Doc­tor Who

Im Kos­mos der Se­ri­en-hel­den ist der Doc­tor nicht nur der lang­le­bigs­te Cha­rak­ter, son­dern auch der zeit­ge­mä­ßes­te, was an sei­ner be­son­de­ren Fä­hig­keit der Re­inkar­na­ti­on liegt. Und die­ser stän­di­ge Wan­del er­reicht im Jah­re 2018 ei­nen neu­en Hö­he­punkt.

HD TV - - Inhalt - FALKO THEUNER

The Tenth Pla­net – Die al­ler­ers­te Ge­schich­te mit den Cy­ber­men im Jah­re 1966 soll­te auch die Premiere für et­was dar­stel­len, was man ober­fläch­lich für ei­nen er­zäh­le­ri­schen Trick der Au­to­ren und Se­ri­en­pro­du­zen­ten hal­ten könn­te: Der ers­te „Doc­tor Who“-dar­stel­ler Wil­li­am Hart­nell soll­te auf­grund sei­nes Ge­sund­heits­zu­stan­des durch Patrick Trough­ton er­setzt wer­den, der ihm in keins­ter Wei­se äh­nelt. Da­her dich­te­te man sei­nem au­ßer­ir­di­schen Se­ri­en- Cha­rak­ter ein­fach die Fä­hig­keit an, sich re­ge­ne­rie­ren zu kön­nen. Kör­per und Geist durch­lau­fen al­so ei­ne Met­a­mor­pho­se, die den Dreh­buch­au­to­ren, Darstel­lern und Re­gis­seu­ren qua­si ei­ne Frei­kar­te für völ­lig neue In­ter­pre­ta­tio­nen des Cha­rak­ters er­öff­net. Wo an­de­re Se­ri­en mög­lichst klamm­heim­lich und still Darstel­ler­wech­sel voll­zo­gen, ze­le­brier­te die da­mals in der vier­ten Staf­fel be­find­li­che Sci­en- ce-fic­tion-se­rie das Pro­ze­de­re so of­fen­sicht­lich wie nur ir­gend mög­lich und ver­barg da­mit das ei­gent­li­che Pro­blem: Schließ­lich ge­lingt nur ei­nem Da­vid Su­chet die Her­ku­les-auf­ga­be, ein und den­sel­ben Se­ri­en­cha­rak­ter über 24 Jah­re lang fast oh­ne Al­te­rungs­er­schei­nun­gen zu spie­len. Su­chets „Poirot“wur­de im Lauf der Zeit üb­ri­gens im­mer bes­ser, da er sich dem Al­ter sei­ner li­te­ra­ri­schen Rol­le an­nä­her­te. Wenn man ei­ne lang­le­bi­ge Se­rie plant, be­nö­tigt man al­so ent­we­der von An­fang an recht jun­ge Dar­stel­ler, de­ren Kar­rie­re-plä­ne haupt­säch­lich ei­ne iko­ni­sche Rol­le vor­se­hen, oder man be­dient sich ei­ner schrift­stel­le­ri­schen Hin­ter­tür.

Phi­lo­so­phie der Wie­der­ge­burt

Auf den zwei­ten Blick ist die­se ober­fläch­li­che Not­lö­sung al­ler­dings ein ge­nia­ler Kniff, dem man im Lau­fe der Zeit so ei­ni­ge an­thro­po­lo­gisch-phi­lo- so­phi­sche Be­trach­tun­gen an­ge­dei­hen ließ. Denn was gibt es schon mensch­li­che­res, als die stän­di­ge Selbst­er­neue­rung der ei­ge­nen Per­son? Als Te­enager war man viel­leicht noch ei­ne kom­plett an­de­re Per­sön­lich­keit als in den ei­ge­nen 50ern. Als El­tern­teil tickt man ver­mut­lich kom­plett an­ders, als in den Jah­ren des Rent­ner-da­seins. Ge­nau ge­nom­men führt die Zel­ler­neue­rung des mensch­li­chen Kör­pers da­zu, dass sich Or­ga­ne im­mer wie­der re­ge­ne­rie­ren und sich auch die Per­sön­lich­keit ei­nem ste­ti­gen Wan­del ge­gen­über­sieht. Da­her kann wohl je­der be­haup­ten, dass sein Ich von heu­te nicht mehr das Ich von mor­gen sein wird. Mit die­sen Ge­dan­ken im Hin­ter­kopf wirkt ei­ne alle drei bis sechs Staf­feln statt­fin­den­de Re­inkar­na­ti­on des be­lieb­ten Ti­me Lords wie ei­ne stän­di­ge Ent­wick­lung durch ver­schie­de­ne Le­bens­pha­sen … nur dass je­mand ir­gend­wie

