Phi­lips 55POS9002: Oled-schwarz und Ambilight vereint

HD TV - - Inhalt - CHRIS­TI­AN TROZINSKI

Mit dem 55POS9002 will Phi­lips nicht nur zur al­ten Stär­ke zu­rück­keh­ren, son­dern auch das Vor­jah­res-oled-mo­dell 55POS901F über­trump­fen. Mit ei­ner deut­lich re­du­zier­ten un­ver­bind­li­chen Preis­emp­feh­lung darf man zu­nächst skep­tisch sein, ob dies wirk­lich ge­lingt.

An An­schlüs­sen herrscht ein­mal mehr kein Man­gel, 4K-hdr-qu­el­len soll­ten an den Hdmi-schnitt­stel­len 1 oder 2 an­do­cken, da nur die­se die vol­le Leis­tung be­reit­stel­len. Da­mit die kor­rek­te Si­gnal­an­zei­ge klappt, heißt es noch im Sys­tem­me­nü die Uhd-4:4:4-ein­stel­lung zu ak­ti­vie­ren. Pc-si­gna­le zeig­te der Fern­se­her im Test nicht ver­lust­frei an (4:2:2-Ni­veau). Die Laut­spre­cher­leis­te des 55POS901F wur­de weg­ra­tio­na­li­siert, was dem 55POS9002 ei­nen deut­lich gra­zi­le­ren Look ver­leiht. Ein­schnit­te bei der Ton­qua­li­tät sind lei­der zu ver­zeich­nen, selbst im Ver­gleich zur ak­tu­el­len Oled-kon­kur­renz er­schallt der 55POS9002 we­ni­ger satt. Mehr­ka­nal­au­di­o­de­co­der sind zwar an Bord, doch gab un­ser Test­mus­ter bei ei­nem Ton­spur­wech­sel Stör­ge­räu­sche von sich. Ex­ter­ne Au­dio­sys­te­me las­sen sich dank vier ARC-HDMISchnitt­stel­len fle­xi­bel mit dem TV ver­bin­den, um die in­ter­ne Ton­wie­der­ga­be zu um­ge­hen. Die Tv-tu­ner-be­die­nung über­zeugt, denn der Fern­se­her führt vor dem Sat-tv-such­lauf zu­nächst ei­nen LNB-ABgleich durch und über ei­ne prak­ti­sche Such­funk­ti­on kön­nen Sie z. B. Uhd-sen­der in Win­des­ei­le in ei­ne se­pa­ra­te Fa­vo­ri­ten­lis­te ko­pie­ren, oh­ne die kom­plet­te Sen­der­lis­te durch­su­chen zu müs­sen. Schlie­ßen Sie ei­ne Usb-fest­plat­te am USB-PORT an, kön­nen Sie die Auf­zeich­nungs­funk­ti­on und Time-shift ver­wen­den. Da Phi­lips kei­ne Twin-tu­ner ein­setzt, kön­nen Sie den lau­fen­den Sen­der wäh­rend ei­ner Auf­nah­me nicht wech­seln. Apro­pos Sen­der­wech­sel: Die Um­schalt­zei­ten fal­len trä­ge aus und ein Kalt­start des Fern­se­hers ge­lingt deut­lich be­hä­bi­ger als der Weck­ruf aus dem Stand-by-mo­dus. Im elek­tro­ni­schen Pro­gramm­füh­rer wer­den Bild und Ton der lau­fen­den Sen­dung aus­ge­blen­det und wäh­rend des Tests muss­ten wir den EPG häu­fig zwei­mal star­ten, um Pro­gramm­in­fos ein­se­hen zu kön­nen. Die An­dro­id-hard­ware wur­de auf­ge­stockt: Ne­ben schnel­le­ren Pro­zes­so­ren spen­diert Phi­lips mit POS9002 mehr Spei­cher, so­dass die Be­die­nung flüs­si­ger als im Vor­jahr ab­läuft. Die tech­ni­sche Wei­ter­ent­wick­lung macht auch beim Bild nicht halt und mit der neu­en P5-bil­den­gi­ne ver­spricht Phi­lips ei­ne noch bes­se­re Qua­li­tät als im Vor­jahr.

Schär­fe- und Kon­trast­p­lus

Dass der 55POS9002 auf Bild­ein­stel­lun­gen an­ders re­agiert als das Vor­jah­res­mo­dell zeigt sich be­reits mit Sdr-qu­el­len: Schär­fe­reg­ler, Farb- und Kon­tras­t­op­ti­mie­rung ar­bei­ten noch ef­fi­zi­en­ter und las­sen ei­ne ge­ziel­te­re Nach­be­ar­bei­tung zu, um flaue Bild­in­hal­te auf­zu­fri­schen. Ob­wohl Phi­lips das Bild sehr stark nach­be­ar­bei­tet, ver­mei­det der TV in den meis­ten Fäl­len künst­li­che Haut­tö­ne und ei­nen De­tail­ver­lust, so­dass die Oled-kon­trast­stär­ken auch oh­ne Hdr-qu­el­len zur Gel­tung kom­men. Nur in ei­nem Punkt schießt die Nach­be­ar­bei­tung über das Ziel hin­aus: Tür­kis­far­ben er­schei­nen merk­lich zu tief­see­blau. Der Rausch­fil­ter leis­tet bei nicht per­fek­ten Qu­el­len treue Di­ens­te, denn Bild­rau­schen lässt sich min­dern, oh­ne das ge­sam­te Bild weich-

