PS4 Pro: So­nys neue Ga­ming-kon­so­le spart nicht mit Leis­tung

HD TV - - Inhalt 6.2016 - CHRIS­TI­AN TROZINSKI

Nach PS4 und PS VR soll­te die Ent­hül­lung der neu­en PS4 Pro So­nys nächs­te Er­folgs­sto­ry ein­läu­ten, doch die Prä­sen­ta­ti­on in New York ent­täusch­te vie­le Play­s­ta­ti­on-fans. Ist die Kri­tik an So­nys PS4 Pro be­rech­tigt?

Mit­rei­ßend, emo­tio­nal, un­ter­halt­sam: So prä­sen­tiert sich So­ny Jahr für Jahr den Zu­schau­ern welt­weit, wenn es dar­um geht, mit neu­en Spie­len für die Play­s­ta­ti­on zu punk­ten. Die Ps4-pro-prä­sen­ta­ti­on in New York ließ die­se Pro­fes­sio­na­li­tät ver­mis­sen: Tech­ni­sches Kau­der­welsch wur­de stur vom Te­le­promp­ter ab­ge­le­sen und die Stim­mung so­wie der Büh­nen­auf­bau ver­mit­tel­ten das Ge­fühl ei­ner In­ves­to­ren­kon­fe­renz. Seit der Prä­sen­ta­ti­on der PS3 vor knapp 10 Jah­ren lie­fer­te So­ny erst­mals wie­der ei­ne un­glück­li­che Pro­dukt­vor­stel­lung ab, bei der be­son­ders ei­ne Fra­ge nicht be­ant­wor­tet wur­de: Für wen eig­net sich die PS4 Pro?

Un­kos­ten für Hdr-de­mons­tra­ti­on

Um die PS4 Pro ins rich­ti­ge Licht zu rü­cken, ließ sich So­ny die Vor­stel­lung ei­ni­ges kos­ten: Auf der Büh­ne wur­den So­nys Zd9-mo­del­le mit ei­ner Bild­dia­go­na­le von 100 Zoll prä­sen­tiert, zu­dem sorg­te So­nys neu­er 4K-pro­jek­tor für ei­ne Xxl-prä­sen­ta­ti­on, was zu­sam­men­ge­rech­net ei­nem Pro­dukt­wert von mehr als 150 000 Eu­ro ent­spricht. Im Fo­kus der Ps4-pro-vor­stel­lung stand das The­ma HDR: Nach ei­ni­gen all­ge­mei­nen In­fo­gra­fi­ken de­mons­trier­te So­ny die Hdr-wie­der­ga­be der PS4 Pro in Spie­len, doch nur die Zu­schau­er vor Ort konn­ten sich dar­über ein Ur­teil bil­den, denn im Li­vestream ließ sich der Hdr-ef­fekt kaum ver­mit­teln. HDR er­mög­licht ei­ne sat­te­re Farb­dar­stel­lung

„HDR er­mög­licht ei­ne sat­te­re Farb­dar­stel­lung und mehr De­tails in dunk­len so­wie hel­len Bild­be­rei­chen, was im Zu­sam­men­spiel mit HDR-TVS für le­ben­di­ge­re Spie­le­gra­fi­ken sorgt.“

und mehr De­tails in dunk­len so­wie hel­len Bild­be­rei­chen, was im Zu­sam­men­spiel mit HDR-TVS für le­ben­di­ge­re Spie­le­gra­fi­ken sorgt. An­we­sen­de spra­chen im Nach­gang von ei­ner deut­li­chen Gra­fi­k­qua­li­täts­stei­ge- rung im Ver­gleich zu ei­ner her­kömm­li­chen Ps4-darstel­lung doch un­klar ist, wie viel von die­ser Stei­ge­rung er­hal­ten bleibt, wenn weit­aus güns­ti­ge­re Hdr-fern­se­her als die aus­ge­stell­ten Zd9-mo­del­le ein­ge­setzt wer­den. Viel mehr als ein kos­me­ti­sches Up­date in Spie­len wie „Ho­ri­zon: Ze­ro Dawn“, „Spi­der-man“, „Mass Ef­fect An­dro­me­da“und „Call of Du­ty: In­fi­ni­te War­fa­re“ist bis­lang nicht er­kenn­bar, denn an­statt die Spiel­bar­keit zu ver­bes­sern, setzt So­ny ne­ben HDR auf ein wei­te­res tech­ni­sches Zu­kunfts­the­ma: 4K.

