Metz No­vum 65 OLED twin R: Metz auf dem Weg in den Tv-olymp

HD TV - - Inhalt 6.2016 - CHRIS­TI­AN TROZINSKI

Preis­klas­se

6 999 Eu­ro, High-en­dUHD-TV mit HDR, Pre­mi­um­preis durch ex­klu­si­ve OLEDTech­no­lo­gie

Bild­ver­gleich

Metz bie­tet mit dem No­vum 65 OLED twin R ei­ne ver­gleich­ba­re Bild­qua­li­tät wie LGS Oled-top­mo­dell G6, in Sa­chen Hel­lig­keit (Weiß­licht) setzt Metz so­gar noch ei­nen drauf. Die Bild­ver­ar­bei­tung über­zeug­te im Test noch nicht auf gan­zer Li­nie: Schär­fe- und Kon­trast­nach­be­ar­bei­tun­gen grei­fen zu grob ein, die sat­te Farb­dar­stel­lung in­klu­si­ve gelb­li­cher Haut­tö­ne lässt sich noch nicht op­ti­mal auf das Qu­ell­ma­te­ri­al ab­stim­men. Da­für punk­tet der Fern­se­her durch ty­pi­sche Oled-tu­gen­den: Der Bild­kon­trast über­zeugt mit die­sem Fern­se­her auf al­len Sitz­plät­zen und mit HDRSi­gna­len läuft der No­vum 65 zur Hoch­form auf

Sitz­ab­stand

2 Me­ter bei Ul­tra HD, 3 Me­ter bei Blu-ray, 4 Me­ter bei HDTV, 6 Me­ter bei SDTV

Tv-emp­fang

Dop­pel­tu­ner für al­le Emp­fangs­we­ge, zwei CIPlus-schnitt­stel­len, UHDTv-emp­fang, in­te­grier­te 1 000-Gb-fest­plat­te, Mehr­fach­auf­nah­me, Ti­me-shift, Um­schal­ten wäh­rend Auf­nah­me

Ma­kro­an­sicht

Gleich vier Sub­pi­xel kom­men beim OLED-PA­NEL zum Ein­satz (blau­es Sub­pi­xel im Bild de­ak­ti­viert), das Weiß­licht­seg­ment un­ter­stützt die Rgb-an­tei­le und sorgt für ei­ne ef­fi­zi­en­te­re Licht­aus­beu­te. Mit HDRQu­el­len er­höht sich die Weiß­licht­hel­lig­keit be­trächt­lich

Be­son­der­hei­ten

Uhd-auf­lö­sung, OLEDTech­no­lo­gie, HDR, vor­be­rei­tet für Dol­by Vi­si­on, ul­traf­lach, er­wei­ter­ter Far­b­raum, op­ti­ma­ler Blick­win­kel, flim­mer­frei­es Pol­fil­ter-3d, UHD-TV-EMP­fang, Dop­pel­tu­ner, in­te­grier­te Fest­plat­te

Bild­grö­ßen

Er­hält­lich in 55 und 65 Zoll, Test­modell in 65 Zoll

Bild­tech­nik

Oled-fern­se­her, F Far­b­raum­er­wei­te­rung, al­le Bild­punk­te selbst­leuch­tend, 3 840 × 2 160 Bild­punk­te (Uhd-auf­lö­sung)

OLED statt LCD: Metz setzt für sei­ne High-end-fern­se­her der Se­rie No­vum auf ei­ne pi­xel­ge­naue Licht­er­zeu­gung und er­mög­licht kon­trast­star­ke Bil­der aus al­len Blick­win­keln.