zu­zeich­nen (Stu­fe nied­rig). Be­wegt­bil­der er­schei­nen durch Per­fect Cle­ar Mo­ti­on be­son­ders scharf und Fil­me be­hal­ten ih­ren Ki­no­look. Wer es da­ge­gen flüs­si­ger mag, soll­te zu­sätz­lich Per­fect Na­tu­ral Mo­ti­on ein­schal­ten: Selbst an­spruchs­vol­le Qu­el­len wie die Uhd-bil­der von „Pla­net Er­de“lie­fen but­ter­weich und durch die ver­gleichs­wei­se ge­rin­ge Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung lie­ßen sich auch ru­cke­li­ge Vi­deo­spiel­bil­der be­ein­dru­ckend auf­wer­ten. Nur in Ex­trem­si­tua­tio­nen konn­ten Bild­feh­ler wie Block­ar­te­fak­te stö­ren, und da Phi­lips die Glät­tung selbst in nied­ri­ger Stu­fe sehr stark aus­reizt, kommt es un­wei­ger­lich zum So­ap-ef­fekt in Fil­men. Nach­zieh­ef­fek­te tre­ten durch das OLED-PA­NEL eben­so­we­nig auf wie ei­ne auf­ge­hell­te Schwarz­dar­stel­lung: Ki­no­fil­me prot­zen mit ei­nem enor­men Kon­trast­um­fang, der für LED-LCDS un­er­reich­bar aus­fällt. Phi­lips wählt ei­nen ver­gleichs­wei­se lang­sa­men Hel­lig­keits­an­stieg, so­dass sich dun­kels­te De­tails nicht mü­he­los er­ken­nen las­sen, aber Bild­feh­ler von kom­pri­mier­ten In­hal­ten in den Hin­ter­grund rü­cken. Die Bild­aus­leuch­tung ge­lingt mit dem 55POS9002 na­he­zu feh­ler­frei, leich­te Ver­fär­bun­gen am obe­ren Bild­rand und ver­ti­ka­le Schat­ten wa­ren nur im Aus­nah­me­fall schwach sicht­bar. Mit Hdr-qu­el­len zeigt sich ei­ne ta­del­lo­se Ab­stim­mung auf In­hal­te mit ge­rin­gem Dy­na­mik­um­fang, wäh­rend es vie­len Film- und Vi­deo­spiel- bil­dern in HDR an De­tails man­gelt. Ei­ne dy­na­mi­sche Hdr-an­pas­sung nach Vor­bild von Dolby Vi­si­on bie­tet Phi­lips nicht. Zum Hlg-stan­dard ist der POS9002 eben­falls kom­pa­ti­bel, per Net­flix-app schau­en Sie in Hdr10-qua­li­tät. Im Youtube-play­er zeig­te der POS9002 da­ge­gen noch nicht sein gan­zes Po­ten­zi­al, denn we­der ge­lang ei­ne ru­ckel­freie 4K60p-noch ei­ne Hdr-wie­der­ga­be. Zu un­se­rer Über­ra­schung zeig­te der 55POS9002 3D-blu-ray-discs zu­ge­spielt über ei­ne Play­sta­ti­on 3 in 2D-qua­li­tät an, was es er­mög­licht, Fil­me wie „Guar­di­ans Of

„Schär­fe­reg­ler, Farb- und Kon­tras­t­op­ti­mie­rung ar­bei­ten noch ef­fi­zi­en­ter und las­sen ei­ne ge­ziel­te­re Nach­be­ar­bei­tung zu, um flaue Bild­in­hal­te auf­zu­fri­schen.“

The Ga­la­xy“im Imax-for­mat wie­der­zu­ge­ben. Das nach oben und zu bei­den Bild­sei­ten ab­strah­len­de Ambilight sorgt für die je­der­zeit pas­sen­de Licht­stim­mung, je nach Ein­stel­lung re­agiert das Licht be­son­ders dy­na­misch auf Bild­in­halts­än­de­run­gen und die rück­sei­ti­gen LEDS kön­nen bei dunk­len Bil­dern kom­plett aus­ge­schal­tet wer­den. Da der Ab­strahl­win­kel sehr spitz ge­wählt wur­de, las­sen sich De­cken­re­fle­xio­nen je nach Auf­stel­lung kaum ver­mei­den. Um den Ambilight-ef­fekt auf das ge­sam­te Wohnzimmer aus­zu­wei­ten, kön­nen Sie wei­te­re Hue-lam­pen von Phi­lips ver­wen­den und die­se über die Hue-bridge an­steu­ern.

Güns­ti­ger und bes­ser

Phi­lips speckt den 55POS9002 in ei­ni­gen Aus­stat­tungs­be­rei­chen ge­gen­über dem Vor­jah­res­mo­dell ab, doch beim Bild plat­ziert sich der güns­ti­ge­re OLED vor dem haus­ei­ge­nen Kon­kur­ren­ten. Wenn Sie her­kömm­li­che Sdr-si­gna­le sat­ter und kon­trast­rei­cher dar­stel­len und Film­bil­der auf Wunsch but­ter­weich wie­der­ge­ben wol­len, dann bie­tet der POS9002 für je­den Ein­satz­zweck die pas­sen­de Mög­lich­keit und dank Ambilight ist die Wie­der­ga­be nicht nur auf den 55-Zoll-bild­schirm be­schränkt.

LEDS an der Ge­häu­se­rück­sei­te strah­len Licht pas­send zum Bild­in­halt ge­gen die Wand. Das drei­sei­ti­ge Ambilight strahlt in ei­nem spit­zen Win­kel ab, so­dass De­cken­re­fle­xio­nen je nach Auf­stel­lung nicht aus­zu­schlie­ßen sind Sat­tes Schwarz zeigt der OLED-TV auch i

Die Fern­be­die­nung fällt zwar klo­big aus, bie­tet ne­ben ei­nem Mi­kro­fon aber auch ei­ne rück­sei­ti­ge Tas­ta­tur für die Smart-tv-steue­rung

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