EIN ZEI­CHEN GU­TEN SE­RI­EN-GE­SCHMACKS

Hier­zu­lan­de ist den meis­ten die Bri­tish Broad­cas­ting Cor­po­ra­ti­on als Ga­rant für erst­klas­si­ge Do­ku­men­ta­tio­nen be­kannt. Es gibt der­zeit kein Stu­dio, das hier mehr Er­fah­rung hat und mehr auf Qua­li­tät setzt. Dass von der BBC al­ler­dings auch emp­feh­lens­wer­te Pr

HD TV - - Sony KD-49XE9005 -

Sher­lock – das weiß je­der – ge­hört zu den bes­ten und be­lieb­tes­ten Se­ri­en der Welt. Und sie stammt von der BBC, die ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on an hoch­wer­ti­gen Se­ri­en­pro­duk­tio­nen vor­wei­sen kann. Al­ler­dings ist „Sher­lock“nur ei­nes der Zug­pfer­de des bri­ti­schen Staats­fern­se­hens. Nicht um­sonst ge­hört ei­ne blaue No­t­ruf­zel­le zu den fes­ten Lo­gos der BBC, da die Sci­ence-fic­tion-se­rie „Doc­tor Who“seit über fünf­zig Jah­ren (mit Pau­se) zum ab­so­lu­ten Kult­pro­gramm welt­weit ge­hört. Wo sonst sieht man ei­nen Zei­t­rei­sen­den, der bei sei­nen Aben­teu­ern auch heu­te noch auf Müll­ton­nen-ar­ti­ge Da­leks (nur echt mit ei­nem Püm­pel) mit sei­nem Schall­schrau­ben­zie­her zielt? Oder der lie­ber erst ein­mal mit den Men­schen-ent­füh­ren­den Ech­sen­men­schen re­det, an­statt die Sa­che mit Waf­fen­ge­walt zu lö­sen? „Die spin­nen, die Bri­ten“hät­te hier ein kei­nes­wegs über­ge­wich­ti­ger Gal­li­er ge­sagt, wenn er ge­se­hen hät­te, mit wel­cher Krea­ti­vi­tät eben­je­ne Se­ri­en­schöp­fer der BBC ihr Pu­bli­kum Wo­che für Wo­che aufs neue über­ra­schen. Ei­ne Viel­zahl die­ser Pro­duk­te gibt es glück­li­cher­wei­se auch auf Blu-ray, so­dass sich Se­ri­en-fans über ein bun­tes Bou­quet an bril­lan­ten Staf­feln und Epi­so­den er- freu­en kön­nen. Ei­ni­ge der in­ter­es­san­tes­ten Ex­em­pla­re wol­len wir auf die­ser Dop­pel­sei­te vor­stel­len.

Top Of The La­ke

Na­tür­lich gibt es wie an­ge­deu­tet von der BBC ein brei­tes Pro­gramm für Kri­mi-freun­de, die be­den­ken­los bei sol­chen Qua­li­täts-ti­teln wie z. B. der zu recht Gol­den- Glo­be-prä­mier­ten Thril­ler- Se­rie „Lu­ther“(vier Staf­feln per­fekt in­sze­nier­ter Span­nung), „Hap­py Val­ley“(zwei Staf­feln vol­ler ab­surd-au­then­ti­scher Fäl­le) so­wie den Tv-fil­men zu „Kom­mis­sar Mai­gret“(Klas­si­sche Kri­mi-hand­lung im mo­dern ge­film­ten Look) zu­grei­fen kön­nen. Mit die­sen Se­ri­en kann man im Prin­zip nichts falsch ma­chen, da sie ganz ein­fach zum Gen­re-ka­non ge­hö­ren.