Der­art flach war bis­lang noch kein Met­zTV, der Rah­men ist mit knapp 5 Mil­li­me­ter Bau­tie­fe zier­li­cher als vie­le Smart­pho­nes. Me­tall statt Kunst­stoff do­mi­niert vor al­lem die Rück­sei­te des Fern­se­hers, selbst der wei­ter nach hin­ten hin­aus­ra­gen­de „ An­schluss­kas­ten“wur­de mit ei­ner hoch­wer­ti­gen Blen­de ver­ziert. Al­les an­de­re als all­täg­lich ist die Tv-aus­stat­tung: Dop­pel­tu­ner für al­le re­le­van­ten Emp­fangs­we­ge, zwei Ci-plus-schnitt­stel­len und ei­ne in­te­grier­te 1 000-Gb-fest­plat­te sind in die­ser Kom­bi­na­ti­on au­ßer­ge­wöhn­lich. Die­se Mehr­wer­te weiß Metz ge­schickt zu nut­zen: Zeich­nen Sie z. B. zwei Sen­der par­al­lel auf oder nut­zen Sie die Ti­me-shift-funk­ti­on, kön­nen Sie wei­ter­hin den lau­fen­den Sen­der wech­seln. Soll­ten bei­de Tu­ner be­legt sein, lis­tet der TV al­le ver­füg­ba­ren Sen­der der je­weils ge­nutz­ten Trans­pon­der auf, um den­noch ei­nen Pro­gramm­wech­sel zu er­mög­li­chen. Über ei­nen in­te­grier­ten Da­tei­ma­na­ger las­sen sich In­hal­te von ex­ter­nen Me­di­en oder der in­te­grier­ten Fest­plat­te ko­pie­ren. Der elek­tro­ni­sche Pro­gramm­füh­rer dient als TVApp-er­satz, für die Ka­nä­le von ARD und ZDF stellt Metz ei­ne Pro­gramm­vor­schau von bis zu 4 Wo­chen be­reit. Ne­ben SD- und Hd-ka­nä­len emp­fängt der Metz No­vum 65 auch Uhd-ka­nä­le dank Un­ter­stüt­zung des He­vc-stan­dards. Gleich­falls las­sen sich über den Me­dia­play­er 4K-vi­de­os ab­spie­len. Über HDMI zu­ge­spielt stellt der Fern­se­her auch Hdr-si­gna­le ei­nes Uhd-blu-rayPlay­ers dar (Uhd-funk­ti­on im An­schluss­sche­ma ak­ti­vie­ren), ein Si­gnal­ab­gleich mit ei­ner Dol­by-vi­si­on-qu­el­le si­gna­li­sier­te zu­dem, dass der No­vum per Up­date zum Dol­by-vi­si­on-stan­dard fit ge­macht wer­den kann. So um­fang­reich und selbst­er­klä­rend die in­te­grier­ten Tu­ner-funk­tio­nen, so ein­ge­schränkt zeigt sich der Fern­se­her im In­ter­net: Wich­ti­ge Vi­deo­por­ta­le wie Net­flix, Ama­zon oder Youtube feh­len, meist ste­hen nur die je­wei­li­gen Me­dia­the­ken der Tv-sen­der zum Ab­ruf be­reit. Ei­ne ex­ter­ne Smart-tv-box soll­te so­mit für In­ter­net­an­wen­dun­gen ein­ge­plant wer­den. Auch bei der Be­di­en­ge­schwin­dig­keit soll­te Metz noch nach­le­gen: Nach ei­nem Kalt­start dau­ert es län­ger als ei­ne Mi­nu­te, bis der Fern­se­her sämt­li­che Funk­tio­nen im Hin­ter­grund lädt. Be­tä­ti­gen Sie zu vie­le Tas­ten, ar­bei­tet

„Der flachs­te Metz-fern­se­her al­ler Zei­ten zeigt zugleich die kon­trast­stärks­ten Bil­der.“

der Fern­se­her die Ein­ga­be­kom­man­dos zeit­ver­zö­gert Schritt für Schritt ab, was zu un­ge­woll­ten Er­geb­nis­sen füh­ren kann. Häu­fig ste­hen Ba­sis­funk­tio­nen wie die Laut­stär­ke­steue­rung nicht zur Ver­fü­gung, wenn im Hin­ter­grund bei­spiels­wei­se der EPG ein­ge­blen­det wird. Die­ser ak­tua­li­siert die Da­ten zwar kom­plett, doch auch hier kön­nen nach dem ei­nem Kalt­start ei­ni­ge Mi­nu­ten ver­ge­hen, bis Da­ten für die Fol­ge­ta­ge ein­seh­bar sind – im Stand-by-be­trieb ak­tua­li­siert der Fern­se­her die Da­ten zu fest­ge­leg­ten Zeit­punk­ten kon­ti­nu­ier­lich, wo­durch sich War­te­zei­ten im Be­trieb ver­mei­den las­sen.

