Sü­ßer Schlaf – Ein sinn­li­ches Ein­schlaf­ri­tu­al

Du kommst wie rei­nes Glück …

Happinez - - Inhalt - Text Blan­che Ra­dom Fo­to je­ro­en­van­der­spek.com Sty­ling cyn fer­di­nan­dus Hair and ma­ke-up kat­ha­ri­na für hou­se of oran­ge

Wenn der Tag en­det, heißt es, die Un­ru­he und An­span­nung des All­tags ab­zu­strei­fen und die Nacht will­kom­men zu hei­ßen. Doch manch­mal fällt es un­se­rem Kör­per gar nicht so leicht, zur Ru­he zu fin­den. Mit ei­ni­gen sanf­ten Ri­tua­len kön­nen wir ihm in die­ser Über­gangs­zeit hel­fen…

„ Der Schlaf ist wie ei­ne Tau­be: Greift man nach ihr, fliegt sie da­von; hält man ge­dul­dig die Hand auf, kommt sie her­an.“Paul-an­toi­ne Dubois

Be­ge­ben wir uns mit den fol­gen­den Ein­schlaf­ri­tua­len auf die sanf­ten Schwin­gen der Nacht, las­sen uns em­por­tra­gen, fort in ei­ne ganz ei­ge­ne Welt. Dort sind ein­zig Kör­per, See­le und Zeit kost­bar. Un­ser Geist hin­ge­gen darf ru­hig ge­hen, er hat sein Werk er­füllt. Doch viel­leicht hal­ten wir noch fest an den Ge­dan­ken und Sor­gen des Ta­ges? Dann le­gen wir sie zu­vor ab, et­wa in ei­nem Ta­ge­buch oder ei­nem Ge­spräch, denn ins Land der Träu­me soll­ten wir mit leich­tem Ge­päck ent­schwin­den. So­dann kön­nen wir uns auf­ma­chen – und oft hal­ten die Träu­me die Lö­sung der Pro­ble­me des Ta­ges dann so­gar be­reit. Der Mo­ment des schrei­ben­den In­ne­hal­tens ist auch wun­der­bar, um uns noch ein­mal an die kost­ba­ren Mo­men­te des Ta­ges zu er­in­nern: Was hat mir Freu­de be­rei­tet? Was ha­be ich ge­lernt? Wer oder was hat mein Herz be­rührt? So rich­ten wir uns auf Dank­bar­keit und an­ge­neh­me Ge­füh­le aus – ein ers­ter, wich­ti­ger Schritt zur Ent­span­nung. Denn der Schlaf, so heißt es, be­ginnt im­mer et­was über der Er­de.

Ein­ge­bet­tet in woh­li­ge Düf­te

Stim­men wir nun un­se­re Sin­ne ein, in­dem wir aus ein­zel­nen an­ge­neh­men Ele­men­ten ei­ne har­mo­ni­sche Ge­samt­me­lo­die kom­po­nie­ren, die uns in den Schlaf wiegt. Je woh­ler wir uns füh­len, des­to leich­ter kön­nen wir uns fal­len las­sen. Be­gin­nen wir mit ei­ner hei­ßen Tas­se Tee aus Kräu­tern und Ge­wür­zen, wie et­wa Fen­chel, Ka­mil­len­blü­ten, Pfef­fer­min­ze, Me­lis­se, Süß­holz­wur­zel, sü­ße Brom­beer­blät­ter, Kar­da­mom und Ba­si­li­kum. Die in ih­nen ent­hal­te­nen In­halts­stof­fe wir­ken nicht nur in­ner­lich be­ru­hi­gend, ent­span­nend und wär­mend, son­dern ihr Duft schmei­chelt auch un­se­rer Na­se. Ih­re äthe­ri­schen Öle ma­chen uns emp­fäng­lich für den Schlaf. Auch ein Voll­bad am Abend stillt das Be­dürf­nis nach Wär­me und Ge­bor­gen­heit, be­son­ders wenn sich in dem auf­stei­gen­den Dampf die Aro­men na­tur­rei­ner äthe­ri­scher Öle von La­ven­del, Nero­li, Heub­lu­men, Me­lis­se oder Lin­den­blü­ten ent­fal­ten, die wir zu­vor mit Salz ge­mischt und als Zu­satz ins Was­ser ge­ge­ben ha­ben. Ein­ge­bet­tet in die­se woh­li­gen Düf­te, blei­ben wir je­doch nicht län­ger als 15 Mi­nu­ten in dem et­wa 38 °C hei­ßen Was­ser, da­- mit wir un­se­ren Kreis­lauf nicht über­an­stren­gen. Sanf­te Klän­ge und Ker­zen­schein oder ge­dämpf­tes Licht las­sen die hek­ti­sche Be­trieb­sam­keit des Ta­ges zu­sätz­lich ver­schwim­men. Auf­ge­wärmt und der An­span­nung ent­le­digt, verwöhnen wir an­schlie­ßend un­se­re Haut mit ei­nem reich­hal­ti­gen Öl oder ei­ner feuch­tig­keits­spen­den­den Cre­me, die wir mit lie­be­vol­len Be­rüh­run­gen ein­mas­sie­ren. Be­son­de­re Zu­wen­dung las­sen wir da­bei un­se­rem Ge­sicht zu­kom­men, in­dem wir das Ein­cre­men mit ei­ner Druck­punkt-mas­sa­ge ver­bin­den.

Ru­he­spen­den­de Ge­sichts-mas­sa­ge

Chi­ne­si­schem Heil­wis­sen zu­fol­ge sind un­ser Or­ga­ne über Ener­gie­bah­nen mit be­stimm­ten Punk­ten am Kör­per ver­bun­den. Wenn wir die­se mit Druck mas­sie­ren, kön­nen wir un­ser Ner­ven­sys­tem be­ein­flus­sen – wie ein na­tür­li­ches Be­ru­hi­gungs­mit­tel. Der An­mi­an-punkt wird in der chi­ne­si­schen Me­di­zin als „ru­hi­ger Schlaf“be­zeich­net. Um ihn zu ak­ti­vie­ren, mas­sie­ren wir mit krei­sen­den Be­we­gun­gen die klei­ne Mul­de, die sich hin­ter dem Ohr un­ter­halb des Schä­del­kno­chens be­fin­det. Ein wei­te­rer „Schlaf-punkt“na­mens Yintang liegt ge­nau zwi­schen den Au­gen­brau­en auf der Stirn. Am bes­ten mas­sie­ren wir ihn mit dem Mit­tel­fin­ger sanft von oben nach un­ten.

At­men für den Schlaf

Im Bett wen­den wir schließ­lich die „4-7-8-A tmung“an – ei­ne Atem­tech­nik, die dem Pra­na­yama ent­stammt: Erst at­men wir die ge­sam­te Luft aus un­se­rer Lun­ge sanft aus. Wir schlie­ßen den Mund und at­men durch die Na­se ein, wäh­rend wir da­bei bis vier zäh­len; den Atem an­hal­ten, bis wir bis sie­ben ge­zählt ha­ben; dann wie­der kom­plett aus­at­men, bis wir wäh­rend­des­sen bis acht ge­zählt ha­ben. Am bes­ten wie­der­ho­len wir die­se Übung vier­mal. Wenn wir dann fest ein­ge­spon­nen sind in die Fä­den des Schla­fes, kön­nen wir uns der Nacht hin­ge­ben – ver­trau­end auf ei­nen neu­en, gol­de­nen Mor­gen …

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