LG 55B7V

HD TV - - Inhalt - CHRIS­TI­AN TROZINSKI

Mit Aus­nah­me des sil­ber­nen Rah­mens und des ge­bo­ge­nen Stand­fu­ßes soll der 55B7 bau­gleich zum be­reits ge­tes­te­ten 55C7 aus­fal­len, doch im Test zeig­te der güns­ti­ge­re Oled-fern­se­her un­er­war­te­te Ab­wei­chun­gen.

Der B7 ist Oled-ty­pisch ul­traf­lach und nur im Be­reich der An­schlüs­se wächst die Bau­tie­fe auf ei­ni­ge Zen­ti­me­ter an. Al­le Hdmi-schnitt­stel­len ver­ar­bei­ten 4K-hdr-si­gna­le, ach­ten Sie aber dar­auf, die UHD-HDMI-FUNK­TI­ON für je­den Ein­gang im Sys­tem­me­nü zu ak­ti­vie­ren. Die Tv-in­stal­la­ti­on führt spie­le­risch durch die Ein­stel­lun­gen, es fehlt al­ler­dings ein au­to­ma­ti­scher Lnb-abgleich für SAT-TV-SI­gna­le und die Sen­der­sor­tie­rung ge­lingt et­was um­ständ­lich. Ob­wohl der TV sehr schnell star­tet und ein er­freu­lich flin­kes Smart-tv-sys­tem samt Maus­zei­ger­steue­rung bie­tet, er­folgt der Sen­der­lis­ten­ab­ruf und der Pro­gramm­wech­sel et­was trä­ge. Usb-fest­plat­ten er­mög­li­chen die Pro­gramm­auf­zeich­nung und Time-shift, mit­tels Twin-tu­ner kön­nen Sie wäh­rend ei­ner Auf­nah­me auch den Sen­der wech­seln. Bei der App-aus­wahl zieht LG al­le Re­gis­ter und lie­fert 4K-hdr-bild­qua­li­tät mit Ama­zon Vi­deo, Net­flix (je nach In­halt in Dolby Vi­si­on) oder Youtube. Ob­wohl die 4K-60p-darstel­lung im Youtube-play­er ru­ckel­frei ab­läuft und auch Hdr-si­gna­le un­ter­stützt wer­den, kann es den­noch zu ei­nem flau­en Hdr-kon­tras­tein­druck kom­men. Soll­te Ih­nen die ge­nann­te Vi­deo­aus­wahl nicht aus­rei­chen, ste­hen dar­über hin­aus Goog­le Mo­vies und Sky Ti­cket zur Ver­fü­gung.

An­pas­sung nach Maß

Die Ton­ab­stim­mung ab Werk über­zeug­te im Test nicht, durch um­fang­rei­che Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten konn­ten wir dem B7 den­noch Tief­ton ent­lo­cken. Ein Bild- und Ton­ver­satz lässt sich mit der be­tref­fen­den Ton­ein­stel­lung ver­mei­den, je nach Quel­le muss­ten wir den By­pass-reg­ler ak­ti­vie­ren. Ei­ne feh­ler­haf­te Si­gnal­an­zei­ge mit Pc-qu­el­len wur­de durch das ak­tu­el­le Soft­ware­up­date be­ho­ben, doch die In­stal­la­ti­on der Tv-soft­ware ge­lang nur über ei­ne Usb-zu­spie­lung. Der HDMI-RGB-ABgleich klapp­te nicht im­mer, teil­wei­se war es not­wen­dig, die Hdmi-quel­le in den er­wei­ter­ten HDMI-MO­DUS und den Hdmi-schwarz­wert des TVS von Stu­fe nied­rig auf Stu­fe hoch um­zu­schal­ten. Ein au­to­ma­ti­scher HDMI-RGB-ABGLEICH ist nur im Pc-mo­dus vor­ge­se­hen. Schal­ten Sie auf den Spiel­mo­dus um, re­agiert der B7 blitz­schnell auf Ein­ga­be­be­feh­le, die Ein­stel­lungs­op­tio­nen än­dern sich da­durch al­ler­dings, was ei­nen ge­ziel­ten Bild­ab­gleich er­schwert. Ganz gleich wie sehr wir den Kon­trast er­höh­ten, an die Bild­hel­lig­keit des Ki­no­mo­dus reich­te die Wie­der­ga­be im Spiel­mo­dus nicht her­an und mit HDR-BIL­dern ei­ner PS4 oder Xbox One er­scheint die Wie­der­ga­be im Spiel­mo­dus zu dun­kel. Durch ei­ne mehr­stu­fi­ge Kon­trast- und Far­bop­ti­mie­rung las­sen sich her­kömm­li­che

Sdr-si­gna­le sat­ter dar­stel­len, doch Ge­sich­ter er­schei­nen fort­an et­was künst­lich. Das Up­s­ca­ling be­herrscht LG bes­ser als im Vor­jahr, so­dass der Schär­feein­druck je­der­zeit über­zeugt. Die Zwi­schen­bild­be­rech­nung ist ein zwei­schnei­di­ges Schwert: Ei­ner­seits sind kom­plett ru­ckel­freie Ki­no­bil­der oder ein ori­gi­na­ler Ki­no­look mög­lich, an­de­rer­seits kommt es mit Tru­mo­ti­on bei Be­we­gungs­wech­seln zu kur­zen Aus­set­zern und Ar­te­fak­ten, so­dass wir Tru­mo­ti­on häu­fig de­ak­ti­vier­ten und Fil­me un­ver­fälscht dar­stell­ten.

