Mi­cro-led-zu­kunft von Samsung

HD TV - - Inhalt - CHRISTIAN TROZINSKI

Pi­xel­ge­naue Led-licht­er­zeu­gung statt QLED-LCD-TECH­NIK stand bei Samsungs Ces-prä­sen­ta­ti­on im Mit­tel­punkt, doch ist die neue Tech­no­lo­gie wirk­lich schon markt­reif?

Stau­nen, das woll­te Samsung er­zeu­gen, als man das 146-Zoll-dis­play „The Wall“vor­stell­te. Nach der ers­ten Be­geis­te­rung wur­de aber deut­lich, dass es sich um kein Dis­play kon­ven­tio­nel­ler Art han­delt, son­dern um ei­nen aus Mi­cro-led-mo­du­len zu­sam­men­ge­setz­ten Me­ga-screen. Ähn­li­che Led-mo­du­le wer­den von Samsung und So­ny be­reits in pro­fes­sio­nel­len Ki­no- und Prä­sen­ta­ti­ons­be­rei­chen ein­ge­setzt, doch die Led-tech­nik er­laub­te bis­lang nur gi­gan­ti­sche Mo­du­le, die Wohn­zim­mer­di­men­sio­nen bei Ul­tra-hd-auf­lö­sung spren­gen, schließ­lich muss je­der Sub­pi­xel über LEDS an­ge­steu­ert wer­den. LED-DIS­plays kön­nen nicht wie LED-LCD-TVS (oder QLED-TVS) die Bild­flä­che mit we­ni­gen LEDS aus­leuch­ten und grei­fen auch nicht auf ei­nen Lcd-fil­ter zu­rück. Statt­des­sen ist je­der der 8 Mil­lio­nen Bild- punk­te selbst­leuch­tend und dies so­gar in­ner­halb ei­nes Rgb-sub­pi­xel­ras­ters. Statt ei­ni­ge Hun­dert LEDS kom­men in ei­nem UHD-LED-DIS­PLAY knapp 24 Mil­lio­nen Leucht­di­oden zum Ein­satz und dies dank Mi­cro-led-fer­ti­gung erst­mals auch in 146-Zoll-di­men­sio­nen. Die Bild­auf­lö­sung ei­nes ein­zel­nen Led-mo­duls ist ver­gleichs­wei­se ge­ring: Wür­de Samsung an­hand der Mo­du­le von „The Wall“ei­nen 55-Zoll-fern­se­her bau­en, stün­den nur noch 1 Mil­li­on Pi­xel zur Ver­fü­gung, für Full-hd-led-auf­lö­sung be­nö­tigt man be­reits ein 75-Zoll-dis­play. Doch die Mi­cro-led-her­stel­lung steckt noch in den Kin­der­schu­hen, wes­halb in den nächs­ten Jah­ren die Mi­nia­tu­ri­sie­rung wei­ter fort­schrei­ten wird, um in fer­ner Zu­kunft ech­te MI­CRO-LED-TVS mit Uhd-auf­lö­sung bau­en zu kön­nen.

Tv-markt­rei­fe weit ent­fernt

Ex­per­ten rech­nen nicht vor 2022 mit be­zahl­ba­ren Mi­cro-led-tv-ge­rä­ten, die ne­ben kon­kur­renz­fä­hi­gen Prei­sen auch wohn­zim­mer­taug­li­che Bild­grö­ßen auf- wei­sen. Samsungs Led-dis­plays für den Ki­no­be­reich kos­ten bei­spiels­wei­se Mil­lio­nen­be­trä­ge, wäh­rend „The Wall“ei­nen sehr ho­hen sechs­stel­li­gen Be­trag kos­ten dürf­te. Hält man sich vor Au­gen, dass für ak­tu­el­le QLED-LCDS mit we­ni­gen Hun­dert LEDS ho­he vier­stel­li­ge Be­trä­ge fäl­lig wer­den, lässt sich leicht aus­ma­len, dass noch vie­le Jah­re ins Land zie­hen wer­den, bis sich MI­CRO-LED-TVS mit 24 Mil­lio­nen LEDS pro Ge­rät zu fai­ren Prei­sen pro­du­zie­ren las­sen. Samsungs Mi­cro-led-prä­sen­ta­ti­on ist des­halb nicht mehr als ein Ver­such, ei­ner neu­en Tech­no­lo­gie den Weg zu eb­nen, doch an­ge­sichts des Zeit­vor­sprungs von OLED ist es der­zeit frag­lich, ob Samsungs Auf­hol­jagd auch kurz­fris­ti­ge Er­fol­ge her­vor­brin­gen wird.

