On­kyo TX-NR656: Au­di­oVi­deo-al­les­kön­ner mit 3D-sound­garan­tie

HD TV - - Inhalt 6.2016 - THO­MAS KIR­SCHE

Was Her­stel­ler heut­zu­ta­ge in ei­nen ak­tu­el­len Av-re­cei­ver an Tech­nik un­ter­brin­gen, ist er­staun­lich. Der TX-NR656 von On­kyo trumpft mit ei­ner Men­ge an Merk­ma­len und Fea­tu­res auf, ob er da­bei auch noch gut klingt, klä­ren wir jetzt.

Op­tisch ist der TX-NR656 ein Klas­si­ker un­ter den Av-re­cei­vern. Das wuch­ti­ge Ge­häu­se schin­det Ein­druck, der Front­blen­de merkt man den güns­ti­gen Kauf­preis nur aus kur­zer Dis­tanz an: Viel Kunst­stoff statt Me­tall kommt beim TX-NR656 zum Ein­satz. Der Re­cei­ver ist in Schwarz und Sil­ber er­hält­lich, wo­bei er uns in Schwarz ein we­nig bes­ser ge­fällt. Dank der Wahl­tas­ten für die Ein­gän­ge und Reg­ler für Laut­stär­ke kön­nen vie­le Funk­tio­nen des Ge­rä­tes auch oh­ne Fern­be­die­nung ak­ti­viert wer­den. Zu er­wäh­nen sei noch die Ober­sei­te, die von ei­nem Lüf­tungs­git­ter durch­zo­gen ist: Der TX-NR656 er­zeugt or­dent­lich Ab­wär­me, so­dass Sie kei­ne Ge­gen­stän­de auf den Re­cei­ver stel­len soll­ten.

Ein­fach ein­ge­mes­sen

On­kyo be­wirbt den 7.2-Ka­nal-av-re­cei­ver als hoch­mo­der­nes Kraft­pa­ket. Und rich­tig: mit der DTS:X- und Dol­by-at­mos-de­ko­die­rung kom­men 3D-raum­klang­fans voll auf ih­re Kos­ten. Mit ei­nem 384-khz/32- Bit-d/a-wand­ler kann er al­le hoch­auf­lö­sen­den Ton­for­ma­te ver­ar­bei­ten und durch die dy­na­mi­sche Au­dio­ver­stär­kung treibt er Laut­spre­cher mit Nach­druck an. Al­le acht Hdmi-ein­gän­ge (ei­ner da­von ist an der Front) und die bei­den Hdmi-aus­gän­ge des TX-NR656 un­ter­stüt­zen 4K und HDR, al­ler­dings sind nur drei Ein­gän­ge zum Hdcp-2.2-ko­pier­schutz kom­pa­ti­bel. Zu­dem schleift der Re­cei­ver den Groß­teil der Ein­gangs­si­gna­le nur durch, ei­ne voll­wer­ti­ge 4K-wand­lung al­ler Qu­el­len soll­te man des­halb nicht er­war­ten. Wer

„Für Be­sit­zer von Dol­by­At­mos-auf­satz­laut­spre­chern ist die Ak­ti­vie­rung der neu­en Ac­cu-re­flex-funk­ti­on be­son­ders loh­nens­wert.“

ei­nen Plat­ten­spie­ler sein Ei­gen nennt, kann die­sen an den Pho­no­ein­gang an­schlie­ßen. Da­ne­ben gibt es noch drei di­gi­ta­le Au­dio­ein­gän­ge (zwei op­tisch und ei­nen ko­axi­al) und acht ana­lo­ge Au­dio­ein­gän­ge. Wie ge­wohnt kön­nen auch zwei par­al­lel­be­trie­be­ne Sub­woo­fer an die Vor­ver­stär­ker­aus­gän­ge an­ge­schlos­sen wer­den, die prak­ti­sche Equa­li­zer­op­ti­mie­rung gilt da­bei für bei­de Bass­laut­spre­cher.

