Zu we­nig Pro­fit: Aha will bei Müll­ab­fuhr Geld spa­ren

Trotz Ge­büh­ren­er­hö­hung 2017 er­wirt­schaf­tet der Ab­fall­wirt­schafts­be­trieb nicht ge­nug Ge­win­ne / Un­ter­neh­men muss Rück­la­gen für De­po­ni­en bil­den

Hannoversche Allgemeine - - VORDERSEITE - Von Ma­thi­as Klein

Aha bleibt der­zeit deut­lich hin­ter sei­nen Ge­winn­erwar­tun­gen zu­rück, des­halb denkt das Ab­fall­wirt­schafts­un­ter­neh­men über Ein­spa­run­gen beim Ser­vice nach. Das Un­ter­neh­men hat­te erst im ver­gan­ge­nen Jahr sei­ne Ge­büh­ren für Pri­vat­nut­zer er­höht.

Ob­wohl der Ab­fall­wirt­schafts­be­trieb Aha erst 2017 sei­ne Ge­büh­ren er­höht hat, bleibt das Un­ter­neh­men ak­tu­ell mit sei­nem Er­geb­nis hin­ter den ei­ge­nen Er­war­tun­gen zu­rück. In der Fol­ge wird nun nach Ein­spar­mög­lich­kei­ten im Ser­vice ge­sucht, denn er­neu­te Ge­büh­ren­er­hö­hun­gen sind erst wie­der im Jahr 2020 mög­lich.

Ei­gent­lich hat­te das Un­ter­neh­men für die Müll­ab­fuhr ei­nen Über­schuss von rund 10 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­plant, um da­mit ei­nen Puf­fer für Kos­ten­stei­ge­run­gen bil­den zu kön­nen. Al­ler­dings fällt der Über­schuss mit 2,8 Mil­lio­nen Eu­ro deut­lich be­schei­de­ner aus. Es müs­se jetzt dar­über nach­ge­dacht wer­den, wie ge­spart wer­den kön­ne, sag­te Aha-Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Schwarz am Don­ners­tag im An­schluss an ei­ne Sit­zung des Ab­fall­wirt­schafts­aus­schus­ses der Re­gi­on.

Wa­gen nur mit ei­nem Fah­rer Zu­letzt hat­te die Re­gi­ons­ver­samm­lung die Müll­ge­büh­ren ab dem Jahr 2017 um durch­schnitt­lich 14,5 Pro­zent er­höht. Spar­po­ten­zi­al gibt es nach An­ga­ben von Schwarz bei der Ab­ho­lung des Mülls. Wenn nicht mehr der ge­sam­te Müll in den ein­zel­nen Städ­ten und Ge­mein­den an ei­nem Tag ab­ge­holt wer­den wür­de, könn­te das die Kos­ten sen­ken. Ei­ne an­de­re Mög­lich­kei­ten wä­re, Wa­gen nur noch mit ei­nem Fah­rer los­zu­schi­cken. Die Ton­nen wür­den mit ei­ner He­be­vor­rich­tung ent­leert, oh­ne dass der Mit­ar­bei­ter aus­stei­gen müss­te.

Als Grund für den Ein­bruch beim Er­geb­nis gibt Schwarz un­er­war­tet ho­he Per­so­nal­kos­ten und Schwie­rig­kei­ten beim Auf­bau von Rück­la­gen für die drei Müll­de­po­ni­en in Han­no­ver-La­he, Burgdorf und Wun­stor­fKo­len­feld an. Durch die nied­ri­gen Zin­sen kön­ne das nö­ti­ge Ver­mö­gen nicht so kom­for­ta­bel an­ge­spart wer­den, mein­te er. Des­halb sei­en die Auf­wen­dun­gen für die De­po­ni­en­ach­sor­ge 5 Mil­lio­nen Eu­ro hö­her als zu­nächst ein­ge­plant.

Nach ei­nem Ex­per­ten­gut­ach­ten sind für die drei De­po­ni­en bis zum Jahr 2071 ins­ge­samt 583 Mil­lio­nen Eu­ro nö­tig, zum Bei­spiel für Ent­ga­sungs­an­la­gen oder neue Klär­an­la­gen­tech­nik. Al­lein die Ab­de­ckung der De­po­nie in Burgdorf kos­te 18 Mil­lio­nen Eu­ro.

Nicht ein­ge­plan­te Per­so­nal­kos­ten im ver­gan­ge­nen Jahr in Hö­he von rund 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro hät­ten mit dem zu­sätz­li­chen Ser­vice von Aha zu tun. Die rund 50 Mit­ar­bei­ter sei­en

Nur 2,8 Mil­lio­nen statt 10 Mil­lio­nen Eu­ro: Aha hat mit der Müll­ab­fuhr nicht ge­nug Ge­winn er­wirt­schaf­tet.

Mil­lio­nen Eu­ro un­ter an­de­rem mit der häu­fi­gen Um­be­stel­lung des Müll­vo­lu­mens der Kun­den be­schäf­tigt. Die­ser Ser­vice wer­de stark ge­nutzt und soll­te auf­recht­er­hal­ten wer­den, mein­te Schwarz.

„Es stellt sich die grund­sätz­li­che Fra­ge, ob wir das Geld an­spa­ren oder ob wir die Kos­ten un­se­ren Kin­dern auf­bür­den wol­len“, sag­te Schwarz nach der Sit­zung. Dar­über müs­se die Po­li­tik jetzt dis­ku­tie­ren.

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