Ta­gen Zwi­schen zwei

Happinez - - Editorial - Herz­lichst Eu­re hap­pi­nez-Re­dak­ti­on

Wel­ches Glück ist das größ­te? Ist es Reich­tum, Ge­sund­heit, Lie­be oder Ruhm? Der wei­se Mann, dem die­se Fra­ge ge­stellt wur­de, muss­te nicht lan­ge nach­den­ken. Kei­nes von al­le­dem, ant­wor­te­te er. Das größ­te Glück, das wir er­rei­chen kön­nen, be­steht dar­in, kein Glück zu er­war­ten – weil wir zu­frie­den sind. Ein zu­frie­de­nes Herz ver­langt es nicht nach mehr Lie­be, Geld, Ge­sund­heit oder Ruhm. Ihm ge­nügt, was es hat. Mit an­de­ren Wor­ten: Wer zu­frie­den ist, hat das Ein­grei­fen des Glücks nicht nö­tig. Denn Glück – so ler­nen wir – ist et­was, was wir uns vor al­lem dann wün­schen, wenn wir un­zu­frie­den sind. Aber wenn ge­nau das der Fall ist? Wenn wir in uns die­se Un­ru­he ver­spü­ren, wenn der in­ne­re Frie­de ge­stört ist, wir al­so von Un­zu­frie­den­heit ge­plagt sind? Na­tür­lich be­steht jetzt die Mög­lich­keit, aufs Glück zu hof­fen. Das ist ei­ne Op­ti­on, im­mer­hin. Da­hin­ter steht der Wunsch, ei­ne äu­ße­re Kraft mö­ge un­ser Le­ben zum Bes­se­ren hin ver­än­dern – ein Lot­to­ge­winn zum Bei­spiel oder ei­ne neue Lie­be. Dumm ist nur, dass das Glück sei­ne Quo­ten hat, und Ge­win­ne nie­mals ga­ran­tiert wer­den. Da­bei geht es bei die­ser Glücks­sa­che ja im Kern um et­was ganz an­de­res. Das ent­schei­den­de Wort wur­de be­reits ge­nannt: VE­RÄN­DE­RUNG. Das ein­zi­ge Mit­tel, das bei chro­ni­scher oder aku­ter Un­zu­frie­den­heit hilft, ist die Ve­rän­de­rung. Und so sehr wir sie auch her­bei­seh­nen mö­gen, gibt es fast im­mer auch ei­ne Stim­me in uns, die sich da­ge­gen aus­spricht. Weil Ve­rän­de­rung stets auch Ge­fahr, Un­ge­wiss­heit und Ab­schied be­deu­tet. Was al­so tun? Die­se Fra­ge kann nur je­der selbst be­ant­wor­ten. Wir müs­sen ent­schei­den, was aus un­se­rem Le­ben wird. Das kann man als Bür­de be­trach­ten oder als ei­ne der größ­ten Ga­ben, die wir Men­schen er­hal­ten ha­ben. So ähn­lich sieht das auch ein an­de­rer wei­ser Mann, der Da­lai La­ma. Mit ei­nem Lä­cheln gibt er uns ei­nen nütz­li­chen Ge­dan­ken mit auf den Weg: „Es gibt nur zwei Ta­ge in dei­nem Le­ben, an de­nen du nichts än­dern kannst. Der ei­ne ist ges­tern, und der an­de­re ist mor­gen.“

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