Panasonic DC-GH5

HD TV - - Inhalt - RUBEN SCHÄFER

Be­reits letz­tes Jahr prä­sen­tier­te Panasonic auf der Pho­to­ki­na ei­nen Aus­blick auf die neue DSLM-KA­me­ra mit Mi­cro-four-thirds-sen­sor na­mens GH5, seit An­fang April ist sie end­lich im Ein­zel­han­del er­hält­lich. Der Her­stel­ler kün­dig­te voll­mun­dig an, das die GH5 kon­ven­tio­nel­le Gren­zen spren­gen soll, sprich: Die GH5 soll ei­ne der bes­ten Ka­me­ras sein, die man für Geld kau­fen kann. Das hat uns na­tür­lich neu­gie­rig ge­macht und wir ha­ben die GH5 im All­tag aus­pro­biert.

Beim Au­s­pa­cken fällt be­reits auf: Die GH5 ist grö­ßer und wiegt mehr, als es der kom­pak­te Bild­sen­sor ver­mu­ten lässt. Da­für liegt die Ka­me­ra sehr gut in der Hand, eben­so wie das mit­ge­lie­fer­te Kit-ob­jek­tiv. Die Steue­rung er­folgt über zahl­rei­che Dreh­räd­chen und Schal­ter, bes­ser aber über den gro­ßen und hoch­auf­lö­sen­den Touch­screen. Die­ser lässt sich auch dre­hen und schwen­ken, per­fekt für Vi­de­os oder Sel­fies.

Hier steckt mehr drin

Das Mul­ti­ta­lent bie­tet für Fo­to- und Vi­deo­auf­nah­men de­fi­ni­tiv High-end-leis­tung. Mit dem neu­en 20-Me­ga­pi­xel-sen­sor oh­ne Tief­pass­fil­ter, dua­ler 5-Ach­sen-bild­s­ta­bi­li­sie­rung, su­per­schnel­lem und gro­ßem Oled-su­cher (3,7 MP), wet­ter­fes­tem Ma­g­ne­si­um­ge­häu­se, Blue­tooth LE und vie­len wei­te­ren Neue­run­gen setzt die GH5 auf dem Pa­pier neue Maß­stä­be. Ge­hen wir mal ins De­tail: Der Ver­zicht auf ei­nen Tief­pass­fil­ter sorgt für ei­ne hö­he­re Bild­schär­fe und mehr Dy­na­mik, das konn­ten wir im Test auch mit Be­geis­te­rung fest­stel­len. Der Sen­sor löst mit 20 Me­ga­pi­xeln im un­ty­pi­schen 4:3-For­mat auf, Fo­tos müs­sen al­so oft für Mo­ni­to­re oder Lein­wän­de zu­ge­schnit­ten wer­den. Da­für ver­fügt die Ka­me­ra über ei­nen in­te­grier­ten Bild­s­ta­bi­li­sa­tor, der Sen­sor ist fle­xi­bel be­fes­tigt und kann so klei­ne­re

„Elek­tro­ni­scher Su­cher und das klapp­ba­re Dis­play er­leich­tern die Fo­to- und Vi­deo­auf­nah­me un­ter schwie­ri­gen Auf­nah­me­be­din­gun­gen.“

Er­schüt­te­run­gen aus­glei­chen. In Zu­sam­men­ar­beit mit dem 12-60mm Kit-ob­jek­tiv, wel­ches eben­falls sta­bi­li­siert ist, ge­hö­ren ver­wa­ckel­te Bil­der der Ver­gan­gen­heit an. Den­noch müs­sen wir vom Kit-ob­jek­tiv ab­ra­ten: Die Schär­fe ist ins­be­son­de­re bei Of­fen­blen­de nicht über­ra­gend und die Of­fen­blen­de fällt mit F/3.5 bis F/5.6 recht klein aus. Auch die Ver­ar­bei­tung ist nicht be­rau­schend, nur das Ba­jo­nett ist aus Me­tall ge­fer­tigt. Im­mer­hin liegt der Auf­preis für das Ob­jek­tiv bei nur rund 100 Eu­ro. Tipp für Fo­to­ex­per­ten: Kau­fen Sie nur das Ge­häu­se und da­zu ent­we­der die 12-60mm Panasonic-lei­ca Va­ri­an­te oder ein Olym­pus 12-100mm Pro, wenn Sie Wert auf ma­xi­ma­le Per­for­mance le­gen.

Für Fil­mer ge­macht

Wie schon der Vor­gän­ger GH4 ist auch die neue GH5 ins­be­son­de­re für Vi­deo­fil­mer op­ti­miert wor­den. Als ers­te Ka­me­ra für Pri­vat­kun­den filmt sie mit bis zu 4K-auf­lö­sung, 60 Bil­dern pro Se­kun­de, 10 Bit Farb­tie­fe und nach ei­nem Soft­ware­up­date sol­len so­gar Hlg-hdr-auf­nah­men mög­lich sein. Da­bei ent­fällt die üb­li­che Auf­nah­me­dau­er­sper­re von 30 Mi­nu­ten, die Ka­me­ra kann al­so non-stop auf­zeich­nen. Dank zwei­er Sd-kar­ten­fä­cher kann der Spei­cher­platz wäh­rend der Auf­nah­me ge­wech­selt wer­den, da­durch ver­pas­sen Sie kei­nen Au­gen­blick mehr. Die Vi­deo­qua­li­tät hat uns ein­mal mehr po­si­tiv über­rascht: Schar­fe, le­ben­di­ge und kon­trast­rei­che 4Kfil­me las­sen sich di­rekt in der Ka­me­ra auf­zeich­nen und am hei­mi­schen UHD-TV wie­der­ge­ben, al­ter­na­tiv kann man auch in be­son­ders „fla­chen“Ein­stel­lun­gen Auf­nah­men durch­füh­ren. Be­deu­tet: Das Bild wird be­wusst mit ei­nem nied­ri­gen Kon­trast und we­nig Sät­ti­gung ge­filmt, es sieht al­so zu­nächst recht grau und

