· Grill von Mulex

Ex­klu­siv-test: Mulex MX-355 Die Aben­de wer­den kür­zer und küh­ler, das ge­müt­li­che Bei­sam­men­sein fin­det wie­der eher in­ner­häu­sig statt, der Start der Tisch­grill-sai­son ist so­mit ein­ge­läu­tet. Fragt sich na­tür­lich, wel­cher Tisch­grill ein gro­ßes Grill­ver­gnü­gen b

Haus & Garten Test - - Inhalt - VON JAN STOLL

Die Ent­wick­lung der Elek­tro-tisch­grills hat über die letz­te De­ka­de hin­weg ei­nen gro­ßen Sprung nach vorn voll­führt, die Kon­takt­grills in Sand­wich­bau­wei­se sind hier­bei die Evo­lu­ti­ons­spit­ze und die bes­te Wahl für Freun­de des ge­pfleg­ten Steak- und Fi­let­ge­nus­ses. All die tech­no­lo­gi­schen Vor­tei­le ver­eint auch der MX-355 von Mulex in sich, kann aber zu­dem auch noch durch in­di­vi­du­el­le Stär­ken auf­trump­fen.

Heiß und hei­ßer

Den Elek­tro-grills wur­de lan­ge Jah­re nach­ge­sagt, sie wä­ren ein­fach nur lau­war­me Grill­gut­trock­ner, über den MX355 kann man dies aber wahr­lich nicht be­haup­ten, denn die Spit­zen­tem­pe­ra­tur liegt bei bei über 300 Grad Cel­si­us (°C). Auf höchs­ter Stu­fe pen­delt die Tem­pe­ra­tur zwi­schen 280 und 305°C und so­mit weit über dem, was man auch für sehr ro­bus­tes Grill­gut über­haupt be­nö­tigt. Die Stu­fe der Wahl ist dann eher die Num­mer 4, hier pen­delt die Tem­pe­ra­tur zwi­schen 200 und 230, was ide­al An­bra­ten von Fi­lets und Steaks ist. An­hand die­ser Wer­te kann man er­ken­nen, dass die Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen in en­gen Gren­zen ver­lau­fen, die Tem­pe­ra­tur­steue­rung leis­tet ei­ne rich­tig gu­te Ar­beit. Auch bei der Tem­pe­ra­tur­ver­tei­lung ist ein Lob an­ge­bracht: Ist der MX-355 erst ein­mal gänz­lich auf­ge­heizt, ist al­len­falls an den Rand­be­rei­chen der Grill­plat­ten noch ei­ne si­gni­fi­kant nied­ri­ge­re Tem­pe­ra­tur zu mes­sen.

Zart und saf­tig

Die tech­no­lo­gi­sche Ba­sis für aus­ge­zeich­ne­te Grill-er­geb­nis­se hat Mulex sou­ve­rän ge­schaf­fen und so ver­wun­dert es nicht, dass sich der MX-355 als wasch­ech­ter Grill­künst­ler in den Pra­xis­te- strei­hen zeigt. Auch di­cke Rin­der­fi­lets (Iri­sches Steak­hüf­te) ge­lin­gen per­fekt, näm­lich au­ßen wun­der­bar ge­bräunt und in­nen je nach Wunsch bloo­dy, me­di­um oder well do­ne. Der Grill-klas­si­ker na­mens Schwei­ne­n­ackensteak ist eben­so kei­ner­lei Her­aus­for­de­rung wie auch zar­te­re Steaks (Hähn­chen) oder Wild­lachs, das An­bra­ten geht blitz­schnell, das Durch­ga­ren auf nied­ri­ge­rer Leis­tungs­stu­fe dann eben­falls zü­gig. Dies ist auch der Grill­plat­ten­kon­struk­ti­on zu ver­dan­ken, denn Mulex ver­baut kei­ne sim­plen, bil­li­gen, dün­nen Alu­mi­ni­um-druck­guss­plat­ten, son­dern schwe­re, di­cke Plat­ten. Das wirkt sich zwar auf die Auf­heiz­zeit aus (mehr als 8 Mi­nu­ten ver­ge­hen bis zum Er­rei­chen von 230 °C), über­be­wer­ten muss man dies aber na­tür­lich nicht, schließ­lich heizt man den MX-355 ja nur ein­mal auf. Die di­cken Grill­plat­ten spei­chern sehr viel Wär­me­en­er­gie, auch