3D-raum­klang

Nach­dem wir den Ein­schalt­knopf ge­drückt ha­ben, ver­bin­det sich das Ge­rät mit dem Netz­werk und mel­det ein aus­ste­hen­des Up­date. Nach knapp 20 Mi­nu­ten ist die­ses in­stal­liert. Es wur­de üb­ri­gens schon lan­ge von den Nut­zern er­war­tet, denn dank des Up­dates kann der Re­cei­ver end­lich das ob­jekt­ba­sier­te Au­dio­for­mat DTS-X wie­der­ge­ben. Um den Re­cei­ver ein­zu­mes­sen, plat­zie­ren wir das mit­ge­lie­fer­te Mess­mi­kro­fon an die Stel­le, an der wir nor­ma­ler­wei­se sit­zen. An­schlie­ßend ste­cken wir es in die Set-up-mic-buch­se an der Front des Re­cei­vers. Der er­kennt au­to­ma­tisch das Mi­kro und fragt, für wel­ches Bo­xen-set-up die Ein­mes­sung er­fol­gen soll. Für Be­sit­zer von Dol­by-at­mos-auf­satz­laut­spre­chern ist die Ak­ti­vie­rung der neu­en Ac­cu-re­flex-funk­ti­on be­son­ders loh­nens­wert: Das Sys­tem kor­ri­giert da­bei die Pha­se, um den Klang­ein­druck an die rest­li­chen Laut­spre­cher an­zu­glei­chen. Sie müs­sen Ac­cu-re­flex le­dig­lich ak­ti­vie­ren und den Ab­stand der Auf­satz­laut­spre­cher zur De­cke kor­rekt an­ge­ben. Im Hör­test zeig­te der TX-NR656 sein gan­zes Kön­nen, ins­be­son­de­re mit ak­tu­el­len Uhd-blu-ray-fil­men und Dol­by-at­mos-ton­spur ver­wöhnt der Re­cei­ver Au­ge und Ohr. Das On­kyo-ty­pi­sche enorm fül­li­ge Klang­bild ver­mag auch der TXNR656 mit ho­her Dy­na­mik um­zu­set­zen,

so­dass Ac­tion­fans voll auf ih­re Kos­ten kom­men. Dass die Durch­hör­bar­keit nicht im­mer op­ti­mal aus­fällt und der Bass­be­reich et­was vor­der­grün­dig aus­staf­fiert wird, lässt sich ver­schmer­zen, zu­dem bie­ten die Equa­li­zer­ein­stel­lun­gen aus­rei­chend Po­ten­zi­al, um den Klang­ein­druck nach ei­ge­nen Wün­schen zu tu­nen.

Mehr hö­ren

Ob Blue­tooth, Air­play oder WLAN: Der draht­lo­se Zu­griff auf den TX-NR656 klappt rei­bungs­los. Im Hand­um­dre­hen kön­nen Sie über den Av-re­cei­ver die Mu­sik vom ipho­ne via Air­play hö­ren, da­zu wird so­gar das pas­sen­de Co­ver auf den Fern­se­her über­tra­gen. Noch mehr Steu­er­mög­lich­kei­ten bie­tet die On­kyo-app. Dank ihr kann die Fern­be­die­nung in ei­ner Schub­la­de ver­schwin­den. Auf dem Smart­pho­ne ab­ge­leg­te Bil­der, Mu­sik und Vi­de­os las­sen sich per WLAN pro­blem­los strea­men. Apps bie­tet der Re­cei­ver eben­so: Ne­ben Tu­n­ein fin­det sich ei­ne In­ter­ne­tra­dio­app, die aus dem Re­cei­ver ei­nen Welt­emp­fän­ger macht. Spo­ti­fy ist eben­falls mit an Bord und lie­fert die be­kann­ten Play­lis­ten und Mu­sik­samm­lun­gen. Pan­do­ra darf in der App-samm­lung für Mu­sik­lieb­ha­ber na­tür­lich nicht feh­len, wo­bei der Di­enst in Deutsch­land nicht ver­füg­bar ist. We­sent­lich in­ter­es­san­ter als die­se Apps ist aber Ti­dal. Der so­ge­nann­te High-fi­de­li­ty-mu­sic-strea­m­ing­dienst er­laubt für knapp 20 Eu­ro im Mo­nat das Strea­men von Mu­sik in Cd-qua­li­tät. Wer jetzt glaubt, es ma­che kei­nen Un­ter­schied, ob man ei­ne Aac-da­tei mit 320 kbit/s oder ei­ne FLAC-DA­TEI mit 1411 Kbit/s (Cd-qua­li­tät) hört, der irrt sich ge­wal­tig. Über den TX-NR656 wa­ren die Un­ter­schie­de deut­lich hör­bar. Bei­spiels­wei­se ist Ade­les Stim­me bei ih­rem Welt­hit „Hel­lo“we­sent­lich vol­ler und er­scheint räum­li­cher. Das Kla­vier klingt nu­an­cier­ter und über­haupt sind die In­stru­men­te we­sent­lich dif­fe­ren­zier­ter wahr­nehm­bar.