lang­wei­lig aus. Durch ei­ne Nach­be­ar­bei­tung am PC las­sen sich aber noch bes­se­re Er­geb­nis­se er­zie­len, die so be­ar­bei­te­ten Vi­de­os ha­ben dann fast Ki­no­qua­li­tät. Die Ka­me­ra kann mit bis zu 10-Bit-farb­tie­fe in­tern auf­zeich­nen, so­dass auch in schwach be­lich­te­ten Bild­be­rei­chen kein De­tail ver­lo­ren geht. Ei­ne in­tel­li­gen­te De­tail­ver­ar­bei­tung ana­ly­siert die Cha­rak­te­ris­tik je­des ein­zel­nen Pi­xels, um fest­zu­stel­len, ob das Pi­xel zu ei­nem Flä­chen-, De­tail- oder Kan­ten­be­reich im Bild ge­hört, um es dem­ent­spre­chend op­ti­mal zu ver­ar­bei­ten. Das Er­geb­nis sind de­tail­ge­naue Bil­der, fein ab­ge­stuf­te Farb­ver­läu­fe und kei­ne un­na­tür­li­chen Kan­ten­an­he­bun­gen. Zu­dem er­kennt ei­ne drei­fa­che Far­bana­ly­se nicht nur Farb­ton und Sät­ti­gung, son­dern auch die Hel­lig­keit, um ei­ne op­ti­ma­le An­pas­sung der ein­zel­nen Werte zu er­mög­li­chen. Er­geb­nis ist ei­ne bes­se­re Farb­wie­der­ga­be von den dun­kels­ten bis zu den hells­ten Bild­be­rei­chen. Trotz all die­ser Fea­tu­res ra­ten wir Hob­by­nut­zern al­ler­dings da­von ab, das theo­re­ti­sche Po­ten­zi­al voll aus­zu­schöp­fen: Schon kur­ze Vi­de­os sind bei ma­xi­ma­ler Qualität schnell meh­re­re Gi­ga­bytes groß und um 4K-vi­de­os im fla­chen Pro­fil an­spre­chend zu be­ar­bei­ten, sind sehr leis­tungs­star­ke Com­pu­ter not­wen­dig. Ein­stei­ger soll­ten bes­ser auf die vor­ein­ge­stell­ten Film­mo­di ver­trau­en, denn auch hier hin­ter­lässt die GH5 ei­ne gu­te Fi­gur. Be­schrän­ken Sie sich auf gän­gi­ge Hd-auf­lö­sung, kön­nen Sie so­gar Su­per­zeit­lu­pen­auf­nah­men bei bis zu 180 Bil­dern pro Se­kun­de spei­chern.

Auf­nah­men in Re­kord­zeit

Die LU­MIX GH5 er­zeugt dank her­vor­ra­gen­der Auf­lö­sung, Bild­ver­ar­bei­tung und Farb­wie­der­ga­be qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge, na­tur­ge­treue Fo­tos. Für ei­ne noch prä­zi­se­re Fo­kus­sie­rung wur­de die An­zahl der Fo­kus­fel­der von 49 auf 225 er­höht. Sie kön­nen ei­ne Grup­pe von Fo­kus­fel­dern pas­send zum Mo­tiv de­fi­nie­ren und die­se mit dem neu­en Joy­stick für den rech­ten Dau­men ein­fach steu­ern, oh­ne das Mo­tiv aus den Au­gen zu las­sen. Dies ist auch beim Blick durch den Su­cher mög­lich und auch, wenn man den Fin­ger vom Aus­lö­ser nimmt. Wenn der Schär­fe­punkt bei nor­ma­ler Fo­kus­sie­rung ein­mal nicht den Vor­stel­lun­gen des Be­nut­zers ent­spricht, er­mög­licht es die LU­MIX GH5 mit ih­rer Post-fo­cus-funk­ti­on, auch nach der Auf­nah­me ei­nen be­stimm­ten Fo­kus­punkt aus­zu­wäh­len. Se­ri­en­bil­der ge­lin­gen üb­ri­gens mit 11 Bil­dern pro Se­kun­de oder mit der 6K-fo­to­funk­ti­on, hier wird ein ein­se­kün­di­ges Vi­deo auf­ge­nom­men, je­des Ein­zel­bild hat 18 Me­ga­pi­xel und kann ex­tra­hiert wer­den. Bis ISO800 zei­gen Fo­tos kaum De­tail­ver­lus­te, bis ISO3 200 ist die Auf­lö­sungs­qua­li­tät ak­zep­ta­bel. Zu­sam­men­ge­fasst ist die GH5 ei­ne rund­um ge­lun­ge­ne Fo­to- und Vi­deo­ka­me­ra und übertrifft in Sum­me auch deut­lich teu­re­re Ge­rä­te der Kon­kur­renz. Güns­tig ist die GH5 mit ei­nem hoch­wer­ti­gen Ob­jek­tiv zwar nicht, aber wer we­der bei Fo­to- noch Vi­deo­auf­nah­men Kom­pro­mis­se ein­ge­hen will, fin­det in die­ser Preis­klas­se kaum Ver­gleich­ba­res.

Elek­tro­ni­scher Su­cher und das klapp­ba­re Dis­play er­leich­tern die Fo­to- und Vi­deo­auf­nah­me un­ter schwie­ri­gen Auf­nah­me­be­din­gun­gen

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.