Für ech­tes 4K meist zu schwach

Der Chef­ent­wick­ler der PS4 ließ die Kat­ze be­reits bei der Ein­lei­tung der PS4-PRODe­mons­tra­ti­on aus dem Sack: Für ei­ne

ech­te Gra­fik­be­rech­nung mit 3 840 × 2 160 Bild­punk­ten bei an­spruchs­vol­len Ti­teln ist die PS4 Pro nicht leis­tungs­stark ge­nug, denn statt der vier­fa­chen Gra­fi­k­leis­tung bie­tet die PS4 Pro et­was mehr als die dop­pel­te Leis­tungs­stär­ke ei­ner her­kömm­li­chen PS4. Den­noch will So­ny ei­ne 4K-bild­aus­ga­be mit PS4 Pro in Spie­len ga­ran­tie­ren, wes­halb die Ent­wick­ler auf ei­nen Trick zu­rück­grei­fen: Die Be­rech­nung der Spie­le­gra­fik er­folgt in hö­he­rer Auf­lö­sung als 1 080p (bei­spiels­wei­se 1 440p) und ein cle­ve­res 4K-up­s­ca­ling in­klu­si­ve ei­ner ver­bes­ser­ten Kan­ten­glät­tung sor­gen am En­de für ei­nen 4K-ähn­li­chen Look. Die­ser Darstel­lungs­trick sorgt für ei­ne schär­fe­re Wie­der­ga­be, als es mit ei­ner her­kömm­li­chen PS4 mög­lich ist, wes­halb Be­sit­zer ei­nes 4K-hdr-fern­se­hers auf ih­re Kos­ten kom­men wer­den. Al­ler­dings er­höht So­ny nicht den Ar­beits­spei­cher der Kon­so­le, was zu un­nö­ti­gen Kom­pro­mis­sen führt: Ers­te Gra­fik­ver­glei­che von Ps4-pro-spie­len zei­gen ei­ne schwä­che­re Tex­t­ur­qua­li­tät im Ver­gleich zur ech­ten 4K-pc-ver­si­on, so­dass von na­ti­ver 4K-auf­lö­sung häu­fig kei­ne Re­de sein kann. So­nys größ­ter Trumpf sind ein­mal mehr die ex­klu­si­ven Ent­wick­lungs­stu­di­os, die mit „Ho­ri­zon: Ze­ro Dawn“, „In­fa­mous: Se­cond Son“, „Un­char­ted 4“und

„Die Be­rech­nung der Spie­le­gra­fik er­folgt in hö­he­rer Auf­lö­sung als 1 080p, durch ein cle­ve­res 4K-up­s­ca­ling in­klu­si­ve und ei­ne ver­bes­ser­te Kan­ten­glät­tung ent­steht am En­de ein 4K-ähn­li­cher Look.“

„Days Go­ne“gra­fi­sche Aus­ru­fe­zei­chen set­zen. Ein fa­der Bei­ge­schmack bleibt den­noch be­ste­hen, denn mit mehr Ar­beits­spei­cher und et­was hö­he­rer Re­chen­leis­tung wä­re ech­te 4K-gra­fi­k­qua­li­tät auch bei gra­fisch an­spruchs­vol­len Spie­len mög­lich ge­we­sen. Na­ti­ve 4K-gra­fik ist so­mit nur bei Ti­teln wie "The Wit­ness" oder "Rez In­fi­ni­te" zu er­war­ten.

Ga­ming-vor­tei­le?

Statt mit der PS4 Pro re­le­van­te Ga­ming-vor­tei­le an­zu­prei­sen, war So­ny vor al­lem dar­um be­müht, die spie­le­ri­schen Un­ter­schie­de klein­zu­re­den. So sol­len Ps4-pro-be­sit­zer kei­ne Vor­tei­le bei der Spiel­bar­keit er­hal­ten und be­ste­hen­de Ps4-be­sit­zer nicht be­nach­tei­ligt wer­den. Ins­be­son­de­re das Fest­hal­ten an der Gra­fik­be­rech­nung mit meist nur 30 Bil­dern pro Se­kun­de stößt auf Kri­tik: Statt Pseu­do-4k und HDR hät­ten sich vie­le Spie­ler ei­ne durch­ge­hen­de Gra­fik­be­rech­nung mit 60 Bil­dern pro Se­kun­de ge­wünscht. So­ny ver­strick­te sich wäh­rend der Prä­sen­ta­ti­on je­doch in Wi­der­sprü­che, so bie­tet die hö­he­re Auf­lö­sung der PS4 Pro Vor­tei­le beim An­vi­sie­ren von weit ent­fern­ten Zie­len. Im

