Ei­ne Fra­ge des An­spruchs

HD TV - - Panasonic TX-40EXW734 -

„Was HDR ei­gent­lich be­deu­tet, wur­de sei­tens der Ce-in­dus­trie un­glück­li­cher­wei­se völ­lig falsch an den Zu­schau­er kom­mu­ni­ziert.“

Ei­ne Film­pro­duk­ti­on er­streckt sich über Jah­re und ver­schlingt Mil­lio­nen, doch wäh­rend die Bild­dar­stel­lung im Ki­no den An­sprü­chen der Fil­me­ma­cher von A bis Z Rech­nung trägt, er­scheint die Film­wie­der­ga­be im Wohnzimmer häu­fig will­kür­lich. Wir spra­chen mit Mar­cel Gons­ka, Ca­li­bra­ti­on Evan­ge­list, Por­trait Dis­plays/spec­tra­cal, über die Din­ge, die im Uhd-hdr-zeit­al­ter wirk­lich zäh­len (soll­ten). Herr Gons­ka, ei­ne pro­fes­sio­nel­le Bild­ka­li­brie­rung ist meist mit ei­nem ho­hen Zeit­auf­wand und zu­sätz­li­chen Kos­ten ver­bun­den. Un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen lohnt sich solch ei­ne In­ves­ti­ti­on? Wir emp­feh­len Ka­li­brie­rung grund­sätz­lich, da vor al­lem güns­ti­ge­re Ge­rä­te be­reits von op­ti­mier­ten Ein­stel­lun­gen pro­fi­tie­ren kön­nen. Selbst­ver­ständ­lich müs­sen für ei­ne fach­ge­rech­te Ka­li­brie­rung zu­min­dest ei­ni­ge Ex­per­ten bil­de in­stel­lungs op­tio­nen im Bild-me­nü vor­han­den sein. Wie auf­wen­dig (oder ein­fach) die Ka­li­brie­rung dann ist, hängt von der Prä­zi­si­on und den Mög­lich­kei­ten ab, die der Tv-her­stel­ler sei­nen Ge­rä­ten mit auf den Weg ge­ge­ben hat. Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müss­ten TV-HER­stel­ler er­fül­len, um Kun­den oder Händ­lern ei­ne pro­blem­lo­se Plug-and-play-lö­sung für ei­ne Bild­ka­li­brie­rung zu er­mög­li­chen? Um bei­spiels­wei­se un­ser Au­to­ka­li­bra­ti­ons-fea­ture zu im­ple­men­tie­ren, be­nö­ti­gen wir von den Tv-her­stel­lern die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­to­kol­le, die häu­fig auf RS-232Da­ten- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons-si­gna­len be­ru­hen. So­bald wir mit dem Tv-ge­rät kom­mu­ni­zie­ren kön­nen, ist es mög­lich, sich mit dem TV zu ver­bin­den und die Ein­stel­lun­gen di­rekt über ei­nen Lap­top vor­zu­neh­men an­stel­le kom­pli­ziert mit der Fern­be­die­nung im Tv-ge­rä­te-me­nü na­vi­gie­ren zu müs­sen. Die Ein­mes­sung von Farb­tem­pe­ra­tur, Far­b­raum und EOTF (Elek­tro-op­ti­sche Trans­fer­funk­ti­on) kann dann so­gar voll­au­to­ma­tisch er­fol­gen, wo­bei dem Tv-ge­rät dann so et­was wie ein neu­er Look-up-ta­ble (LUT) zur Farb­kor­rek­tur ein­pro­gram­miert wird. Da­mit stellt das Pa­nel dann das Bild best­mög­lich dar, bes­ser noch als durch ma­nu­el­le Ka­li­bra­ti­on je­mals mög­lich wä­re.. Mitt­ler­wei­le las­sen sich oft­mals un­ter­schied­li­che Bild­pro­fi­le für Ta­ges- und Nach­zeit ab­spei­chern, aber der Ein­fluss von Um­ge­bungs­licht scheint in vie­len Fäl­len noch un­ter­schätzt zu wer­den. Wird zu viel Wert auf ki­no­ähn­li­che Licht­ver­hält­nis­se ge­legt? Die Post-pro­duk­ti­on wird grund­sätz­lich un­ter kon­trol­lier­ten Be­din­gun­gen