die chro­no­lo­gi­sche Rei­hen­fol­ge der Le­bens­pha­sen des Doc­tors völ­lig durch­ein­an­der­ge­bracht hat. Aber was be­deu­tet schon „chro­no­lo­gisch“, wenn man in ei­ner po­li­zei­li­chen No­t­ruf-zel­le aus den 1950er Jah­ren durch Zeit und Raum reist und mit ei­nem spe­zi­el­len Schall­schrau­ben­zie­her sämt­li­che Tü­ren (au­ßer Holz) öff­nen kann? Da­her darf sich der Zu­schau­er im­mer wie­der aufs neue über­ra­schen las­sen, wie der re­inkar­nier­te Doc­tor wohl das nächs­te Mal aus­se­hen und ti­cken wird. Ein­zig die Er­in­ne­run­gen blei­ben, so­dass die frü­he­ren Doc­to­ren auf ewig in der ak­tu­el­len Ver­si­on wei­ter­le­ben und des­sen Cha­rak­ter prä­gen. Zugleich be­rich­ten die meis­ten Who­via­ner von ei­nem Kloß im Hals oder gar ei­nem wäss­ri­gen Aus­fluss aus den Au­gen, wenn sich nach so vie­len ge­mein­sam er­leb­ten Aben­teu­ern mal wie­der ein lieb ge­won­ne­ner Doc­tor ver­ab­schie­det, um der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on Platz zu ma­chen. Da fal­len schon ein­mal dra­ma­ti­sche Ab­schieds-wor­te wie „Ich will noch nicht ge­hen“(Da­vid Tennant als zehn­ter Doc­tor) oder auch „Al­les, was Du bist, ist in ei­nem Au- gen­blick ver­schwun­den, wie der Hauch auf ei­nem Spie­gel.“(Matt Smith als elf­ter Doc­tor). Doch an­statt es mit dem Tod zu ver­glei­chen, kann man es auch als Schlaf mit an­schlie­ßen­dem Er­wa­chen am nächs­ten Mor­gen se­hen. Wäh­rend ein pu­ber­tä­rer Te­enager viel­leicht tags dar­auf im Spie­gel den ers­ten Pi­ckel auf der Stirn ent­deckt, wird es für den ak­tu­el­len, zwölf­ten Doc­tor (Pe­ter Ca­pal­di) al­ler­dings noch ei­ne viel grö­ße­re Über­ra­schung nach dem Er­wa­chen ge­ben. Zum ei­nen ist er we­sent­lich jün­ger, zum an­de­ren…

Was lan­ge währt

… reiht sich ne­ben den gan­zen al­ten, un­at­trak­ti­ven Kna­ckern und den schnit­ti­gen jün­ge­ren Ex­em­pla­ren nun erst­mals ei­ne Frau in die Rie­ge der Doc­to­ren ein. Da­bei ist Haupt­dar­stel­le­rin Jo­die Whit­ta­ker kein un­be­schrie­be­nes Blatt im bri­ti­schen Fern­se­hen. Seit 2006 spielt sie in zahl­rei­chen Fil­men wie et­wa „Attack The Block“, „Zwei an ei­nem Tag“und „Die Girls von St. Tri­ni­an“in klei­ne­ren Ne­ben­rol­len mit, wäh­rend sie in Tv-se­ri­en wie „The Smo­ke“oder „Broad­church“schon eher be­wei­sen konn­te, welch ver­sier­te Cha­rak­ter-dar­stel­le­rin in ihr steckt. Ge­ra­de letz­te­re Se­rie, in der sie die Mut­ter ei­nes mut­maß­lich er­mor­de­ten Jun­gen spielt, gilt un­ter Kri­mi-freun­den als ab­so­lu­ter Ge­heim­tipp und dürf­te für Whit­ta­ker auch das Sprung­brett in die „Doc­tor Who“-se­rie ge­we­sen sein. Nicht nur, dass der Ex-doc­tor Dar­stel­ler Da­vid Tennant hier ei­nen ab­ge­half­ter­ten Mor­der­mitt­ler mit schlech­ter Re­pu­ta­ti­on spielt, auch der Se­ri­en­schöp­fer Chris Chib­nall be­kommt dem­nächst als neu­er Showrun­ner mehr mit der Sci­ence-fic­tion-kult­se­rie zu tun. Was sich die Fans auf der gan­zen Welt nun fra­gen, ist: Wie wird sich Jo­die Whit­ta­ker als 13. Doc­tor schla­gen? Angst ha­ben, dass die Fans kei­nen weib­li­chen Doc­tor ak­zep­tie­ren, braucht die 35-Jäh­ri­ge Dar­stel­le­rin glück­li­cher­wei­se schon ein­mal nicht. Schließ­lich ka­men an­de­re weib­li­che Ti­me Lords wie et­wa die gran­dio­se Mis­sy (Mi­chel­le Go­mez) oder auch die char­man­te Ri­ver Song (Alex Kings­ton) beim Pu­bli­kum blen­dend an und schür­ten