Ei­nes der we­ni­ger be­kann­ten aber kei­nes­wegs zu un­ter­schät­zen­den Kri­mi-high­lights ist die Gol­den- Glo­be-prä­mier­te Mi­ni-se­rie „Top Of The La­ke“, die 2013 mit sie­ben Epi­so­den ihr De­büt gab. Und die­ses hat­te es in sich, denn be­reits die Ex­po­si­ti­on der Se­rie be­ginnt mit ei­nem zwölf­jäh­ri­gen, schwan­ge­ren Mäd­chen, das sich of­fen­bar mit Selbst­mord­ab­sich­ten in ei­nen See be­gibt. Männ­li­che Ge­walt ge­gen Frau­en ist das Haupt­the­ma der kom­plet­ten Staf­fel und zieht sich durch die Hand­lung wie ein ro­ter Fa­den. Da die zu­stän­di­ge Er­mitt­le­rin Ro­bin Grif­fin (Eli­sa­beth Moss) selbst schon Op­fer ei­nes Se­xu­al­ver­bre­chens wur­de, kann sie sich sehr gut in die Si­tua­tui­on des Mäd­chens hin­ein­ver­set­zen, muss aber auch im­mer wie­der auf ei­ne ge­sun­de Dis­tanz zu den ak­tu­el­len Ge­scheh­nis­sen ach­ten. Das al­les er­zählt die Se­ri­en­schöp­fe­rin und Re­gis­seu­rin Ja­ne Cam­pi­on („Das Pia­no“, „Bright Star“) in äu­ßerst au­then­ti­schen, un­ge­schön­ten und mit­rei­ßen­den Bil­dern, die durch die ex­zel­len­te Schau­spiel­be­set­zung zum Le­ben er­wa­chen. Dass Cam­pi­on nun für die zwei­te Staf­fel so­gar den aus­tra­li­schen Hol­ly­wood-star Ni­co­le Kid­man ge­win­nen konn­te, dürf­te nicht nur an dem neu­en Hand­lungs­ort Syd­ney lie­gen, son­dern auch an de­ren frü­he­rer Zu­sam­men­ar­beit für den Os­car-no­mi­nier­ten Film „Por­trait Of A La­dy“(1996). Staf­fel zwei wird im Lau­fe des Jah­res aus­ge­strahlt wer­den, wo­bei die ers­ten bei­den Epi­so­den be­reits auf dem dies­jäh­ri­gen Can­nes Film­fes­ti­val er­folg­reich ih­re Pre­mie­re fei­er­ten.

The Ho­noura­ble Wo­man

Ei­ne der be­ein­dru­ckends­ten Schau­spiel­leis­tun­gen über­haupt lie­fer­te die Os­car-no­mi­nier­te und Gol­den- Glo­be-prä­mier­te Hol­ly­wood-darstel­le­rin Mag­gie Gyl­len­haal in der Mi­ni-se­rie „The Ho­noura­ble Wo­man“ab. Hier spielt sie Nes­sa St­ein, die Lei­te­rin ei­nes ehe­ma­li­gen Rüs­tungs­kon­zerns, der nun neue wirt­schaft­li­che We­ge be­schrei­ten soll, um ei­nen po­si­ti­ven Ein­fluss auf den Nah­ost-kon­flikt zu neh­men. St­ein wird da­bei al­ler­dings in ein Spio­na­ge-sze­na­rio ver­strickt, des­sen Ur­sprung in ih­rer schmerz­vol­len und von Trau­ma­ta ge­präg­ten Ver­gan­gen­heit liegt. Die pa­cken­de Thril­ler-hand­lung ist auf acht Epi­so­den ver­teilt und mit der letz­ten Staf­fel-epi­so­de in sich ab­ge­schlos­sen, wes­halb der Ein­druck ei­nes be­son­ders lan­gen und in­ten­si­ven Ki­no-er­leb­nis­ses ent­steht.

Wöl­fe

Ein wei­te­res Ste­cken­pferd der BBC ist zwei­fels­oh­ne das Gen­re des an­spruchs­vol­len Ko­s­tüm­dra­mas, in dem ein­fach je­des De­tail stimmt und das vor Schau­wer­ten und ele­gan­ten Sze­ne­ri­en nur so bers­tet (be­son­ders in HD emp­feh­lens- wert). Sei es nun die für fünf Prime­time-em­mys no­mi­nier­te Mi­ni-se­rie „Pa­ra­de’s End – Der letz­te Gen­tle­man“, in der „Sher­lock“-star Be­ne­dict Cum­ber­batch zu sei­nen schau­spie­le­ri­schen Wur­zeln als vik­to­ria­ni­scher, gut si­tu­ier­ter Stink­stie­fel (man den­ke z. B. an „Ab­bit­te“) zu­rück­kehrt, oder die His­to­ri­en-se­rie „Wöl­fe“. Letz­te­re dreht sich um die in­tri­gen­rei­chen Mach­tum­wäl­zun­gen, die durch den Mi­nis­ter Tho­mas Crom­well (bril­lant ge­spielt von Mark Ry­lan­ce) er­dacht wur­den, um die Erb­fol­ge sei­nes Kö­nigs, Hein­rich VIII., zu si­chern. Und al­les nur, weil die rö­misch-ka­tho­li­sche Kir­che den Weg zu Hein­richs an­ge­streb­ter, neu­er Ehe und da­mit auch zu ei­nem an­er­kann­ten Tron­fol­ger ver­sperrt. Der Tu­dor wird da­bei von nie­mand ge­rin­ge­rem als dem „Home­land“-star Da­mi­an Le­wis ver­kör­pert, der dem be­reits oft von Fil­men („Die Schwes­ter der Kö­ni­gin“) und Se­ri­en („Die Tu­dors“) zi­tier­ten Kö­nig ei­nen au­then­ti­schen An­strich ver­passt. Die auf Blu-ray er­hält­li­che Mi­ni-se­rie ist in sich ab­ge­schlos­sen.