Er kann auch mu­si­ka­lisch

Um wei­ter in die klang­li­chen Tie­fen des Av-re­cei­vers ein­zu­tau­chen, grei­fen wir jetzt auf un­se­re um­fang­rei­che Mu­sik­samm­lung im Netz­werk zu­rück. Der Klas­si­ker des Bue­na Vis­ta So­ci­al Club „Chan Chan“ist un­se­re ers­te Wahl. Wun­der­schön und stim­mig set­zen die Gi­tar­ren ein, nur der vo­lu­mi­nö­se Bass schiebt sich et­was zu sehr in den Vor­der­grund. Die Stim­men der al­ten Her­ren er­klin­gen und uns fällt auf, wie prä­zi­se das Ste­reo­pan­ora­ma ab­ge­bil­det wird. Um bei un­se­rem Test mu­si­ka­lisch nicht in der Ver­gan­gen­heit zu ver­wei­len, schlie­ßen wir an der Rück­sei­te des Av-re­cei­vers ei­nen Usb-stick an. Der wird so­fort als Netz­wer­klauf­werk er­kannt. Auf dem Stick liegt das 2015 er­schie­ne­ne Al­bum von Dia­na Pan­ton „I Be­lie­ve in Litt­le Things“. Wir hö­ren un­se­ren Lieb­lings­song „In A World Of My Own“. Das Som­mer-gu­te-lau­ne-lied macht Lust dar­auf, sich ein­fach aufs Rad zu schwin­gen und durch blü­hen­de Wie­sen und Fel­der zu fah­ren. Das wun­der­bar sanf­te Pia­no, die hel­le und kla­re Stim­me der Sän­ge­rin und die fein ab­ge­stimm­te Gi­tar­re – al­les klingt kom­pro­miss­los gut. Auch hier fällt wie­der die tol­le Rä­um­lich­keit auf. Ein Man­ko hat der TX-NR656 aber doch: Beim Ra­dio­emp­fang setzt On­kyo auf UKW statt DAB Plus.

Mehr als er­hofft

Der TX-NR656 schafft es, der Mu­sik ei­ne au­then­ti­sche Klang­far­be zu ge­ben. Bei ei­nem Ge­rät, was mehr Funk­tio­nen als ein Schwei­zer Ta­schen­mes­ser hat, ist das wirk­lich be­ein­dru­ckend. Die Ent­wick­ler zei­gen da­mit, dass es tat­säch­lich mög­lich ist, gut klin­gen­de Au­dio-elek­tro­nik in ei­nem güns­ti­gen Av-re­cei­ver un­ter­zu­brin­gen.

Die Hdmi-ein­gän­ge sind zu ak­tu­el­len Stan­dards wie 4K und HDR kom­pa­ti­bel, den Ko­pier­schutz HDCP 2.2 un­ter­stüt­zen al­ler­dings nur drei Ein­gän­ge. An der Front fin­det sich ne­ben dem Mi­kro­fon­an­schluss ei­ne wei­te­re Hdmi-schnitt­stel­le

Die Fern­be­die­nung ist in­tui­tiv ge­stal­tet, aber et­was bes­ser lässt sich das Ge­rät mit der On­kyo-app steu­ern

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