„Ein Ab­spie­len von UHD Blu-rays er­laubt die neue Ps4-pro-ver­si­on nicht.“

Zu­sam­men­spiel mit PS VR ver­spricht So­ny eben­falls ei­ne de­tail­rei­che­re und flüs­si­ge­re Darstel­lung. „Ri­se of the Tomb Rai­der“ent­täusch­te bei der Tex­t­ur­qua­li­tät, bie­tet je­doch drei ver­schie­de­ne Gra­fik­mo­di, um bei­spiels­wei­se mehr als 30 Bil­der pro Se­kun­de be­rech­nen zu kön­nen. So­mit scheint es al­lein von den Spie­leent­wick­lern ab­zu­hän­gen, wel­che Vor­tei­le sich am En­de durch das Ps4-pro-up­date er­ge­ben.

Man­ko Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung

In un­se­ren Tv-tests muss­ten wir in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ver­mehrt fest­stel­len, dass sich der Spiele­mo­dus für ei­ne ver­rin- ger­te Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung nicht bei al­len TVS ak­ti­vie­ren lässt, wenn UHD-HDR-SI­Gna­le zu­ge­spielt wer­den. So­nys PS4 Pro wird des­halb zum Markt­start mit ei­nem der­zeit kaum be­ach­te­ten Pro­blem kon­fron­tiert: Die Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung kann im Ver­gleich zur her­kömm­li­chen Hd-darstel­lung an­stei­gen. Dies trifft der­zeit z. B. für So­nys TV-MO­del­le XD94, XD93 und XD85 zu, wes­halb sich ins­be­son­de­re Ac­tions­hoo­ter wie „Call of Du­ty“in Hdr-qua­li­tät schwam­mi­ger steu­ern las­sen. Wirk­lich ge­nie­ßen las­sen sich et­was ru­hi­ge­re Spie­le wie „Ho­ri­zon: Ze­ro Dawn“und es bleibt ab­zu­war­ten, ob die Gra­fik­stei­ge­rung mit PS4 Pro wirk­lich al­len Spie­le­gen­res ge­recht wer­den kann.

Un­ter­schie­de zu PS4

Be­sit­zen Sie ei­nen UHD-HDR-FERN­SE­her, wer­den Sie mit PS4 Pro ei­ne bes­se­re

Bild­schär­fe und we­ni­ger Kan­ten­flim­mern wahr­neh­men. Zu­dem kön­nen Spie­le auf PS4 Pro mehr gra­fi­sche De­tails, bes­se­re Licht­und Schat­ten­ef­fek­te und we­ni­ger Pop-in-ef­fek­te auf­wei­sen. Je­des Spiel muss al­ler­dings für PS4 Pro an­ge­passt wer­den, au­to­ma­ti­sche Ver­bes­se­run­gen er­ge­ben sich nicht. Ent­we­der stel­len die Spie­leent­wick­ler ei­ne Ps4-ver­si­on in­klu­si­ve Ps4-pro-op­ti­mie­rung

„Die PS4 Pro wird zum Markt­start mit ei­nem kaum be­ach­te­ten Pro­blem kon­fron­tiert: Die Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung kann im Ver­gleich zur her­kömm­li­chen Hd-darstel­lung an­stei­gen.“

