| Reis­ko­cher

Reis – die Nah­rung der Mil­li­ar­den – gilt als das welt­weit wich­tigs­te Le­bens­mit­tel. Da­bei ist er al­les an­de­re als ein schnö­des Mas­sen­pro­dukt. Ver­schie­dens­te Reis­ar­ten und schier unend­lich vie­le Mög­lich­kei­ten der Zu­be­rei­tung bie­ten Raum für ku­li­na­ri­sche Exp

Haus & Garten Test - - Inhalt - VON TOM COL­DITZ

Ganz be­quem zu per­fek­tem Reis?

Für mehr als zwei Mil­li­ar­den Men­schen auf un­se­rer Er­de legt Reis die Grund­la­ge für die täg­li­che Er­näh­rung. Bo­ta­nisch ge­hö­ren die do­mes­ti­zier­ten Reis­sor­ten zu den Gat­tun­gen Ory­za und Zi­za­nia und wer­den meist als Nass­reis in stark be­wäs­ser­ten Fel­dern an­ge­baut. Ge­düngt wer­den die­se Fel­der häu­fig mit ab­ge­tö­te­ten Cya­no­bak­te­ri­en, die als Stick­stoff­quel­le und so­mit als Dün­ger fun­gie­ren. In­ter­es­sant da­bei: Le­ben­de Ko­lo­ni­en die­ser Cya­no­bak­te­ri­en sor­gen für ho­he To­xin­kon­zen­tra­tio­nen und so­mit hin und wie­der für die Sper­rung des heimisches Ba­de­sees, da die­se Gif­te auch für den Men­schen ge­fähr­lich sein kön­nen. Zum Glück nutzt der Reis nur den Stick­stoff und lässt die an­de­ren Stof­fe links lie­gen, so dass dem Reis­ge­nuss nichts im We­ge steht. Da aber dem Ge­nuss stets die Zu­be­rei­tung vor­an geht und hän­di­sches Reis­ko­chen im Koch­topf nicht die schöns­te Be­schäf­ti­gung ist, bie­tet sich die An­schaf­fung ei­nes au­to­ma­ti­schen Reis­ko­chers an, der die­se Auf­ga­be über­nimmt.

Ei­ne Sa­che der Übung

Für die häus­li­che Chef­kö­chin oder den Chef­koch bleibt dann mehr Ka­pa­zi­tät, sich um Ge­mü­se, Fleisch und Co. zu küm­mern und schluss­end­lich köst­li­che Ge­rich­te zu ser­vie­ren. Die Gar­qua­li­tät steht da­bei si­cher­lich im Vor­der­grund und so­mit ist es er­freu­lich gleich zu Be­ginn: köst­li­chen Reis lie­fer­ten al­le Reis­ko­cher. Da aber so­wohl die Ver­wen­dung des Rei­ses, je­des Ge­rät als auch die Ge­schmä­cker un­ter­schied­lich sind, bleibt dem An­wen­der trotz von al­len Her­stel­lern mit­ge­lie­fer­ten Mess­be­chern nichts an­de­res üb­rig, als aus­zu­pro­bie­ren. Kurz ge­sagt: Al­le Mess­be­cher im Test wa­ren mä­ßig. Von kaum er­kenn­ba­rer oder schlicht schlech­ter Ska­lie­rung bis zu frag­wür­di­gen oder feh­len­den Do­sier­an­ga­ben – ei­ni­ge Her­stel­ler un­ter­bo­ten sich in die­sem Punkt ge­gen­sei­tig. Ist man je­doch auf den ei­ge­nen Reis­ko­cher ein­ge­spielt und weiß den Be­cher rich­tig zu neh­men, ge­lingt das Ga­ren ta­del­los, und vor al­lem: Mü­he­los. Reis und Was­ser wer­den je nach Reis­sor­te im rich­ti­gen (bzw. aus­pro­bier­ten) Ver­hält­nis in den an­ti-haft­be­schich­te­ten In­nen­topf ge­füllt und das Ge­rät ein­ge­schal­tet. Al­le Her­stel­ler setz­ten hier­bei auf ein­fa­che Kipp­schal­ter, die so sim­pel wie ef­fek­tiv ih­re Auf­ga­be er­le­dig­ten. Ein­zig Ke­mar spen­dier­te dem Mo­dell KRC140 ein leucht­star­kes Dis­play mit gut zu be­die­nen­den Funk­ti­ons­tas­ten und Gar­pro­gram­men, die auch für Sup­pe oder Ku­chen ge­nutzt wer­den kön­nen. Nach dem Ein­schal­ten zeig­te der KRC-140 die Rest­dau­er für den Gar­vor­gang samt Sig- nal­ton bei fer­ti­gem Reis – nütz­lich, aber ver­wun­der­lich – die Pro­gramm­zei­ten la­gen deut­lich über den Gar­zei­ten al­ler an­de­ren Ko­cher. Die­se schaff­ten auch grö­ße­re Men­gen in teils deut­lich kür­ze­rer Zeit. Al­le Ko­cher gin­gen nach dem Gar­vor­gang au­to­ma­tisch in den Warm­hal­te­mo­dus über und zeig­ten das auch ent­spre­chend an. Unold und Eme­rio könn­ten ih­ren Ge­rä­ten da­für et­was leis­tungs­stär­ke­re Leucht­di­oden be­sche­ren, denn die ein­ge­bau­ten wa­ren bei nor­ma­ler Um­ge­bungs­be­leuch­tung kaum zu er­ken­nen. Ei­ne sehr kla­re Be­leuch­tung lie­fer­ten Klar­stein im Mo­dell Os­a­ka Pre­mi­um und Ke­mar mit net­ten und ein­deu­ti­gen Pik­to­gram­men im Mo­dell KRC-120.