im­mer wie­der die Hoff­nung, dass auch der Doc­tor ir­gend­wann ein­mal sei­ne weib­li­che Sei­te ent­de­cken wür­de. „Ich möch­te den Fans sa­gen, dass sie sich nicht we­gen mei­nes Ge­schlechts fürch­ten müs­sen. Es ist ei­ne sehr auf­re­gen­de Zeit und „Doc­tor Who“re­prä­sen­tiert so ziem­lich al­les, was an dem Be­griff der Ve­rän­de­rung so span­nend ist. Die Fans ha­ben hier schon so vie­le Ve­rän­de­run­gen er­lebt und das ist le­dig­lich ei­ne neue, an­ders­ar­ti­ge Ve­rän­de­rung und kei­ne, vor der man Angst ha­ben soll­te.“er­zählt Whit­ta­ker in ei­nem im Ju­li letz­ten Jah­res für die BBC ge­führ­ten In­ter­view.

Kom­plet­ter Neu­start

Als sie von der Rol­le er­fuhr, wur­de sie von Chris Chib­nall über­rascht, der ihr in ei­nem Chat weis­mach­te, sie sprä­chen über ei­ne wei­te­re „Broad­church“-staf­fel. „Ich be­gann da­mit, ihn (Chib­nall) über sei­nen neu­en Job in Wa­les aus­zu­fra­gen und frag­te, ob ich viel­leicht mal ei­nen Bö­se­wicht spie­len könn­te. Und er wech­sel­te blitz­schnell das The­ma, um vor­zu­schla­gen, dass ich für die Rol­le des 13. Doc­tors vor­spre­chen soll­te. Es war der au­ßer­ge­wöhn­lichs­te Chat über­haupt, da ich je­de nur er­denk­li­che Fra­ge stell­te und sag­te, dass ich ein paar Wo­chen bräuch­te, um zu ent­schei­den, ob ich zum Vor­spre­chen ge­he oder nicht. Er er­hielt mei­nen An­ruf al­ler­dings schon in­ner­halb der nächs­ten 24 St­un­den.“meint Whit­ta­ker wei­ter. Auf die Fra­ge, ob sie sich schon von den frü­he­ren Who-darstel­lern Rat ein­ho­len konn­te, ant­wor­tet sie: „Bis­lang konn­ten sie noch nicht, da sie es noch nicht wuss­ten. Aber ich war­te be­reits auf ein paar An­ru­fe – Da ha­be ich so ei­ni­ge Freun­de hier. Ich ken­ne ei­nen frü­he­ren „Com­pa­ni­on“(Ar­thur Dar­vill) so­wie ein gan­zes Trio an Doc­tor-who-darstel­lern: Matt Smith, Chris Eccles­ton und na­tür­lich Da­vid Tennant. Oh, nicht zu ver­ges­sen Da­vid Brad­ley! Vier Doc­to­ren! Da­her hof­fe ich, ein paar An­ru­fe mit gu­ten Rat­schlä­gen zu er­hal­ten.“Wie bei ih­ren Vor­gän­gern wird auch Whit­ta­kers In­ter­pre­ta­ti­on des be­rühm­ten Gal­li­f­rey-flücht­lings erst ein paar Epi­so­den be­nö­ti­gen, um sich als Cha­rak­ter zu fes­ti­gen und die per­sön­li­chen Be­son­der­hei­ten so­wie den iko­ni­schen Look (Flie­ge? Schlips? Schal? Bril­le? Oder Ho­sen­trä­ger?) zu fes­ti­gen. Fest steht al­ler­dings, dass es ein um­fas­sen­der Neu­start wer­den wird, bei dem das kom­plet­te Team wech­selt. Statt Pe­arl Ma­ckie und Matt Lu­cas wird die Doc­to­rin al­so von neu­en „Com­pa­ni­ons“be­glei­tet. Zwar ist die ge­naue Be­sat­zung der Tar­dis noch un­be­kannt, aber die Schau­spie­ler Brad­ley Walsh (als Gra­ham), To­sin Co­le (als Ryan) und Man­dip Gill (als Yas­min) wur­den be­reits als fes­ter Be­stand­teil der Cr­ew be­stä­tigt, wes­halb es sehr wahr­schein­lich ist, dass sie alle drei die neu­en Be­glei­ter sein wer­den. Statt al­so nur ei­nen fes­ten Kum­pa­nen zu ha­ben, der die ab­ge­fah­re­nen Aben­teu­er auch als sol­che Wun­der er­kennt, die sie sind, wird die flie­gen­de No­t­ruf­zel­le al­so gleich von ei­ner gan­zen Mul­ti­kul­ti-„fa­mi­lie“be­völ­kert, wo­durch so rich­tig Le­ben in die Bu­de kommt. Dies ist üb­ri­gens bei­lei­be kei­ne wirk­li­che Neue-