in die Re­ga­le oder Sie müs­sen ein Gra­fi­kup­date her­un­ter­la­den, um die Ps4-pro-op­ti­mie­rung ge­nie­ßen zu kön­nen – zahl­rei­che Down­loads von meh­re­ren Gi­ga­byte ste­hen Ps4-pro-be­sit­zern be­vor. Doch wie sieht es mit der ei­ner ru­ckel­frei­en Wie­der­ga­be aus? Im Ge­gen­satz zu So­nys An­kün­di­gung, mit PS4 Pro die Spiel­bar­keit nicht be­ein­flus­sen zu wol­len, zei­gen ers­te De­mos be­reits das Ge­gen­teil: 60 Bil­der pro Se­kun­de lie­fert die PS4 Pro eben­so wie die PS4 zwar nur in we­ni­gen Ti­teln, doch die am meis­ten ge­nutz­te Darstel­lung mit 30 Bil­dern pro Se­kun­de zeigt sich mit PS4 Pro den­noch ru­ckel­frei­er. Da So­ny nicht nur die Gra­fi­k­leis­tung ver­dop­pelt, um ei­ne hö­he­re Auf­lö­sung und mehr gra­fi­sche Ef­fek­te zu er­mög­li­chen, son­dern auch den Haupt­pro­zes­sor der PS4 Pro op­ti­miert, wei­sen Ps4-spie­le we­ni­ger Bil­dru­ckeln auf, da die an­ge­peil­te Bild­ra­te von 30 Bil­dern pro Se­kun­de kon­stan­ter ge­hal­ten wird als mit her­kömm­li­cher Ps4-hard­ware, die in an­spruchs­vol­len Se­quen­zen we­ni­ger als 30 FPS bie­tet. So­mit lie­fert So­nys PS4 Pro im Op­ti­mal­fall die schö­ne­re Spiel­gra­fik und ei­ne ru­ckel­freie­re Darstel­lung. Doch wes­halb ist die PS4 Pro nicht der Mei­len­stein, den sich vie­le er­hofft ha­ben?

Kein Uhd-blu-ray-lauf­werk

Das größ­te Man­ko ver­schwieg So­ny wäh­rend der Ps4-pro-prä­sen­ta­ti­on: Ein Ab­spie­len von UHD Blu-rays er­laubt die neue Ps4-ver­si­on nicht. Für lang­jäh­ri­ge Play­s­ta­ti­on-fans ist die­se Ent­wick­lung nur schwer zu ver­ste­hen, schließ­lich eta­blier­te So­ny mit der PS1 die CD-, mit der PS2 die DVD- und mit der PS3 die Blu-ray-wie­der­ga­be. So­ny ar­gu­men­tiert, dass die On­li­ne-vi­de­o­nut­zung ste­tig zu­nimmt, wo­hin­ge­gen Disc-me­di­en ei­ne aus­ster­ben­de Gat­tung dar­stel­len und Ps4-nut­zer be­reits jetzt fünf­mal häu­fi­ger Strea­m­in­gin­hal­te kon­su­mie­ren als klas­si­sche Disc-me­di­en. Oh­ne Uhd-blu-ray-un­ter­stüt­zung bleibt die Uhd-hdr-wie­der­ga­be ent­we­der op­ti­mier­ten Ps4-pro-spie­len oder Strea­m­ing­diens­ten wie Net­flix und Youtube vor­be­hal­ten. Da Uhd-hdr-fern­se­her das Strea­m­ing über in­te­grier­te Apps oh­ne Zu- satz­ge­rä­te er­mög­li­chen, bleibt un­term Strich nur die ver­bes­ser­te Spie­le­gra­fik mit PS4 Pro als Mehr­wert üb­rig. Dass So­ny nur we­ni­ge Ta­ge nach Ps4-pro-ent­hül­lung den ers­ten Uhd-blu-ray-play­er für das Früh­jahr 2017 an­kün­dig­te, und Play­s­ta­ti­on-ver­tre­ter ei­ne wei­te­re Ps4-pro-ver­si­on mit UHD-LAUF­werk bei ent­spre­chend ho­her Nach­fra­ge nicht kon­se­quent aus­schlie­ßen woll­ten, zeigt deut­lich, wie über­has­tet die No­vem­ber-ein­füh­rung der PS4 Pro im Nach­gang er­schei­nen könn­te. Der Preis der PS4 Pro stimmt da­ge­gen ver­söhn­lich: Mit 399 Eu­ro kos­tet die Kon­so­le den glei­chen Be­trag wie die PS4 zur Markt­ein­füh­rung. Zugleich ist die Leis­tung der PS4 Pro trotz der be­rech­tig­ten Kri­tik al­len an­de­ren ak­tu­el­len Lö­sun­gen bei

„Für Be­sit­zer ei­ner her­kömm­li­chen PS4 lohnt sich der Neu­kauf nur be­dingt, denn al­le bis­lang aus­ge­lie­fer­ten Ps4-kon­so­len wer­den durch ein Sys­tem­up­date zur Hdr-bild­aus­ga­be kom­pa­ti­bel ge­macht.“

Wei­tem über­le­gen. Mi­cro­soft re­agier­te den­noch selbst­be­wusst auf die Ps4-pro-ent­hül­lung, denn die Xbox One S un­ter­stützt im Ge­gen­satz zur PS4 Pro Uhd-blu-ray-discs und die nächs­te „ech­te“4K-ga­ming-ge­ne­ra­ti­on steht be­reits in den Start­lö­chern: Mit Xbox Scor­pio will Mi­cro­soft So­nys PS4 Pro in al­len Be­rei­chen über­trump­fen.

