Hal­le­lu­ja

Ich ha­be ge­hört, dass es ei­nen ge­hei­men Ak­kord gibt, den Da­vid spiel­te und der auch dem Herrn ge­fiel. Aber du in­ter­es­sierst dich nicht für Mu­sik, oder? Er geht so: Die Quar­te, die Quin­te Moll run­ter, Dur rauf. Der ver­blüff­te Kö­nig kom­po­nier­te Hal­le­lu­ja.

Happinez - - Dossier - Leo­nard Co­hen

Hal­le­lu­ja, hal­le­lu­ja Hal­le­lu­ja, hal­le­lu­ja

Dein Glau­be war stark, doch du brauch­test ei­nen Beweis. Dann sahst du sie auf dem Dach ba­den. Ih­re Schön­heit und das Mond­licht ha­ben dich ein­fach über­wäl­tigt. Sie fes­sel­te dich an ei­nen Kü­chen­stuhl. Sie zer­brach dei­ne Kro­ne und schnitt dir die Haa­re ab. Und sie ent­lock­te dei­nen Lip­pen das Hal­le­lu­ja. Hal­le­lu­ja … Lie­bes, ich war zu­vor schon mal hier. Ich ken­ne die­sen Raum, und ich ha­be die­sen Flur schon mal durch­quert. Ich leb­te al­lein, be­vor ich dich ken­nen­lern­te. Ich sah dei­ne Flag­ge am Tri­umph­bo­gen. Lie­be ist kein Sie­ges­zug, es ist ein kal­tes und ge­bro­che­nes Hal­le­lu­ja. Hal­le­lu­ja … Du sagst, ich wür­de den Na­men Got­tes miss­brau­chen, da­bei ken­ne ich den Na­men nicht ein­mal. Aber selbst wenn es so wä­re, was geht es dich ei­gent­lich an? In je­dem Wort strahlt ein strah­len­des Licht, es macht kei­nen Un­ter­schied, wel­ches du ge­hört hast: das hei­li­ge oder das zer­bro­che­ne Hal­le­lu­ja. Hal­le­lu­ja … Ich ha­be mein Bes­tes ge­ge­ben. Ich weiß, es war nicht viel. Ich war un­fä­hig zu füh­len, al­so ha­be ich ver­sucht zu be­rüh­ren. Ich sa­ge die Wahr­heit, ich bin nicht ge­kom­men, um dir was vor­zu­ma­chen. Und auch wenn al­les schief­ge­lau­fen ist, wer­de ich vor dem Herrn der Lie­der ste­hen mit nichts auf mei­nen Lip­pen als ei­nem Hal­le­lu­ja. Hal­le­lu­ja …

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