durch­ge­führt, wo­durch be­stimm­te Bild­pa­ra­me­ter und der Look des Pro­gram­mes im­mer re­pro­du­zier­bar sind. Das gilt für den Aus­tausch von Pro­gramm­in­hal­ten oder -Se­quen­zen zwi­schen Pro­duk­ti­ons-teams in der Post, als auch final für das fer­ti­ge Pro­gramm, dass der Zu­schau­er dann zu Ge­sicht be­kommt. Da­durch, dass die Wohn­zim­mer­ver­hält­nis­se ex­trem stark va­ri­ie­ren kön­nen, bleibt man bei der kon­trol­lier­ten Um­ge­bung in der Pro­duk­ti­on, da die­se für je­den Zu­schau­er, dem es wich­tig ist, ein kor­rek­tes und gu­tes Bild zu se­hen, auch re­pro­du­zier­bar ist. So­mit ist im­mer ei­ne ho­he Qua­li­tät des Con­tents ge­währ­leis­tet. Beim The­ma HDR er­war­ten vie­le Kon­su­men­ten be­son­ders hel­le Bil­der, ob­wohl der Stan­dard zu­al­ler­erst ei­nen gro­ßen Dy­na­mik­um­fang um­schreibt. Ist es in der Pra­xis nicht zweit­ran­gig, wie hell ein Dis­play ist? Was HDR ei­gent­lich be­deu­tet wur­de sei­tens der Ce-in­dus­trie un­glück­li­cher­wei­se völ­lig falsch an den Zu­schau­er kom­mu­ni­ziert. HDR be­deu­tet kei­ne hel­len Bil­der, son­dern mög­lichst au­then­ti­sche Bil­der, wie wir sie aus der Rea­li­tät ken­nen. Die durch­schnitt­li­che Bild­hel­lig­keit (APL = Aver­a­ge Pic­tu­re Le­vel) ist der von Sdr-bil­dern grund­sätz­lich sehr ähn­lich. Ein­zig die Hel­lig­keits­spit­zen (die so­ge­nann­ten „High­lights“) va­ri­ie­ren, je nach­dem, wie hell das Dis­play sei­ne Pi­xel noch dar­stel­len kann. Die PQEOTF für HDR ist ab­so­lut, das be­deu­tet, je­dem di­gi­ta­len Wert im Vi­deo­si­gnal ist ei­ne be­stimm­te Pi­xel­hel­lig­keit zu­ge­wie­sen. Das be­deu­tet, wenn ich ei­nen Film so se­hen möch­te, wie er farb­kor­ri­giert wur­de, dann soll­te mein Dis­play da­heim mög­lichst die­sel­ben Pa­ra­me­ter auf­wei­sen, die auch der Mas­te­ring-mo­ni­tor auf­ge­wie­sen hat. Da das in der mo­der­nen Dis­play­welt je­doch häu­fig nicht geht, müs­sen die TVS, die nicht die­sel­ben Spit­zen­hel­lig­kei­ten er­rei­chen, so­ge­nann­tes To­ne-map­ping be­trei­ben, das im Ide­al­fall auf dy­na­mi­sche Me­t­a­da­ten zur Si­gna­li­den­ti­fi­ka­ti­on zu­rück­greift. Dolby Ci­ne­ma hat ein Peak-whi­te von 108 nits. Da das Ki­no sehr, sehr dun­kel ist und der Pro­jek­tor zu­dem ech­tes Schwarz dar­stel­len kann (Schwarz = kein Licht auf der Lein­wand), wer­den Bil­der mit 108-nits-high­lights als ex­trem rea­lis­tisch und dy­na­misch wahr­ge­nom­men – auch der Sitz­ab­stand und das brei­te Sicht­feld (FOV = Field of View) spielt da­bei ei­ne Rol­le. Die Gra­du­ie­rung im Ki­no hin­ge­gen ist 12 Bit, wäh­rend wir in der Ce-welt der­zeit 10-Bit-hdr-si­gna­le ver­ar­bei­ten. Dis­plays kön­nen häu­fig kein rich­ti­ges Schwarz, und auch die Um­ge­bungs­be­din­gun­gen sind häu- Im Ki­no er­rei­chen Dolby-ci­ne­ma-la­ser­pro­jek­to­ren ei­ne punk­tu­el­le Hel­lig­keit von knapp 100 Nits. Wes­halb steht bei der Film­dar­stel­lung im Wohnzimmer das The­ma Hel­lig­keit so stark im Mit­tel­punkt?