Was ist mit QLED?

Ne­ben dem Q9s-pro­to­typ war es den letz­ten Wo­chen merk­wür­dig still um Samsungs Qled-nach­fol­ger. Da Mi­cro-led-dis­plays noch in wei­ter Fer­ne lie­gen, kon­zen­triert sich Samsung in den nächs­ten Jah­ren wei­ter­hin auf LED-

LCD-TVS, die un­ter dem QLED-NA­MEN ver­kauft wer­den. Da­bei soll sich bei der Na­mens­ge­bung nur we­nig än­dern: Die Pro­dukt­be­zeich­nun­gen Q7, Q8 und Q9 sol­len wei­ter­hin Be­stand ha­ben, doch bei der Led-be­leuch­tung plant Samsung um­fang­rei­che Ver­bes­se­run­gen. Statt ei­ner Edge-led-be­leuch­tung soll in den bes­ten Tv-mo­del­len ei­ne Di­rect-led-be­leuch­tung zum Ein­satz kom­men. Da­mit kehrt Samsung zum Funk­ti­ons­prin­zip des KS9590 aus dem Jahr 2016 zu­rück, will nach ei­ge­nen An­ga­ben aber die Wir­kungs­wei­se des Back­lights ver­bes­sern. Zahl­rei­che neue Fil­ter sol­len da­für sor­gen, dass das Led-ras­ter kaum noch als sol­ches er­kenn­bar ist, zugleich will Samsung un­nö­ti­ge Ein­strahl- und Ha­lo­ef­fek­te ver­mei­den. Un­klar ist, wie­viel vom Po­ten­zi­al des Q9S in die klei­ne­ren und güns­ti­ge­ren Qled-mo­del­le wan­dern wird. Ne­ben der bes­se­ren Led-hin­ter­grund­be­leuch­tung soll die Bild­ver­ar­bei­tung ei­nen Schritt nach vorn ma­chen, um ins­be­son­de­re schwä­che­re Bild­quel­len ge­ziel­ter auf­zu­wer­ten. Auch bei der Blick­win­kel­sta­bi­li­tät soll sich ei­ne Men­ge tun: Die ers­ten Ein­drü­cke ver­mit­teln ei­nen deut­lich bes­se­ren Kon­tras­tein­druck bei seit­li­cher Be­trach­tung als in den Vor­jah­ren.

Samsungs Auf­hol­jagd

Im Ge­gen­satz zu 2017 dürf­ten sich Samsungs bes­te QLED-LCDS die­ses Jahr zu wür­di­gen Oled-tv-kon­kur­ren­ten ent­wi­ckeln und die Edge-led-nach­tei­le des Vor­jah­res aus­mer­zen. Über Samsungs Preis­vor­stel­lung kann bis­lang nur ge­rät­selt wer­den: Wählt Samsung 2018 ei­ne Hoch­preiss­tra­te­gie für die Di­rect-led-lcd-mo­del­le, so wür­den QLED-TVS deut­lich mehr kos­ten als OLED-TVS und Samsungs Ar­gu­men­ti­on, dass OLED-TVS ei­ne ge­rin­ge­re Le­bens­dau­er als QLED-TVS auf­wei­sen, wä­re in der Pra­xis hin­fäl­lig, denn der OLED-PREISvor­teil wür­de dies ega­li­sie­ren. Hält man die Prei­se im Ver­gleich zum Vor­jahr da­ge­gen sta­bil, ent­wer­tet man wie­der­um die 2017er-edge-led-mo­del­le. Egal, für wel­chen Weg sich Samsung ent­schei­det: Das Du­ell OLED ge­gen LCD wird 2018 neu­en Auf­wind er­hal­ten und die Her­stel­ler bei­der Tech­no­lo­gi­en an­sta­cheln, das Op­ti­mum aus den je­wei­li­gen TVS her­aus­zu­ho­len.

„Ex­per­ten rech­nen nicht vor 2022 mit be­zahl­ba­ren Mi­cro-led-tv-ge­rä­ten.“

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