Xbox Scor­pio für ech­tes 4K-ga­ming

Be­reits im Früh­jahr 2016 ge­lang­ten die in­ter­nen Spe­zi­fi­ka­tio­nen der PS4 Pro ans Ta­ges­licht und nach Mi­cro­softs An­kün­di­gung der Xbox Scor­pio war klar, dass die PS4 Pro tech­nisch un­ter­liegt. So­nys

Ver­schwie­gen­heit beim The­ma PS4 Pro (ehe­mals PS4 Neo) nah­men vie­le Ana­lys­ten zum An­lass, um über ein Up­grade der tech­ni­schen Da­ten zu spe­ku­lie­ren. Doch So­nys Ps4-pro-plä­ne sa­hen kei­ne Kor­rek­tu­ren vor, statt­des­sen drängt der Play­s­ta­ti­on-kon­zern dar­auf, knapp ein Jahr Vor­sprung ge­gen­über Scor­pio her­aus­zu­ar­bei­ten. Mi­cro­soft zeigt sich dem­ge­gen­über ge­las­sen: Bis zur Scor­pio-ein­füh­rung sol­len Spie­leent­wick­ler mit den Ps4-pro-ver­bes­se­run­gen ex­pe­ri­men­tie­ren, um zum Scor­pio-start En­de 2017 die best­mög­li­che Gra­fik aus Mi­cro­softs 4K-LÖ­sung her­aus­zu­ho­len. Mi­cro­soft setzt ne­ben ei­ner stark ver­bes­ser­ten Gra­fi­k­leis­tung auf ei­nen leis­tungs­stär­ke­ren Ar­beits­spei­cher, um die im­men­sen 4K-bild­da­ten ver­ar­bei­ten zu kön­nen. Of­fen bleibt den­noch, wie um­fang­reich die An­pas­sun­gen für Xbox Scor­pio und PS4 Pro in den nächs­ten Jah­ren aus­fal­len wer­den: So­wohl Mi­cro­soft als auch So­ny be­to­nen, dass klas­si­sche Xbox-one- und Ps4-mo­del­le den tech­ni­schen Stan­dard wei­ter­hin de­fi­nie­ren wer­den, so­dass Ent­wick­ler kei­ne Mög­lich­keit ha­ben, ex­klu­si­ve PS4-PROo­der Xbox-scor­pio-ti­tel zu er­stel­len.

Zwei Her­stel­ler, ei­ne Stra­te­gie

Mi­cro­softs Scor­pio dürf­te eben­falls nur ein Zwi­schen­schritt sein: Die tech­ni­schen Un­ter­schie­de fal­len ver­gleich­bar zur PS4 und PS4 Pro aus, ech­te 4K-gra­fik in gra­fisch an­spruchs­vol­len Ti­teln dürf­te mit Scor­pio nur mit 30 Bil­dern pro Se­kun­de um­setz­bar sein und Ana­lys­ten rech­nen be­reits 2018/2019 mit So­nys nächs­ter Kon­so­len­ge­ne­ra­ti­on. Ob Scor­pio mit zwölf Mo­na­ten Ver­spä­tung im Ver­gleich zur PS4 Pro noch für Fu­ro­re sor­gen kann, bleibt ab­zu­war­ten. Mi­cro­soft und So­ny ver­fol­gen ei­ne ähn­li­che Pro­dukt­stra­te­gie: Ver­gleich­bar zum Smart­pho­ne-markt wol­len bei­de Her­stel­ler kon­ti­nu­ier­lich leis­tungs­stär­ke­re Kon­so­len­ver­sio­nen be­reit­stel­len und den tra­di­tio­nel­len Pro­dukt­zy­klus von zu­letzt mehr als sechs Jah­ren durch­bre­chen. Da die neu­en Kon­so­len voll­stän­dig ab­wärts­kom­pa­ti­bel sind, kön­nen be­reits er­wor­be­ne Spie­le wei­ter­hin ge­nutzt wer­den und die­se las­sen sich zu­dem per Up­dates gra­fisch auf den neu­es­ten Stand brin­gen. Im Kern schie­len Mi­cro­soft und So­ny auf den Pc-markt, der mit jähr­li­chen Hard­ware­up­dates ste­ti­ge gra­fi­sche Ver­bes­se­run­gen ver­spricht. Ein un­kal­ku­lier­ba­res Ri­si­ko neh­men bei­de Her­stel­ler da­bei in Kauf: Der Ent­wick­lungs­auf­wand für Spie­le­kon­so­len steigt in den nächs­ten Jah­ren im­mer mehr an, al­lein En­de 2017 müs­sen Vi­deo­spiel­ti­tel für PS4, PS4 Pro, Xbox One, Xbox Scor­pio und Nin-