rung, da auch schon zu­vor die amü­san­tes­ten und schöns­ten Se­ri­en-epi­so­den meh­re­re Be­glei­ter an Bord be­grü­ßen durf­ten – Man den­ke hier nur an Bar­ba­ra, Ian und Su­san, die den ers­ten Doc­tor be­glei­te­ten, an die klei­ne Fa­mi­lie Amy, Ro­ry und Ri­ver, die ge­le­gent­lich so­gar Ro­rys Va­ter Bri­an mit in­vol­vier­ten. Oder auch an Cla­ra und Dan­ny Pink so­wie zu­letzt Bill Potts und Nar­do­le.

Das En­de ei­ner Ära

Als neu­er Showrun­ner von „Doc­tor Who“löst Chris Chib­nall („Torch­wood“) sei­nen Vor­gän­ger Ste­ven Moff­at ab, der die Se­rie 2010 über­nahm und in­ner­halb der Matt-smith- und Pe­ter- Ca­pal­di-ära „Doc­tor Who“auch au­ßer­halb Groß­bri­tan­ni­ens, ins­be­son­de­re in den USA vor­an­brach­te. Na­tür­lich gab es dort auch schon zu­vor ei­ne so­li­de Fan­ba­se, je­doch merkt man den neue­ren Epi­so­den an, dass da weit mehr Bud­get da­hin­ter steckt und die in­zwi­schen brei­ten­wirk­sa­me­ren Aben­teu­er der Doc­tors ein stär­ke­res Ki­n­of­lair ha­ben als je­mals zu­vor. Aber nicht nur auf der Pr-ebe­ne be­wies Moff­at sein Ge­schick als ge­wief­ter Showrun­ner, son­dern auch als bril­lan­ter Se­ri­en-au­tor, des­sen Epi­so­den stets den Qua­li­täts­an­spruch hat­ten, auf in­tel­li­gen­ter Ebe­ne zu un­ter­hal­ten. Ne­ben al­ler­lei Fan­ser­vices wie Auf­trit­ten be­kann­ter Mons­ter, frü­he­rer Doc­tor-dar­stel­ler, Re­fe­ren­zen auf äl­te­re Epi­so­den und be­kann­te Cha­rak­te­re spiel­te Moff­at mit den To­poi, die die klas­si­schen Doc­to­ren be­reits be­dien­ten. Im Prin­zip konn­te der ab­ge­dreh­te Zei­t­rei­sen­de noch nie sehr gut ver­ber­gen, was er von un­nö­ti­ger Waf­fen­ge­walt hält, wes­halb sein Ver­hält­nis zum Mi­li­tär auch kein be­son­ders gu­tes ist, selbst wenn er häu­fi­ger mit der mi­li­tä­ri­schen Ge­heim­or­ga­ni­sa­ti­on U.N.I.T. zu­sam­men­ar­bei­ten muss und die Le­th­bridge-ste­wart-fa­mi­lie eben doch ei­nen St­ein bei ihm im Brett hat. An­statt wie an­de­re „Hel­den“näm­lich Pro­ble­me mit Waf­fen­ge­walt zu lö­sen oder erst zu schie­ßen und dann zu fra­gen, be­vor­zugt der Doc­tor eher ei­nen „gro­ßen, ge­nia­len Plan“, der meist da­mit zu tun hat, die je­wei­li­ge Spe­zi­es zu er­for­schen, nä­her ken­nen zu ler­nen und mit ihr ein we­nig zu plau­dern. Das war na­tür­lich auch vor Moff­at schon so, wur­de durch sei­nen schrift­stel­le­ri­schen und lei­ten­den Ein­fluss aber noch stär­ker for­ciert.

