Kli­ni­ken be­kla­gen In­ves­ti­ti­ons­stau

Mi­nis­te­rin Reimann ver­teilt 120 Mil­lio­nen Eu­ro, der Kran­ken­haus­ge­sell­schaft reicht das nicht

Hannoversche Allgemeine - - NIEDERSACHSEN & DER NORDEN - Von Micha­el B. Berger

Han­no­ver. Nie­der­sach­sens Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Ca­ro­la Reimann (SPD) hofft, dass die von Volks­wa­gen zu zah­len­de Mil­li­ar­den-Geld­bu­ße mög­li­cher­wei­se In­ve­ti­tio­nen in Kran­ken­häu­sern zu­gu­te­kommt. Die Nie­der­säch­si­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (NKG) mahnt ei­ne „spür­ba­re“Er­hö­hung der In­ves­ti­ti­ons­mit­tel an, Reimann will sich bei den an­ste­hen­den Haus­halts­be­ra­tun­gen der Lan­des­re­gie­rung für ei­ne Auf­sto­ckung ein­set­zen. „Das ist Ge­gen­stand der Ge­sprä­che, die ich jetzt mit dem Fi­nanz­mi­nis­ter ha­be“, sag­te die SPDPo­li­ti­ke­rin am Don­ners­tag in Han­no­ver.

Dort stell­te sie den jähr­li­chen In­ves­ti­ons­plan der Lan­des­re­gie­rung für die Kli­ni­ken vor. In die­sem Jahr sol­len 14 Groß­bau­vor­ha­ben mit ins­ge­samt 120 Mil­lio­nen Eu­ro be­dacht wer­den. Zu den größ­ten Vor­ha­ben zählt der Neu­bau des St.-Eli­sa­be­thKran­ken­hau­ses in Salz­git­ter, das erst ein­mal 13,1 Mil­lio­nen der ge­plan­ten 24,5 Mil­lio­nen Eu­ro er­hält. Dar­über hin­aus wur­de der Neu­bau der Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie in Gan­der­ke­see bei Bre­men be­wil­ligt. 2018 flie­ßen hier 14,2 Mil­lio­nen Eu­ro, 21,3 wer­den es ins­ge­samt sein. 14,3 Mil­lio­nen ge­hen in Um- und Neu­bau­maß­nah­men, die am Kin­der­kran­ken­haus auf der Bult in Han­no­ver ge­sche­hen sol­len, wo sich auch die Dia­ko­ve­re-Frau­en­kli­ni­ken Hen­ri­et­ten­stift und Frie­de­ri­ken­stift an­sie­deln.

Wäh­rend die Mi­nis­te­rin er­klär­te, die­ses Jahr zum ers­ten Mal al­le an­ge­mel­de­ten Bau­pro­jek­te be­dient zu ha­ben, üb­te der Di­rek­tor der Kran­ken­haus­ge­sell­schaft (NKG), Hel­ge En­gel­ke, Kri­tik. Der In­ves­ti­ti­ons­stau der Kli­ni­ken be­lau­fe sich im­mer noch auf min­des­tens 1,3 Mil­li­ar­den Eu­ro. Ent­täu­schend sei zu­dem, dass ein von der Vor­gän­ger­re­gie­rung auf­ge­leg­tes Son­der­ver­mö­gen noch nicht voll­stän­dig an die Kran­ken­häu­ser aus­ge­zahlt wor­den sei. „Die Zeit des Spa­rens muss be­en­det wer­den“, for­der­te En­gel­ke.

Kri­tik zu­rück­ge­wie­sen Mi­nis­te­rin Reimann ließ dies so nicht ste­hen. Wenn man al­le wün­schens­wer­ten Pro­jek­te zu­sam­men­le­ge, kom­me man auf die von der Kran­ken­haus­ge­sell­schaft ge­nann­ten 1,3 Mil­li­ar­den. „Nicht je­der Wunsch ist auch för­der­fä­hig“, sag­te die Mi­nis­te­rin. „Wir un­ter­stüt­zen ins­be­son­de­re da, wo Kran­ken­haus­trä­ger Stand­or­te zu­sam­men­le­gen oder Schwer­punk­te bil­den wol­len.“

Be­wil­ligt wor­den sei­en auch 1,9 Mil­lio­nen Eu­ro für die Er­rich­tung ei­ner Not­fall­auf­nah­me im Kran­ken­haus Wals­ro­de. Hier soll die Fach­ab­tei­lung Chir­ur­gie von Soltau nach Wals­ro­de ver­la­gert wer­den. Ob dies schon ei­ne Vor­ent­schei­dung für das Hei­de­kreis-Kli­ni­kum ist, das der­zeit über die zwei Stand­or­te Wals­ro­de und Soltau ver­teilt ist, woll­te die Mi­nis­te­rin nicht sa­gen. Das Hei­de­kreis-Kli­ni­kum soll ei­nen Neu­bau mit 345 Bet­ten er­hal­ten, das sei be­wil­ligt wor­den, sag­te Reimann.

Durch Zu­sam­men­le­gun­gen und In­sol­ven­zen ist die Zahl der Kli­ni­ken in Nie­der­sach­sen von 192 im Jahr 2012 auf der­zeit 174 zu­rück­ge­gan­gen. Reimann be­ton­te, man wol­le mög­lichst vie­le Kli­ni­ken er­hal­ten.

Auch das Kin­der­kran­ken­haus auf der Bult in Han­no­ver pro­fi­tiert von den Mil­lio­nen des Lan­des. FO­TO: DPA

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.