ten­dos kom­men­de Kon­so­le NX op­ti­miert wer­den – ein Auf­wand, der sich nicht für al­le Ent­wick­ler­stu­di­os rech­nen dürf­te.

Ps4-zwi­schen­schritt

So­nys Ps4-pro-prä­sen­ta­ti­on war ehr­lich, un­auf­ge­regt und un­spek­ta­ku­lär. Für Be­sit­zer ei­ner her­kömm­li­chen PS4 lohnt sich der Neu­kauf nur be­dingt, denn al­le bis­lang aus­ge­lie­fer­ten Ps4-kon­so­len wer­den durch ein Sys­tem­up­date zur Hdr-bild­aus­ga­be kom­pa­ti­bel ge­macht, so­dass sich der hö­he­re Dy­na­mik­um­fang auch mit be­ste­hen­der Ps4-hard­ware vi­sua­li­sie­ren lässt. Ver­gleich­bar zu Ps4-pro-op­ti­mier­ten Spie­len muss al­ler­dings erst ein Hdr-patch für be­ste­hen­de Spie­le zur Ver­fü­gung ge­stellt und in­stal­liert wer­den. Ers­te PS4-PRO-DE­mos zei­gen of­fen­sicht­li­che Gra­fik­vor­tei­le für Be­sit­zer von High-end-tvs: Ver­bes­ser­te Weit­sicht, kla­re­re De­tails und kaum Kan­ten­flim­mern sor­gen für ei­nen rund­um ver­bes­ser­ten Look, ins­be­son­de­re bei ei­ner Xxl-darstel­lung. Je schwä­cher der Fern­se­her zur Darstel­lung aus­fällt, des­to ge­rin­ge­re Vor­tei­le er­ge­ben sich: Trotz des fai­ren Prei­ses von 399 Eu­ro für die PS4 Pro dürf­ten die Kos­ten ei­nes HIGH-END-HDR-TVS für vie­le Ga­ming-fans zu hoch aus­fal­len. Im Kern rich­tet sich So­nys PS4 Pro an Be­sit­zer von erst­klas­si­gen Hdr-fern­se­hern, doch de­ren An­sprü­che wird die PS4 Pro man­gels Uhd-blu-ray-lauf­werk nicht im vol­len Um­fang ge­recht. Der güns­ti­ge Preis ist zugleich das größ­te Man­ko der Kon­so­le: Die PS4 Pro ist nur ein Zwi­schen­schritt, der in zwölf Mo­na­ten von Mi­cro­softs Xbox-scor­pio-kon­kur­renz über­flü­gelt und 2018/2019 vor­aus­sicht­lich von So­nys nächs­ter Kon­so­len­ge­ne­ra­ti­on ab­ge­löst wird. Soll­ten Sie be­reits jetzt ei­nen 4K-HDR-TV, aber noch kei­ne PS4 be­sit­zen, dann ist die PS4 Pro der op­ti­ma­le Ein­stieg in So­nys ak­tu­el­le Kon­so­len­ge­ne­ra­ti­on. Al­le an­de­ren kön­nen mit be­ste­hen­der Ps4-hard­ware die Hdr-bild­aus­ga­be aus­tes­ten und in al­ler Ru­he die Preis­ent­wick­lung der PS4 Pro ver­fol­gen: Mit at­trak­ti­ven Spie­le­bund­les und sicht­ba­ren gra­fi­schen Ver­bes­se­run­gen dürf­te es Tech­ni­k­lieb­ha­bern schwer­fal­len, das Gra­fi­kup­date gänz­lich aus­zu­schla­gen. 2016 bie­tet Play­s­ta­ti­on VR für Ps4-be­sit­zer je­doch das fas­zi­nie­ren­de­re Er­leb­nis­pa­ket, wäh­rend PS4 Pro das be­kann­te PS4-GA­ming le­dig­lich in De­tail­be­rei­chen ver­bes­sert. Span­nend bleibt den­noch, in­wie­weit die Vr-dar­stel­lungs­qua­li­tät von der Mehr­leis­tung der PS4 Pro pro­fi­tiert. Nun liegt es an den Spie­leent­wick­lern mög­lichst schnell und zahl­reich an­ge­pass­te Ps4-pro-ver­sio­nen zu er­stel­len, da­mit sich der tech­ni­sche Mehr­wert der neu­en Kon­so­le auch in der Pra­xis aus­spie­len lässt.