Ei­ne Sa­che der Be­quem­lich­keit

Wäh­rend des Ga­rens und selbst­ver­ständ­lich noch in der War­me­hal­te­pha­se wa­ren die Ge­rä­te ent­spre­chend heiß. Da­bei zeig­ten die un­ter­schied­li­chen De­ckel­kon­struk­tio­nen ih­re Stär­ken und Schwä­chen. Ein klas­si­scher Topf­de­ckel (Eme­rio, Gour­met­ma­xx, Ro­sen­stein & Söh­ne, Rus­sell Hobbs) war da­bei die ein­fachs­te Va­ri­an­te und er­le­dig­te je­weils sei­ne Auf­ga­be wie ge­wünscht. Ein Loch ließ den Dampf gut sicht­bar und de­fi­niert aus­tre­ten, so­dass kei­ne Ver­let­zungs­ge­fahr be­stand. Zum Öff­nen blieb der Kunst­stoff-

griff selbst bei gro­ßen Füll­men­gen kühl. Ei­ne Be­son­der­heit im De­ckel spen­dier­te Rus­sell Hobbs: In­nen bie­tet der De­ckel Auf­nah­men, um ihn bei Be­darf in den Hen­kel des Top­fes ein­zu­hän­gen, so dass Platz auf der Ar­beits­flä­che bleibt. Bra­vo. Al­le an­de­ren Her­stel­ler setz­ten bei ih­ren Ge­rä­ten auf ge­schlos­se­ne Sys­te­me, die der Na­tur ih­rer Kon­struk­ti­on en­er­gie­ef­fi­zi­en­ter ar­bei­ten. Die De­ckel bei­der Ke­Mar-Mo­del­le und des Ste­ba RK3 las­sen sich äu­ßerst be­quem, weil über ei­nen Fe­der­me­cha­nis­mus, per Knopf­druck nach hin­ten öff­nen. Et­was ge­wöh­nungs­be­dürf­tig öff­net der Se­ve­rin zur Sei­te und un­be­quem, weil ganz oh­ne Fe­der­me­cha­nis­mus. Der De­ckel kann al­so nur per Hand ge­öff­net wer­den und so­bald hei­ßer Dampf aus­tritt, be­steht Ver­bren­nungs­ge­fahr. Eben­so nicht ganz un­ge­fähr­lich öff­nen lie­ßen sich der klei­ne Ste­ba RK 1M und der Ko­cher von Unold, de­ren De­ckel im hei­ßen Zu­stand am bes­ten nur mit ei­nem Ofen­hand­schuh zu ent­fer­nen sind. Das geht ein­fa­cher.