kal­te Steaks sor­gen dann nicht für den ge­fürch­te­ten Tem­pe­ra­tur­ab­fall, der das Gril­l­er­geb­nis ne­ga­tiv be­ein­flusst. An die tech­no­lo­gi­schen Gren­zen kommt der MX-355 dann na­tür­lich bei Brat­würs­ten: Wie al­le Kon­takt­grills fin­det die Bräu­nung nur an den di­rek­ten Kon­takt­stel­len statt. Bei per­fekt-run­den Brat­würs­ten fällt das Er­geb­nis bes­ser aus, die ty­pi­schen, nicht-geo­me­tri­schen Brat­würs­te ga­ren aber trotz­dem gut durch. Der wuch­ti­ge Grill drückt al­ler­dings stark mit der obe­ren Grill­plat­te auf das Grill­gut, Mulex legt da­her ei­nen Ab­stand­shal­ter bei, für Grill­gut bis 2 Zen­ti­me­ter Di­cke ist die­ser ei­ne gu­te Wahl. Der Ab­stand­hal­ter er­mög­licht auch die Nutzung des MX-355 als Back­ofen, man soll­te aber z. B. bei Piz­za auf­pas­sen, dass die­se die Hö­he nicht über­schrei­tet.

Sim­pel und sau­ber

Das klei­ne, lei­der sehr nah an der un­te­ren Grill­plat­te an­ge­brach­te, stu­fen­lo­se Drehrad zur Leis­tungs­ein­stel­lung ist selbst­er­klä­rend, Ska­lie­rung und Grö­ße sind al­ler­dings noch op­ti­mie­rungs­fä­hig. Der Nut­zer soll­te stets ge­nau hin­schau­en, wo­hin er fasst und soll­te das Drehrad prä­zi­se mit dem Fin­ger an­steu­ern, sonst be­steht Kon­takt­ge­fahr zur Grill­plat­te. Kei­ne Op­ti­mie­rung be­darf hin­ge­gen die Anti-haft­be­schich­tung na­mens „Greb­lon“, denn die­se macht ei­nen ex­zel­len­ten Job. Da die Grill­plat­te nicht wie bei den in Mo­de ge­kom­me­nen „low fat grills“leicht schräg steht, son­dern ab­so­lut ho­ri­zon­tal, läuft na­tür­lich auch kein Öl, Fett, Was­ser usw. ab, son­dern bleibt am Grill­gut ste­hen. Am Heck der un­te­ren Grill­plat­te gibt es zwar ei­ne klei­ne Ablauf­öff­nung, un­ter wel­che man ei­nen Auf­fang­be­häl­ter der Wahl stel­len kann, im Nor­mal­be­trieb muss man dies al­ler­dings eher sel­ten. Ei­ne Zwi­schen­durch­rei­ni­gung der Grill­plat­ten ist hin­ge­gen des Öf­te­ren not­wen­dig, er­freu­li­cher Wei­se ge­stal­tet die­se sich aber sehr ein­fach, auch an­ge­brann­te Grill­gut­rück­stän­de las­sen sich mit zwei Blatt Kü­chen­pa­pier schnell weg­wi­schen. Die Grund­rei­ni­gung nach dem Grill­abend be­darf dann le­dig­lich noch ein paar Trop­fen Spül­mit­tel, et­was Was­ser und ei­nem Schwamm­tuch.

Fa­zit

Der MX-355 ist ei­ne ex­zel­len­te Wahl für Steak- und Fi­let-ge­nie­ßer, hier­für wur­de der Grill durch Mulex auch ganz of­fen­sicht­lich op­ti­miert und das zahlt sich wahr­lich aus. Na­tür­lich ist der MX-355 mit all sei­ner Ma­te­ri­al­mas­se kein Leicht­ge­wicht und auch nicht geld­bör­sen­scho­nend, da­her auch eher für am­bi­tio­nier­te Gril­ler in­ter­es­sant, aber auch Ein­stei­ger kön­nen sehr schnell sehr gu­te Gril­l­er­geb­nis­se er­zie­len.

(1) dis­zi­plin­der gan­zer Iri­sche MX-355In der Li­nie, Steak­hüf­te über­zeug­tKö­nigs-auf die ge­lingt Wild­lachs­fi­let­sper­fekt (2) ge­lin­gen auf mitt­le­rer Leis­tungs­stu­fe wun­der­bar, au­ßen braun und in­nen zart und saf­tig (3) Bei Brat­würs­ten zeigt sich das für Kon­takt­grills so ty­pi­sche, strei­fi­ge Bräu­nungs­bild (4) Auch zar­te­re Hähn­chen-steaks grillt der MX-355 per­fekt durch 1

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(7) Die dop­pelt-ge­schlun­ge­nen Hei­z­ele­men­te er­hit­zen die Grill­plat­ten groß­flä­chig und dies so­gar wäh­rend des Auf­heiz­pro­zes­ses, wo Tem­pe­ra­tur­dif­fe­ren­zen ein­fa­cher zu mes­sen sind als beim Ab­küh­len der Heiz­plat­ten

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(5) Für di­cke Piz­zen ist der Ab­stand­shal­ter et­was zu nied­rig, die Piz­za kann von oben platt­ge­drückt wer­den (6) Die Greb­lon-be­schich­tung funk­tio­niert ta­del­los, Grill­rück­stän­de las­sen sich meist ganz be­quem weg­wi­schen

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