So­nys PS4 Pro ist ab 10. No­vem­ber zum Preis von 399 Eu­ro er­hält­lich. Ob­wohl der Ps4-pro-vor­ver­kauf ver­hal­ten be­gann, sind Vor­be­stel­lun­gen der­zeit kaum noch mög­lich

Ver­wechs­lungs­ge­fahr: So­ny über­ar­bei­tet das De­sign der klas­si­schen PS4 und bringt die­se als PS4 Slim (links) für 299 Eu­ro wei­ter­hin auf den Markt. Die PS4 Pro (rechts) ist da­ge­gen deut­lich leis­tungs­stär­ker und kos­tet 399 Eu­ro

Im Ge­gen­satz zur PS4 Slim blei­ben bei der PS4 Pro sämt­li­che An­schlüs­se der bis­he­ri­gen Ps4-ver­si­on, dar­un­ter auch der op­ti­sche Di­gi­tal­aus­gang, er­hal­ten

Die PS4 Pro bie­tet auch im draht­lo­sen Zu­sam­men­spiel Vor­tei­le: Das Spie­le­vi­deo­st­rea­m­ing klappt in ech­ter 1 080p-qua­li­tät und Draht­los­netz­wer­ke mit 2,4 GHZ oder 5 GHZ wer­den glei­cher­ma­ßen un­ter­stützt

Mit­tels Hdr-bild­aus­ga­be (links) zei­gen sich in dunk­len und hel­len Be­rei­chen mehr De­tails als mit Sdr-qu­el­len (rechts), zugleich er­schei­nen Far­ben sat­ter. Ne­ben PS4 Pro sind auch al­le her­kömm­li­chen Ps4-mo­del­le zur Hdr-aus­ga­be kom­pa­ti­bel. Al­ler­dings de­monst

So­ny über­ar­bei­tet den Ps4-con­trol­ler im De­tail: Das Leucht­feld ist nun auch in der Drauf­sicht er­kenn­bar, der wi­der­stands­fä­hi­ge­re Gum­mi­über­zug für die Ana­logsticks soll Ab­nut­zungs­ef­fek­te ver­hin­dern und per Usb-ka­bel mit der PS4 ver­bun­den sol­len Ein­ga­ben no

Ab­seits des 4K-HDR-HYPES lie­fert PS4 Pro sicht­ba­re Mehr­wer­te für Be­sit­zer klas­si­scher HD-TVS wie z. B. ei­ne flüs­si­ge­re und de­tail­rei­che­re Bild­aus­ga­be. Die 4K- und Hdr-prä­sen­ta­tio­nen ver­schlan­gen je­doch zu viel Zeit, wäh­rend Ps4-pro-vor­tei­le für be­ste­hen­de

Die prä­sen­tier­te Se­quenz von „Ho­ri­zon: Ze­ro Dawn“kam oh­ne spie­le­ri­sche Hö­he­punk­te aus, in hoch­s­ka­lier­ter 4K-hdr-qua­li­tät be­sticht der Ti­tel aber noch­mals mehr als in klas­si­scher 1 080p-ps4-gra­fik. Vor al­lem die sat­ten Far­ben, der ho­he Dy­na­mik­um­fang und di

Uhd-blu-ray-un­ter­stüt­zung? Nein! So­nys PS4 Pro ver­wei­gert das Ab­spie­len der neu­en Disc-me­di­en, statt­des­sen wer­den Strea­m­ing­diens­te für UHD-HDR-VI­DE­OS ge­nutzt. Ein Mehr­wert ist dies aber nicht: UHDHDR-TVS bie­ten ei­nen Vod-di­rekt­zu­griff, um ent­spre­chen­de In

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.