De­tail­ver­ses­sen

Die Farb­dar­stel­lung ge­hört zum na­tür­lichs­ten, was der Tv-markt ak­tu­ell bie­tet, ein­zig Pa­na­so­nic kann LG in De­tail­be­rei­chen über­trump­fen. Der Oled-kon­kur­renz vor­aus ist LG bei der Flä­chen­hel­lig­keit, so­dass der Oled-ty­pi­sche au­to­ma­ti­sche Dim­ming-ef­fekt kaum noch auf­tritt. Die Aus­leuch­tungs­ge­nau­ig­keit un­se­res Test­mus­ters war ex­zel­lent, wenn­gleich ei­ne ver­ti­ka­le Schat­ten­bil­dung in be­stimm­ten Hel­lig­keits­be­rei­chen de­zent auf­tre­ten konn­te. Auch der Kon­trast­fil­ter zeigt sich im Ver­gleich zum Vor­jahr ver­bes­sert und Spie­ge­lun­gen er­schei­nen kaum noch vio­lett ver­färbt. Um Hdr10-si­gna­le best­mög­lich wie­der­zu­ge­ben, un­ab­hän­gig, ob Sie ei­nen ge­rin­gen Hdr-dy­na­mik­um­fang („Pla­net Er­de II“) oder gro­ßen HD Hdr-dy­na­mik­um­fang („ („Pan“) zu­spie­len, im­ple­men­tiert LG die Ac­tive-hdr-funk­ti­on, die sich im Ki­no­mo­dus über die dy­na­mi­sche Kon­trast­funk­ti­on ak­ti­vie­ren lässt. Der TV gleicht in­ner­halb von we­ni­gen Mil­li­se­kun­den die Kon­trast­wie­der­ga­be Sze­ne für Sze­ne an, um zu dunk­le HDR-BIL­der und ei­nen De­tail­ver­lust in hel­len Be­rei­chen zu ver­mei­den. Ob­wohl sich die dy­na­mi­sche Kon­trast­funk­ti­on auch in an­de­ren Bild­mo­di ein­schal­ten lässt, f funk­tio­niert die Ac­tive-hdr-nach­be­ar­bei­tung nur im Ki­no­mo­dus. Noch ei­nen Schritt wei­ter geht LG bei der Un­ter­stüt­zung der HDR-FORmate, denn ganz gleich ob HDR10, HLG oder Dolby Vi­si­on: Mit dem B7 sind Sie auf der si­che­ren Sei­te, wenn Sie Hdr-si­gna­le best­mög­lich wie­der­ge­ben möch­ten. Ein ähn­li­ches Fa­zit woll­ten wir an die­ser Stel­le bei den Ton­for­ma­ten zie­hen, denn der C7 konn­te Dolby-at­mos-ton­quel­len ver­ar­bei­ten und zum Av-re­cei­ver über den Au­dio-

„LG im­ple­men­tiert die Ac­tive-hdr-funk­ti­on, um auch Hdr10-si­gna­le best­mög­lich wie­der­zu­ge­ben.“

rück­ka­nal wei­ter­lei­ten. Lei­der klapp­te dies mit un­se­rem B7-test­mus­ter nicht, auch wenn Dolby At­mos in den Ton­ein­stel­lun­gen an­ge­wählt wer­den konn­te.

Güns­tig zur Re­fe­renz­qua­li­tät?

LG si­chert sich mit dem B7 ei­ne Spit­zen­po­si­ti­on, denn die un­nach­ahm­li­che Kon­tra­stund Farb­wie­der­ga­be er­füllt al­ler­höchs­te Stan­dards. Im Ver­gleich zum C7 tra­ten im Test je­doch ei­ni­ge Ab­wei­chun­gen auf. Wäh­rend wir die leicht un­ter­schied­li­che Klang­ba­lan­ce der Werks­ein­stel­lung ma­nu­ell aus­glei­chen konn­ten, ge­lang uns dies bei der Dolby-at­mos-ton­ver­ar­bei­tung nicht. Der B7 woll­te we­der At­mos-qu­el­len wie­der­ge­ben noch die Si­gna­le zum Av-re­cei­ver über den Hdmi-au­dior­ück­ka­nal wei­ter­lei­ten. Bei der Kon­tras­t­op­ti­mie­rung herrscht noch Hand­lungs­be­darf, denn die Nach­be­ar­bei­tung zieht ab mitt­le­rer Stu­fe De­tail­ver­lus­te nach sich. Im Spiele­mo­dus fehlt es der­zeit an ei­ner aus­rei­chen­den Hel­lig­keit, so­dass die ex­zel­lent nied­ri­ge Ein­ga­be­ver­zö­ge­rung qua­li­ta­ti­ve Nach­tei­le bei der Darstel­lung nach sich zieht. Den­noch lie­fert der B7 be­ein­dru­cken­de HD-SDR- und 4K-hdr-bil­der und ei­ne sinn­vol­le dy­na­mi­sche Nach­be­ar­bei­tung für Hdr10-qu­el­len. Da auch HLG- und Dolby-vi­si­on-vi­si­on-si­gna­le an­ge­zeigt wer­den, führt für Hdr-ein­stei­ger kaum ein Weg am LG 55B7 vor­bei.

Dank Scroll­rad und Maus­zei­ger­steue­rung geht die Smart-tv-na­vi­ga­ti­on flink von der Hand

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