Ei­ne Sa­che der Sau­ber­keit

Die Rei­ni­gung der In­nen­töp­fe zeig­te sich bei al­len Kan­di­da­ten er­freu­lich ein­fach. Die durch­weg gu­ten An­ti­haft­be­schich­tun­gen hin­ter­lie­ßen prak­tisch kei­ne Mü­he und lie­ßen sich blitz­schnell mit Spül­mit­tel und Schwamm für den nächs­ten Ein­satz säu­bern. Eben­so die klas­si­schen De­ckel lan­de­ten gleich mit im Spül­be­cken und strahl­ten da­nach in neu­em Glanz. Schwe­rer hat­ten es hier die ge­schlos­se­nen Kon­struk­tio­nen. Die zu­min­dest vom Ge­rät trenn­ba­ren De­ckel bei Unold und Ste­ba RK 1M zeig­ten sich durch ho­he Mo­du­la­ri­tät von ih­rer gu­ten Sei­te, ganz so ein­fach war das Zu­sam­men­set­zen hin­ter­her aber dann doch nicht: Das er­neu­te An­brin­gen der ent­fern­ba­ren Dich­tun­gen er­for­der­te ei­ni­ges an Ge­duld. Dies kann je­doch zu­guns­ten ei­nes sehr gu­ten Rei­ni­gungs­er­geb­nis­ses aber ver­zie­hen wer­den. Die Rei­ni­gung der fest an den Ge­rä­ten an­ge­brach­ten De­ckel bei Ke­mar, Se­ve­rin und Ste­ba RK3 er­for­der­te we­gen der fest ver­bau­ten Dich­tun­gen mehr Mü­he, so dass die­ser Auf­wand dem sonst so ein­fa­chen Reis­ko­chen ent­ge­gen steht. Die durch­weg ho­hen Ge­samt­no­ten zei­gen aber vor al­lem ei­nes: mit je­dem der ge­tes­te­ten Reis­ko­cher kann mit et­was Übung die hei­mi­sche Kü­che um ei­nen nütz­li­chen Hel­fer er­wei­tert wer­den. Von klei­nen Por­tio­nen für ei­ne oder zwei Per­so­nen bis hin zu Par­ty-rei­fen Men­gen kann zwar nicht die Welt­be­völ­ke­rung, aber den­noch für den hei­mi­schen Be­reich mehr als sät­ti­gend drauf los ge­kocht wer­den. Fol­gen­de Ta­bel­le schlüs­selt al­le Ein­zel­er­geb­nis­se auf und gibt Auf­schluss über die Aus­stat­tung und Leis­tungs­merk­ma­le.

(2) Sehr ein­fach ist das Be­di­en­feld des Os­a­ka Pre­mi­um von Klar­stein ge­hal­ten. Die ein­fa­che und kla­re Struk­tur fällt po­si­tiv auf

(4) Ho­he Tem­pe­ra­tu­ren beim Warm­hal­ten kön­nen ei­ne Reis­krus­te am Bo­den ver­ur­sa­chen. Im ara­bi­schen Raum ist ei­ne sol­che Krus­te ei­ne De­li­ka­tes­se

(1) Der Kon­trast am Ke­mar-dis­play ist her­vor­ra­gend, der Blick­win­kel sehr gut ge­wählt. Die Tas­ten sind für ei­ne be­que­me Be­die­nung groß ge­nug

(3) Bei höchs­ter Be­la­dung quillt der Reis im Eme­rio-ge­rät hoch, al­ler­dings nicht zu hoch, wie auch bei al­len an­de­ren Test­kan­di­da­ten

(5) Cle­ve­res De­tail: Um die Be­die­nung zu er­leich­tern und den Kom­fort zu er­hö­hen, kann der De­ckel des Ma­xi­cook Reis­ko­chers aus dem Hau­se Rus­sell Hobbs am Griff ein­hängt wer­den

(6) Wich­ti­ges De­tail: Da sich wäh­rend des Ko­chens Was­ser am De­ckel sam­melt, ha­ben Ste­ba und Se­ve­rin ih­re Mo­del­le mit ei­nem ent­nehm­ba­ren Was­ser­fang an der Ge­rä­te­rück­sei­te aus­ge­stat­tet

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