OLED mit Licht­power

Dass OLED-TVS kei­nes­falls dun­kel er­schei­nen, konn­te be­reits LG mit der ak­tu­el­len Oled-ge­ne­ra­ti­on un­ter Be­weis stel­len. Metz ver­bes­sert die­ses Ni­veau noch­mals, in­dem das OLED-PA­NEL im No­vum zur Höchst­leis­tung ge­trie­ben wird. Das auf­fäl­ligs­te Hel­lig­keits­plus ist mit Hdr-qu­el­len er­kenn­bar, denn in die­sem Mo­dus er­höht sich die Weiß­licht­hel­lig­keit be­trächt­lich. Ein­zig ma­xi­mal ge­sät­tig­te Far­ben er­schei­nen mat­ter als bei UHDP­re­mi­um-led-lcds. Da OLED glei­cher­ma­ßen ei­ne op­ti­ma­le Schwarz­dar­stel­lung er­mög­licht, ist der Kon­tras­tein­druck des Fern­se­hers ge­ra­de im Film­be­trieb sucht­er­re­gend: Selbst die hells­ten Uhd-pre­mi­um­LED-LCDS kön­nen den No­vum 65 der­zeit nicht bei an­spruchs­vol­len Film­se­quen­zen schla­gen. Da Metz kei­nen ma­nu­el­len Far­b­rau­m­ab­gleich er­laubt, muss­ten wir für die­sen Test un­se­re Mess­gra­fi­ken um­stel­len, um rea­lis­ti­sche Er­geb­nis­se zu er­zie­len: Mit ei­ner Far­b­rau­m­ab­de­ckung na­he Dci-stan­dard kom­men vor al­lem Hdr-ki­no­fans auf ih­re Kos­ten, mit Sdr-ma­te­ri­al zeich­net der Fern­se­her Far­ben et­was zu satt. In Sa­chen Be­wegt­bild­schär­fe er­reicht Metz na­he­zu das Op­ti­mum: Nach­zieh­ef­fek­te sind der Oled-tech­nik völ­lig fremd und mit­tels Zwi­schen­bild­be­rech­nung er­reicht der No­vum 65 ein erst­klas­si­ges Ni­veau. Ty­pi­sche OLED-NACH­tei­le wie Nach­leucht­ef­fek­te, schwa­che Rand­ab­dunk­lun­gen, ei­ne leich­te Schat­ten­bil­dung bei dunk­len ein­far­bi­gen Flä­chen so­wie ein kaum sicht­ba­rer Farb­tem­pe­ra­tur­un­ter­schied zwi­schen lin­ker und rech­ter Bild­sei­te sind zwar auch beim No­vum 65 aus­zu­ma­chen, aber wirk­lich nur, wenn ent­spre­chen­de Test­se­quen­zen die­se Feh­ler pro­vo­zie­ren. Ein­zig im Be­reich der Durch­zeich­nung sehr dunk­ler Bild­be­rei­che könn­te Metz die An­steue­rung noch op­ti­mie­ren: Die sat­te Schwarz­dar­stel­lung be­geis­tert, doch sämt­li­che De­tails der Film­vor­la­ge las­sen sich in dunk­len Be­rei­chen nicht im­mer klar er­ken­nen. Ver­sucht man die Hel­lig­keit ma­nu­ell an­zu­he­ben, hellt sich glei­cher­ma­ßen die Schwarz­dar­stel­lung auf.

Der An­fang ist ge­macht

Dass wir den No­vum 65 noch nicht mit ei­ner Wer­tung ver­se­hen, hat ei­nen ein­fa­chen Grund: Die Soft­ware des Fern­se­hers ist noch nicht fer­tig­ge­stellt. Im Test re­agier­te die Zwi­schen­bild­be­rech­nung nicht im­mer ziel­füh­rend, ei­ne na­ti­ve 24p-darstel­lung war nicht mög­lich, 3D-film­si­gna­le ru­ckel­ten, die Kon­tras­t­op­ti­mie­rung und der Schär­fe­reg­ler gin­gen zu grob zu Wer­ke, die Pc-darstel­lung er­folg­te nicht bei vol­ler Farb­auf­lö­sung und der Spiele­mo­dus re­du­zier­te nicht die Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung. Es gibt al­so noch ei­ni­ges zu tun, da­mit aus ei­nem erst­klas­si­gen OLED-FILM-TV ein erst­klas­si­ger Al­les­kön­ner für al­le mo­der­nen Un­ter­hal­tungs­me­di­en wird. Die Vor­zei­chen stim­men rund­um po­si­tiv: Der flachs­te Metz-fern­se­her al­ler Zei­ten zeigt zugleich die kon­trast­stärks­ten Bil­der. Und fast hät­ten wir es ver­ges­sen: Die­ser Fern­se­her klingt auch noch gut!

Was uns ge­fällt

+ Über­ra­gen­de Kon­trast­dar­stel­lung, sat­te Far­ben + Blick­win­kel, Be­wegt­bild­schär­fe ex­zel­lent + Uhd-emp­fang, HDR, Dol­by-vi­si­on-kom­pa­ti­bel + Tol­ler Klang, hoch­wer­ti­ge Ver­ar­bei­tung

Was uns stört

– Hel­lig­keit be­grenzt, Nach­leuch­ten mög­lich – Dunk­le Flä­chen leicht schat­tig – Nach Kalt­start trä­ge, feh­len­des Vod-an­ge­bot – Bild­soft­ware noch nicht op­ti­mal an­ge­passt

Die Fern­be­die­nung ist für Tv-in­hal­te, aber nicht für In­ter­net­an­wen­dun­gen aus­ge­legt

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