„Wir wer­den den Sumpf aus­trock­nen“

Hannoversche Allgemeine - - WIRTSCHAFT - Sen/top

Han­no­ver. Die CDU-Frak­ti­on im Land­tag will nach dem neu­en Skan­dal um Tier­quä­le­rei­en in ei­nem Schlacht­hof hart durch­grei­fen. „Tier­schutz­ver­stö­ße sind mit der CDU nicht zu ma­chen“, sag­te Frak­ti­ons­chef Dirk To­e­pffer am Frei­tag. „Wir wer­den den Sumpf aus­trock­nen.“To­e­pffer for­der­te mehr Per­so­nal für Kon­trol­len, Vi­deo­über­wa­chung in den Schlacht­hö­fen und ei­ne Ro­ta­ti­on der Amts­ve­te­ri­nä­re. „Wir müs­sen das gan­ze Sys­tem der Schlach­tung re­for­mie­ren.“

Mit­ar­bei­ter ei­nes Schlacht­hofs in Ol­den­burg sol­len Rin­der nicht fach­ge­recht be­täubt ha­ben, der Ver­ein Deut­sches Tier­schutz­bü­ro hat­te Sze­nen mit ver­steck­ter Ka­me­ra auf­ge­zeich­net. Die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt. Auch Nie­der­sach­sens Agrar­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Ot­te-Ki­nast (CDU) hat­te sich für ei­ne Vi­deo­über­wa­chung in al­len Schlacht­hö­fen aus­ge­spro­chen.

To­e­pffer hält es für ak­zep­ta­bel, dass die Fleisch­prei­se durch ei­ne stär­ke­re Über­wa­chung der Schlacht­hö­fe oder ei­ne bes­se­re Be­zah­lung der Mit­ar­bei­ter stei­gen wer­den. „Qua­li­tät kos­tet ih­ren Preis.“Es sei nicht Auf­ga­be der Po­li­tik, da­für zu sor­gen, dass Fleisch im­mer bil­li­ger wer­de. To­e­pffer geht da­von aus, dass die Bür­ger be­reit sind, hö­he­re Prei­se zu zah­len. Der CDU-Frak­ti­ons­chef plä­dier­te da­für, ins­ge­samt we­ni­ger Fleisch zu es­sen.

Un­ter­des­sen be­en­den im­mer mehr Kun­den ih­re Zu­sam­men­ar­beit mit dem Ol­den­bur­ger Schlacht­hof. Nach der Bün­ting-Grup­pe und Fros­ta ha­ben nach An­ga­ben des Deut­schen Tier­schutz­bü­ros auch die Han­dels­ket­ten Nor­ma, Lidl, Al­di Süd und Nord, der Ede­ka-Ver­bund und die Hit-Fri­sche-Märk­te aus Nord­rhein-West­fa­len die Ko­ope­ra­ti­on mit so­for­ti­ger Wir­kung ge­stoppt. Ei­ni­ge der Ket­ten, die nach ei­ge­nen Aus­sa­gen kei­ne Wa­re aus dem Schlacht­hof be­kom­men ha­ben, ha­ben ih­re Lie­fe­ran­ten auf­ge­for­dert, auch in Zu­kunft kei­ne Pro­duk­te des Be­triebs zu be­zie­hen.

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