| Nach­ge­hakt & nach­ge­fragt

Lus­ti­ge Erb­sen, un­ko­ope­ra­ti­ve Eis­wür­fel und der Kampf um das Ein­spa­ren von ein paar Watt­stun­den sind dies­mal die The­men bei Nach­ge­hakt & nach­ge­fragt, au­ßer­dem gibt es noch das fruch­ti­ge Er­geb­nis ei­nes Test-Nach­züg­lers.

Haus & Garten Test - - Inhalt - VON JAN STOLL

· Erb­sen­pü­ree, Eis­split­ter, Watt­stun­den und ein Slo­wjui­cer im Fo­kus

Ei­ne et­was be­trüb­li­che Le­ser­zu­schrift er­reicht uns kurz nach­dem die Aus­ga­be 4.2017 an den Ki­osk kam. Ei­ne Da­me be­schwer­te sich dar­über, dass die Stab­mi­xer­sets an „so exo­ti­schen Din­gen wie Ki­cher­erb­sen“ge­tes­tet wur­den, wo doch „ganz nor­ma­les ur-deut­sches Erb­sen­pü­ree“viel bes­ser schme­cke. Nun kann man über Ge­schmack na­tür­lich vor­züg­lich strei­ten, kei­ne Fra­ge. Der Grund für den Ein­satz von ein­ge­weich­ten Ki­cher­erb­sen ist aber nicht ku­li­na­ri­scher Na­tur, son­dern test-tech­ni­scher. Die­se Te­st­rei­he stellt näm­lich den ul­ti­ma­ti­ven Här­te­test für den Mo­tor dar, da die Ki­cher­erb­sen ex­trem kleb­rig sind und kaum Was­ser, wel­ches das Flie­ßen der Mix­gut­mas­se durch den Mix­fuß er­leich­tern wür­de, in der Mas­se vor­han­den ist. Ein klas­si­sches Erb­sen­pü­ree ist schlicht kei­ne Her­aus­for­de­rung für mo­der­ne Stab­mi­xer – und war es auch vor 20 oder 30 Jah­ren schon nicht, als die Mo­del­le eher mit 200 oder 300 Watt und nicht mit 800 oder gar 1 000 Watt da­her­ka­men.

Split­ter­pro­ble­me

Die al­les an­de­re als gu­ten Be­wer­tun­gen beim Test der Stand­mi­xer in Sa­chen EisC­rus­hen sorg­ten für et­was Auf­re­gung bei Le­sern und Her­stel­lern – durch­aus ver­ständ­lich, wenn das „bes­te“Er­geb­nis nur ein Be­frie­di­gend ist. Ei­ne Le­se­rin schrieb so­gar, dass sie sich ei­gent­lich ei­nen neu­en Stand­mi­xer kau­fen woll­te, da­von nun aber doch ab­kam, weil das Eis-Crus­hen für sie ein über­durch­schnitt­lich wich­ti­ger Aspekt sei. Hier­zu kann man Fol­gen­des sa­gen: So­lan­ge ein Ge­rät noch funk­tio­niert, muss man sich na­tür­lich auch kein neu­es kau­fen, son­dern darf ru­hig wei­ter auf das Alt­ge­rät set­zen. Dies ist schließ­lich die ein­fachs­te Form der Nach­hal­tig­keit. Ge­ra­de im Be­reich der Stand­mi­xer, wo der Fo­kus mitt­ler­wei­le eher auf ho­her Dreh­zahl und gro­ßen Watt-wer­ten zu lie­gen scheint, ist die Ent­wick­lung aus der Sicht von EisC­rush-En­thu­si­as­ten zu­dem auch eher kri­tisch zu be­wer­ten, denn noch schnel­ler dre­hen­de Mes­ser sor­gen ja für noch mehr Eis­schnee, nicht aber für das Zer- split­tern von Eis­wür­feln. Ein Sanft­an­lauf, ein schma­ler Krug­bo­den und vie­le Glatt­schliff­mes­ser sind zu­dem auch kon­tra­pro­duk­tiv, für Smoot­hies hin­ge­gen aber klar von Vor­teil – un­ser Tipp da­her: Ma­nu­el­le Eis-Crus­her gibt es ab 20 Eu­ro, die­se Ge­rä­te ma­chen ei­nen so­li­den so­wie ver­gleichs­wei­se lei­sen (!) Job und ganz ne­ben­bei wer­den dann auch die Mes­ser des Stand­mi­xers ge­schont. Wer gar nur ab und an mal et­was Split­ter­eis be­nö­tigt, kann auch zum Gum­mih­am­mer und ei­nem al­ten Ge­schirr­tuch grei­fen... ja, eher bru­tal, aber eben auch funk­tio­nal.