„Wich­tig ist, dass der Ma­xi­mal-kon­trast min­des­tens ech­te 20000:1 auf­weist, um tat­säch­lich ei­nen hö­he­ren Dy­na­mik­um­fang über­zeu­gend dar­stel­len zu kön­nen.“

fig nicht mit de­nen ei­nes per­fekt schwar­zen Ki­n­o­rau­mes zu ver­glei­chen. Da­her ist mehr Licht bei LCD- bzw. Oled-dis­plays durch­aus sinn­voll. Dis­plays neh­men zu­dem auch nicht ein so gro­ßes Sicht­feld ein wie ei­ne gro­ße Ki­n­o­lein­wand. Es wer­den des­halb auch ver­schie­de­ne Ver­sio­nen des Films in der Post-pro­duc­tion er­stellt: ein Co­lor Gra­ding für Dolby Ci­ne­ma und ein an­de­res Co­lor Gra­ding bei­spiels­wei­se für die Ul­traHd-blu-ray-ver­si­on des­sel­ben Films. Kön­nen Hdr-ef­fek­te nicht da­zu füh­ren, dass Blend­ef­fek­te pro­vo­ziert wer­den, die wie­der­um die vi­su­el­le Dif­fe­ren­zie­rung von dunk­len Bild­be­rei­chen er­schwe­ren? Wel­chen Ein­fluss neh­men zu­sätz­li­che Ef­fek­te wie Ambilight auf die Hel­lig­keits­wahr­neh­mung des Bild­in­halts? Wenn High­lights di­rekt ne­ben schwar­zen oder dunk­len Be­rei­chen lie­gen (z.b. ein Feu­er­werk), dann fällt die Wahr­neh­mung der dunk­len Be­rei­che we­sent­lich schwie­ri­ger aus – so ist es ja in der Rea­li­tät auch. Da der Co­lo­rist je­doch beim Gra­ding die glei­chen phy­sio­lo­gi­schen Ef­fek­te evo­ziert, soll­te er da­für sor­gen, dass die Bild­be­rei­che, die wich­tig für das Sto­ry-tel­ling sind, im­mer gut sicht­bar blei­ben und der Zu­schau­er nicht per­ma­nent ge­blen­det wird. Ambilight und an­de­re auf Bi­as-light ba­sie­ren­de Lö­sun­gen sor­gen da­für, dass der Zu­schau­er län­ger Hdr-bild­in­hal­ten fol­gen kann, da die Iris des Au­ges im­mer in ei­ner ge­wis­sen Grund­stel­lung ge­hal­ten wird, die Sprün­ge zwi­schen sehr hel­len und dunk­len Bil­dern auf lan­ge Zeit er­träg­li­cher macht. Der Co­lo­rist ach­tet je­doch für ge­wöhn­lich dar­auf mit Hell-dun­kel-ef­fek­ten vor­sich­tig um­zu­ge­hen, um kei­ne un­nö­ti­ge Er­mü­dung des Au­ges zu pro­vo­zie­ren. Ein Bi­as-light soll­te üb­ri­gens ei­ne D65-farb­tem­pe­ra­tur auf­wei­sen, da sonst die Farb­wahr­neh­mung ver­fälscht wird, und zu­dem ma­xi­mal 10% des höchs­ten Hel­lig­keits­werts des ver­wen­de­ten Dis­plays be­tra­gen. Müss­te man die Hdr-hel­lig­keits­vor­ga­ben nicht auch ge­mäß dem Sitz­ab­stand bzw. der Bild­grö­ße va­ri­ie­ren? Die Ab­nah­me von Con­tent er­folgt ne­ben dem Mas­te­ring-mo­ni­tor für ge­wöhn­lich zu­sätz­lich auf ei­nem grö­ße­ren „Cli­ent-mo­ni­tor“, al­so ei­nem Con­su­mer-dis­play, bei dem ein für UHD emp­foh­le­ner Sitz­ab­stand, das 1,5-fa­che der Bild­hö­he, ein­ge­hal­ten wird. Wäh­rend der Sitz­ab­stand für die Auf­lö­sung re­le­vant ist, ist er das we­ni­ger für die emp­fun­de­ne Spit­zen­hel­lig­keit der High­lights. Ein gu­tes HDR-BILD sieht auch bei deut­lich grö­ße­ren Sitz­ab­stän­den im­mer noch bein­dru­ckend aus. Häu­fig wer­den klei­ne­re Mess­feld­be­rei­che ge­wählt, da un­ter­schied­li­che Dis­play­tech­no­lo­gi­en erst bei klei­ne­ren Aus­leuch­tungs­flä­chen ih­re höchs­te Hel­lig­keit er­rei­chen – das gilt üb­ri­gens auch für Re­fe­renz-mo­ni­to­re in der Post-pro­duc­tion. So­mit hat auch der Co­lo­rist phy­si­ka­li­sche Ein­schrän­kun­gen, wie hell be­stimm­te Bild­be­rei­che über­haupt dar­ge­stellt wer­den kön­nen, wes­halb er sei­ne Farb­kor­rek­tur ent­spre­chend an­passt. Es soll­te je­den­falls im kor­rek­ten Bild­mo­dus ge­mes­sen wer­den und nicht im Dy­na­mik-mo­dus, da dies die Wer­te durch­aus ver­fäl­schen Wie pra­xis­ge­recht sind Mes­sun­gen bzw. die er­mit­tel­ten Wer­te, um das Farb­vo­lu­men zu be­stim­men?

