch­schu­le für Ver­wal­tungs­wis­sen­schaf­ten in Spey­er, Joa­chim Wie­land, be­zeich­ne­te die Ab­fra­ge der Par­tei im „Han­dels­blatt“als ver­fas­sungs­wid­rig.

Am Wo­che­n­en­de stell­te es die AfD so dar, als ha­be es sich noch nicht um das ei­gent­li­che For­mu­lar ge­han­delt. „Test­ver­si­on ge­löscht. Ab so­fort kön­nen Jour­na­lis­ten die of­fi­zi­el­le An­mel­deMas­ke auf un­se­rer Web­site nut­zen“, schrieb Par­tei­spre­cher Chris­ti­an Lüth im Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter.

Nun müs­sen Jour­na­lis­ten bei der An­mel­dung nur noch ih­ren Na­men, die E-Mail-Adres­se, die Num­mer des Pres­se­aus­wei­ses und das Me­di­um an­ge­ben, für das sie ar­bei­ten.

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