Qu­er­ver­glei­che

Ob Mi­xer oder Back­ofen: Es ist ab und an sinn­voll ei­nen Qu­er­ver­gleich zu zie­hen, um ei­ne spe­zi­fi­sche Pro­dukt­grup­pe bes­ser ein­ord­nen zu kön­nen – vor al­lem dann, wenn man gleich­zei­tig eben die­se Pro­dukt­grup­pen im Test hat. Ein Le­ser­brief er­reicht uns hier­zu mit der Fra­ge, war­um die Kom­pakt­back­öfen hin­sicht­lich des Ener­gie­ver­brauchs bes­ser ab­schnei­den als der klas­si­sche Ein­bau­back­ofen, ob­wohl die­ser doch viel mehr Leis­tung hat. Die Ant­wort ist ganz ein­fach: Leis­tung spielt in die­sem Fal­le kei­ne Rol­le, es geht näm­lich um das Er­hit­zen der Luft und da­von gibt es im Kom­pakt­mo­dell viel we­ni­ger als im gro­ßen Ofen. Sel­bi­ges be­trifft auch den ge­sam­ten Back­raum (Stahl spei­chert sehr viel Wär­me­en­er­gie) und aus die­sem Grund be­nö­ti­gen die kom­pak­ten Mo­del­le nicht ein­mal 50 Watt­stun­den, um „auf Tem­pe­ra­tur zu kom­men“, die gro­ßen Ein­bau­ge­rä­te hin­ge­gen oft­mals über 200 Watt­stun­den.

Nach­züg­ler

Ab und an kommt es vor, dass ein Test­mus­ter nicht hun­dert­pro­zen­tig recht­zei­tig an­kommt und es da­her nicht mehr in den Ver­gleichs­test schafft. Das Test­mus­ter wird dann meist di­rekt im An­schluss trotz­dem ge­prüft. So ge­sche­hen beim „Sweethe­art“Slo­wjui­cer von Klar­stein, ei­nem preis­lich ex­trem ag­gres­siv ge­stal­te­ten Blick­fang, der ein­drucks­voll be­weist, dass man für ei­nen rich­tig gu­ten Slo­wjui­cer nicht meh­re­re hun­dert Eu­ro be­zah­len muss, ja noch nicht ein­mal de­rer 100. Noch vor we­ni­gen Jah­ren wa­ren Slo­wjui­cer kaum für un­ter 300 Eu­ro zu be­kom­men, die we­ni­gen ver­füg­ba­re Mo­del­le (meist von eher exo­ti­schen Mar­ken) wa­ren so­gar eher in der Preis­re­gi­on zwi­schen 400 oder gar 500 Eu­ro zu fin­den. Trotz­dem ist die Ent­saft­ef­fi­zi­enz des mo­der­nen Preis­bre­chers von Klar­stein ei­ne ho­he und das Be­triebs­ge­räusch mit ge­ra­de ein­mal 61,5 DB(A) ein sehr de­zen­tes. Kom­pro­mis­se müs­sen bei der Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät, der Be­di­en­freund­lich­keit, der Aus­stat­tung und der Rei­ni­gung nicht ein­ge­gan­gen wer­den – Cha­peau!

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