kann (ver­fäl­schen im Sin­ne von „Falsch­far­ben“). Hel­lig­keits-boosts sind so­weit OK, in­so­fern es nö­tig ist, die Hel­lig­keit nach kur­zer Zeit zu re­du­zie­ren, um bei­spiels­wei­se ei­nen Pa­nel­schutz zu ga­ran­tie­ren. Da vie­le Se­quen­zen oh­ne­hin meist nur kur­ze Pe­gel­sprün­ge in den Hel­lig­keits­spit­zen auf­wei­sen, soll­te auch ein Hel­lig­keits-boost nicht zu vie­le Ver­fäl­schun­gen im Bild mit sich brin­gen. Mes­sen müs­sen wir die Spit­zen den­noch, wes­halb wir bei CALMAN die Mess­zei­ten und Schwarz­pha­sen-ein­blen­dun­gen ma­nu­ell an die Pa­nel­cha­rak­te­ris­tik an­pas­sen kön­nen. Der Hdr-stan­dard der Uhd-blu-ray um­fasst Wer­te bis 10 000 Nits Bild­hel­lig­keit und BT.2020 Far­bum­fang. Wie sinn­voll ist es un­ter die­sen Vor­aus­set­zun­gen, von 100% DCI Co­lour Vo­lu­me zu spre­chen? Führt die­se An­ga­be nicht da­zu, dass bes­se­re Hdr-dis­plays in Zu­kunft nach die­ser ak­tu­el­len Mess­me­tho­de Wer­te von 200% er­rei­chen könn­ten? Der Far­b­raum für DCI (Di­gi­tal Ci­ne­ma Initia­ti­ve) ist P3. Der­zeit ist P3 der phy­si­ka­li­sche Ga­mut, der von den meis­ten pro­fes­sio­nel­len Re­fe­renz­mo­ni­to­ren dar­ge­stellt wird. Wird nun ein Hdr-gra­ding für bei­spiels­wei­se ein Uhd-blu-ray-ziel­for­mat durch­ge­führt, dann wird bei dem Mo­ni­tor die Eotf-ein­stel­lung auf Pq-kur­ve ge­stellt und die Ga­mut-darstel­lung auf P3-MO­dus. Je nach­dem wel­che Spit­zen­hel­lig­keit der Mo­ni­tor be­sitzt, so hat der Mo­ni­tor ein phy­si­ka­lisch fest de­fi­nier­tes Farb­vo­lu-

