Gro­Ko will an Bei­trä­gen für Stra­ßen­aus­bau fest­hal­ten

CDU: Kos­ten könn­ten durch zins­lo­se Ra­ten­zah­lun­gen für Haus­be­sit­zer ab­ge­mil­dert wer­den / Bür­ger­initia­ti­ven kün­di­gen Pro­tes­te an

Hannoversche Allgemeine - - NIEDERSACHSEN & DER NORDEN - Von Mar­co Seng

Han­no­ver. Die Gro­ße Ko­ali­ti­on plant Än­de­run­gen bei den um­strit­te­nen Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­gen in Nie­der­sach­sen. SPD und CDU wol­len dar­über of­fen­bar noch in die­sem Jahr ent­schei­den. Doch es zeich­net sich be­reits ab, dass die Kom­mu­nen wei­ter­hin Bei­trä­ge für Stra­ßen­sa­nie­run­gen von den An­lie­gern er­he­ben dür­fen. Plä­ne für ei­ne Ab­schaf­fung schei­nen vor­erst vom Tisch. Die Bür­ger­initia­ti­ven wol­len jetzt den Druck auf die Re­gie­rung er­hö­hen.

„Wir wol­len uns in die­sem Jahr mit un­se­rem Ko­ali­ti­ons­part­ner ei­ni­gen“, sag­te CDU-Frak­ti­ons­vi­ze Uwe Schü­ne­mann am Frei­tag bei ei­ner CDU-Kon­fe­renz über die Zu­kunft der Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge in Han­no­ver. Die CDU-Land­tags­frak­ti­on sei der fes­ten Über­zeu­gung, dass es ein „Wei­ter so“nicht ge­ben kön­ne. Schü­ne­mann dämpf­te al­ler­dings die Hoff­nun­gen auf ei­ne Ab­schaf­fung. „Ich se­he da noch nicht die Lö­sung.“

Schü­ne­mann schlug statt­des­sen zins­lo­se Ra­ten­zah­lun­gen für be­trof­fe­ne Haus­be­sit­zer vor. Das sei aus Sicht der CDU-Frak­ti­on ein gu­ter Weg. Zu­dem müs­se man dar­über nach­den­ken, ein Stra­ßen­re­gis­ter ein­zu­füh­ren – um den Zu­stand der Stra­ßen trans­pa­rent do­ku­men­tie­ren zu kön­nen. Ei­ne Ei­ni­gung mit dem Ko­ali­ti­ons­part­ner SPD ge­be es noch nicht. Auch CDU-Frak­ti­ons­chef Dirk To­e­pffer hat am Frei­tag ei­ne Än­de­rung des Ab­ga­ben­ge­set­zes zu­guns­ten der An­lie­ger ge­for­dert. „Wir ha­ben fest­ge­stellt, dass Stra­ßen­aus­bau­bei­trags­sat­zun­gen oft­mals miss­braucht wer­den“, sag­te To­e­pffer. Kom­mu­nen lie­ßen Stra­ßen ver­fal­len, bis sie er­neu­ert wer­den müss­ten.

Die rund 40 Bür­ger­initia­ti­ven in Nie­der­sach­sen for­dern die er­satz­lo­se Strei­chung der Bei­trä­ge – wie in Bay­ern. Das wol­len auch FDP und Bund der Steu­er­zah­ler. „Die Stra­ßen sind öf­fent­li­ches Ei­gen­tum. Sie wur­den schon von den Bür­gern be­zahlt“, sag­te der Spre­cher der Bür­ger­initia­ti­ven, Niels Finn, bei der Kon­fe­renz. Die Kom­mu­nen wür­den vom Land er­mun­tert, Bei­trä­ge für et­was zu er­he­ben, was ih­re Pflicht sei: Stra­ßen zu er­hal­ten. „So wird Po­li­tik un­glaub­wür­dig.“Finn kün­dig­te mas­si­ve Pro­tes­te an. „Wir wer­den je­den Tag mehr. Wir mei­nen es ernst.“Die ge­plan­te Ab­schaf­fung der Bei­trä­ge in Han­no­ver nann­te er ei­nen „Mei­len­stein der Ge­schich­te“.

Der Prä­si­dent des nie­der­säch­si­schen Städ­te- und Ge­mein­de­bun­des, Mar­co Trips, warn­te da­vor, dass die Kom­mu­nen nicht mehr ge­nug Geld für den Stra­ßen­aus­bau hät­ten, wenn die Bei­trä­ge ab­ge­schafft wür­den. Er geht nicht da­von aus, dass das Land den Aus­fall er­set­zen könn­te. Ei­ne Ab­schaf­fung der Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge wür­de ei­ne Er­hö­hung der Grund­steu­er nach sich zie­hen.

Man­fred Länd­ner (CSU), Vor­sit­zen­der des baye­ri­schen In­nen­aus­schus­ses, riet den Nie­der­sach­sen, ei­ne mög­li­che Ab­schaf­fung gut vor­zu­be­rei­ten. „Am En­de weiß ich nicht, ob die Ab­schaf­fung der Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge für mehr Frie­den in den Ge­mein­den sorgt“, sag­te Länd­ner.

FO­TO: DA­NI­EL REIN­HARDT/DPA

Um­strit­te­ne Kos­ten: Das Land lässt wohl auch künf­tig zu, dass An­lie­ger bei der Stra­ßen­sa­nie­rung zur Kas­se ge­be­ten wer­den.

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