Rip­per Street

Eben­falls auf Hol­ly­wood-ni­veau be­wegt sich die Se­rie „Rip­per Street“, die klas­si­sche Cri­me-sze­na­ri­en mit ei­nem vik­to­ria­ni­schen Um­feld ver­knüpft. Auch wenn der Er­stein­druck so­fort an Guy Rit­chies „Sher­lock Hol­mes“-ki­no­fil­me er­in­nert, be­wegt sich die Hand­lung auf we­sent­lich tief- grün­di­ge­ren Pfa­den. Wenn der Gen­tle­man De­tec­tive In­spec­tor Ed­mund Reid (Mat­t­hew Mc­fa­dy­en) sei­nen Kol­le­gen De­tec­tive Ben­net Dra­ke (Je­ro­me Flynn) mal wie­der als „Schlä­ger“miss­braucht, oder der dau­er­be­trun­ke­ne Ge­richts­me­di­zi­ner Cap­tain Ho­mer Jack­son (Adam Ro­then­berg) sei­ne Frau mit ih­ren ei­ge­nen Bor­dell-be­diens­te­ten be­trügt, en­ste­hen un­vor­her­seh­ba­re, zu­tiefst mensch­li­che Dra­men, de­nen auch ei­ne ge­hö­ri­ge Por­ti­on Ac­tion bei­ge­mengt wird, so­dass ei­ne per­fek­te Sym­bio­se aus vi­su­el­ler Äs­t­he­tik (tol­le Ku­lis­sen, Ko­s­tü­me, Spe­zi­al­ef­fek­te) und bril­lant ge­schrie­be­ner Thril­ler-kost ent­steht. All dies ge­schieht stets vor der Ku­lis­se grau­si­ger Kri­mi­nal­fäl­le, wie sie nur das ver­ne­bel­te, vik­to­ria­ni­sche Lon­don kennt. Die ers­ten vier Staf­feln sind be­reits auf Blu-ray er­hält­lich, wäh­rend Staf­fel fünf noch aus­steht. Kei­ne der auf­ge­zähl­ten Pro­duk­tio­nen oder auch be­lieb­ten Bbc-„block­bus­ter“-se­ri­en wie der bis­lang mit fünf Staf­feln vor­lie­gen­de Klon-thril­ler „Or­phan Black“oder die drei­staf­fe­li­ge Aben­teu­er­se­rie „Die Mus­ke­tie­re“bräuch­te ei­nen Ver­gleich zu den Ki­no-kol­le­gen zu scheu­en, da sich hier Dreh­buch, Be­set­zung, Aus­stat­tung und Re­gie auf gleich ho­hem Ni­veau oder dar­über be­we­gen. Dies und die lang­jäh­ri­ge Er­fah­rung der BBC als Se­ri­en-sen­der ma­chen den ent­schei­den­den Un­ter­schied zur all­ge­mei­nen Kon­kur­renz am Se­ri­en­markt aus, wes­halb der Käu­fer ei­ner mit den drei vio­let­ten Buch­sta­ben ge­kenn­zeich­ne­ten Blu-ray stets ein Qua­li­täts­pro­dukt

er­hält.

„Pa­ra­de’s End“

„The Ho­noura­ble Wo­man“

„Top of the La­ke“ „Wöl­fe“ „Rip­per Street“

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