„Si­cher­lich stel­len Sys­te­me wie Dolby Vi­si­on die bes­te Op­ti­on dar, die Wie­der­ga­be­ket­te op­ti­mal an den Con­tent an­zu­pas­sen.“

men, das er dar­zu­stel­len ver­mag. Die­ses Farb­vo­lu­men ver­su­chen wir, auch da­heim zu er­zie­len. In der Ce-welt, bei HDMI und für Broad­cas­ting, gibt es kein P3-ga­mut, der Ga­mut für Ultra-hd ist BT.2020. Da aber noch kei­ne Dis­play-tech­nik der­ar­tig gro­ße Far­bräu­me dar­stel­len kann, wird Con­tent der­zeit auf den P3-far­b­raum ge­mas­tert, der dann vor dem En­co­ding per Farb­trans­for­ma­ti­on in den BT.2020 „über­tra­gen“bzw. um­ge­rech­net wird. Das Si­gnal ist hin­ter­her ein Bt.2020-ga­mut, die Farb­in­for­ma­ti­on (die Rgb-tri­plets) ent­spricht je­doch in die­sem Fall der Farb­sät­ti­gung und Farb­pa­let­te ei­nes P3-ga­muts. Dis­plays mit grö­ße­rem Far­b­raum als P3 kön­nen künf­tig so­mit durch­aus auch 200% von P3 dar­stel­len. Wir re­fe­ren­zie­ren P3 so­lan­ge es in der Pro­duk­ti­on Be­stand und Re­le­vanz hat. Des­halb sind dy­na­mi­sche Me­t­a­da­ten auch so wich­tig, um bei­spiels­wei­se To­ne-map­ping zu be­trei­ben, bei dem die Farb­dar­stel­lung auf Tv-ge­rä­ten an­ge­passt wird die bei­spiels­wei­se mehr oder we­ni­ger als P3-far­ben dar­stel­len kön­nen oder die in ih­rer Spit­zen­hel­lig­keit va­ri­ie­ren. Bei ei­ner Film­lau­f­län­ge von 2h wür­de man nur auf ein paar Mi­nu­ten kom­men, in de­nen Hdr-hel­lig­keits­in­fos die 1 000-Nits-mar­ke über­stei­gen. Wä­re es un­ter sol­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht wich­ti­ger, über die Hel­lig­keits­be­rei­che zu spre­chen, die zu 95% wäh­rend der Lauf­zeit dar­ge­stellt wer­den? Die Spit­zen­hel­lig­keit und der vom Dis­play dar­stell­ba­re Ga­mut ha­ben Ein­fluss auf die Grö­ße des dar­stell­ba­ren Farb­vo­lu­mens und

„Als In­dus­trie hät­te ich längst auf Licht­lei­ter ge­wech­selt, zu­min­dest wä­re das The­ma Band­brei­te da­mit end­gül­tig vom Tisch.“

so­mit den Look des Pro­gramms. In der Dis­kus­si­on über gu­te und kor­rek­te Hdr-bil­der hat die Spit­zen­hel­lig­keit ei­ne eben­solch gro­ße Ge­wich­tung wie die Fra­ge, ob der APL nicht hö­her sein soll­te. Der Co­lo­rist trifft die Ent­schei­dung über Hel­lig­kei­ten und Farb­tö­ne des Hdr-si­gnals, und zwar ba­sie­rend auf den phy­si­ka­li­schen Ei­gen­schaf­ten sei­nes Mas­te­ring-mo­ni­tors. Da­her ist es wich­tig, auch bei der Wie­der­ga­be all die­se Aspek­te mit zu be­rück­sich­ti­gen. Auf Hdr-pro­duk­ti­ons­sei­te ste­hen mit den Dis­plays von Dolby DIRECT-LED-LCDS zur Ver­fü­gung und als Al­ter­na­ti­ve sind Oled-mo­ni­to­re von So­ny ver­füg­bar. Be­deu­tet dies um­ge­kehrt, dass man im Wohnzimmer ei­nen DIRECT-LED-LCD oder OLED-TV be­nö­tigt, wenn man best­mög­lich das wie­der­ge­ben möch­te, was der Pro­du­zent er­stellt hat? Die UHD Al­li­an­ce (UHDA) hat für bei­de Dis­play-tech­no­lo­gi­en be­stimm­te Pa­ra­me­ter vor­ge­schrie­ben, die ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen, da­mit Tv-her­stel­ler das Ultra-hd-pre­mi­um-lo­go nut­zen dür­fen. Die­se un­ter­schei­den sich pri­mär zwi­schen dem er­ziel­ba­ren Schwarz­wert (Oled-vor­teil) und der Spit­zen­hel­lig­keit (Lcd-vor­teil). Bei­de Tech­no­lo­gi­en kön­nen ex­trem hoch­wer­ti­ge Hdr-bil­der ab­lie­fern, wich­tig ist, dass der Ma­xi­mal-kon­trast min­des­tens ech­te 20 000:1 auf­weist, um tat­säch­lich ei­nen hö­he­ren Dy­na­mik­um­fang über­zeu­gend dar­stel­len zu kön­nen. Hin­zu kommt die Fä­hig­keit, min­des­tens 90% des P3-farb­rau­mes ab­de­cken zu kön­nen, wo­bei sei­tens der UHDA noch nicht das The­ma Farb­vo­lu­men an­ge­gan­gen wur­de. Ob hier­zu ei­ne er­wei­ter­te Spe­zi­fi­ka­ti­on kommt, bleibt ab­zu­war­ten. Im Hdr-be­reich gibt es mit Dolby Vi­si­on ein ab­ge­stimm­tes Sys­tem, das als zu­sam­men­hän­gen­de Kette funk­tio­niert. War­um stellt sich die Tv-in­dus­trie nicht ge­schlos­sen hin­ter solch ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem? Wür­de man den Kun­den da­mit nicht Un­ge­wiss­heit beim The­ma HDR er­spa­ren? Ab­so­lut. Un­glück­li­cher­wei­se sind sol­che Tech­no­lo­gi­en häu­fig an Li­zenz­mo­del­le ge­knüpft, wo­durch dem Tv-her­stel­ler wei­te­re Kos­ten ent­ste­hen, die dann wie­der­um auf den Ver­brau­cher ab­ge­wälzt wer­den müs­sen. Ei­ni­ge Her­stel­ler scheu­en die­sen Schritt. Si­cher­lich stel­len Sys­te­me wie Dolby Vi­si­on die bes­te Op­ti­on dar, die Wie­der­ga­be­ket­te op­ti­mal an den Con­tent an­zu­pas­sen. Der­zeit sind noch wei­te­re, auf dy­na­mi­schem To­ne-map­ping ba­sie­ren­de Tech­no­lo­gi­en im Um­lauf, die ähn­li­che Er­geb­nis­se er­zie­len sol­len. Die Tv-her­stel­ler müs­sen al­so ent­schei­den, wel­che HDR-ME­tho­den sie künf­tig un­ter­stüt­zen wer­den. Der ak­tu­el­le Hdmi-stan­dard 2.0 er­laubt es nicht, 4K60p-10bit-qu­el­len bei vol­ler Farb­auf­lö­sung zu über­tra­gen. HDMI 2.1 soll deut­lich mehr Mög­lich­kei­ten bie­ten. Wel­chen Rat soll­te man be­fol­gen, wenn man heu­te ei­nen ak­tu­el­len High-en­dTV er­wer­ben und HDMI-HDR-QU­EL­LEN der nächs­ten Jah­re best­mög­lich nut­zen möch­te? In­ter­faces sind lei­der im­mer der Fla­schen­hals. Als In­dus­trie hät­te ich längst auf Licht­lei­ter ge­wech­selt, zu­min­dest wä­re das The­ma Band­brei­te da­mit end­gül­tig vom Tisch. Es ist nicht nö­tig RGB-SI­Gna­le in vol­ler Auf­lö­sung zu über­tra­gen, da sich das Y/cb/cr-for­mat (oder aber an­de­re, künf­ti­ge und ef­fek­ti­ve­re Far­bräu­me wie bei­spiels­wei­se I/CT/CP) zu ei­gen macht, be­stimm­te Far­ben, die wir nicht un­ter­schei­den kön­nen, zu igno­rie­ren, um band­brei­ten­spa­rend den­noch hoch­wer­ti­ge Bil­d­er­geb­nis­se zu lie­fern. Ein 4:2:2-Sys­tem ist so­mit für den Con­su­mer-be­reich durch­aus aus­rei­chend, in­so­fern das ge­sam­te Sys­tem dar­auf ab­ge­stimmt ist. Si­cher­lich macht es Sinn auf HDMI 2.1 zu set­zen, da erst mit HDMI 2.1 die Un­ter­stüt­zung von dy­na­mi­schen Me­t­a­da­ten mög­lich ist und so­mit Hdr-ge­rä­te Con­tent op­ti­mal auf Ihr Pa­nel „map­pen“kön­nen. Ei­ne Aus­nah­me bil­det hier Dolby Vi­si­on, das so­gar mit HDMI 1.4 um­setz­bar ist.

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