55 Jah­re Doc­tor Who

Zu­sam­men mit sei­nem Kol­le­gen Mark Ga­tiss, mit dem er auch die Kult­se­rie „Sher­lock“ent­wi­ckel­te, setz­te Moff­at zum 50. Ju­bi­lä­um der bri­ti­schen Kult-se­rie ein Denk­mal, in­dem er in der Ju­bi­lä­ums-epi­so­de „Der Tag des Doc­tors“das ur­sprüng­li­che Kriegs­trau­ma auf­lös­te, dem Doc­tor mit der Su­che nach Gal­li­f­rey ein neu­es Ziel gab und so­gar in der fi­na­len Weih­nacht­s­epi­so­de der sie­ben­ten Staf­fel die Zwöl­fer-re­gel für die An­zahl der Re­inkar­na­tio­nen auf­hob. Mit sei­nem Bio­pic „Ein Aben­teu­er in Raum und Zeit“ze­le­brier­te Mark Ga­tiss wie­der­um den Grün­dungs­my­thos der Se­rie und zeig­te zum al­ler­ers­ten Mal Da­vid Brad­ley („Ga­me Of Thro­nes“) in der Rol­le Wil­li­am Hart­nells, der

den ers­ten Doc­tor spiel­te. Schon als der elfte Doc­tor Matt Smith be­kannt gab, den Schall­schrau­ben­zie­her nie­der zu le­gen, um sich an­de­ren Pro­jek­ten zu wid­men, hoff­ten vie­le Fans dar­auf, dass sein Nach­fol­ger ei­ne Frau wer­den wür­de. Je­doch be­vor­zug­te Moff­at dann doch Pe­ter Ca­pal­di und mach­te ihn zum klas­sischs­ten Doc­tor seit lan­gem, wo­bei auch die Epi­so­den in­halt­lich wie­der stär­ker in die Rich­tung der ers­ten Staf­feln aus den 1960ern gin­gen. Und ob­wohl Ste­ven Moff­at be­züg­lich der Ziel­grup­pe an­merk­te, dass die­se sich nicht nur zwin­gend aus pro­gres­si­ven Li­be­ra­len zu­sam­men­set­ze, son­dern auch aus Br­ex­it-wäh­lern, scheint er mit der Haupt­dar­stel­ler-ent­schei­dung sei­nes Kol­le­gen Chib­nall doch sehr zu­frie­den zu sein und hält Jo­die Whit­ta­ker für die bes­te Wahl für die­se Rol­le. Schon bei Mis­sy setz­te er den Gen­der-wech­sel des Ti­me Lords „The Mas­ter“mit Er­folg um, wes­halb der Doc­tor sei­nem größ­ten Erz­ri­va­len nun im Prin­zip ein we­nig nach­ei­fert. Moff­at bleibt dem Who­ni­ver­se üb­ri­gens auch noch ei­ne Wei­le als Co-au­tor für meh­re­re „Doc­tor Who“-ro­ma­ne er­hal­ten, die er zu­sam­men mit dem Dreh­buch­au­tor Rus­sel T. Da­vis in den kom­men­den Jah­ren ver­fas­sen will. Be­vor al­ler­dings Jo­die Whit­ta­ker als die 13. In­kar­na­ti­on die Zu­schau­er­schaft mit gro­ßen Sci­ence-fic­tion-aben­teu­ern un­ter­hält, wird hier­zu­lan­de am 22. Fe­bru­ar erst ein­mal die zehn­te Staf­fel von „Doc­tor Who“auf Blu-ray ver­öf­fent­licht. Seit sich das „Im­pos­si­ble Girl“Cla­ra Os­wald (Jen­na Co­le­man) in der neun­ten Staf­fel so emo­tio­nal von der Se­rie ver­ab­schie­de­te (wo­bei hier ja ein win­zig klei­ner Hoff­nungs­schim­mer ver­blieb) ist wie­der viel pas­siert. Im­mer häu­fi­ger denkt der Doc­tor an sei­ne al­te Flam­me Ri­ver Song (Alex Kings­ton) zu­rück, mit der er in sei­ner jet­zi­gen Gestalt im­mer­hin noch ein (vor-)letz­tes Aben­teu­er in der sprich­wört­lich „kopf­lo­sen“Weih­nacht­s­epi­so­de „Be­such bei Ri­ver Song“er­le­ben durf­te. Kur­ze Zeit spä­ter – denn schließ­lich sind für ei­nen Ti­me Lord 24 Jah­re nur ein Au­gen­zwin­kern – tren­nen sich ih­re We­ge und nur der Doc­tor kennt das wei­te­re Schick­sal sei­ner gro­ßen Lie­be, da ih­re Be­we­gun­gen durch die Zeit ent­ge­gen­ge­setzt ver­lau­fen. Was dem Doc­tor von be­sag­tem Aben­teu­er blieb, ist nicht et­wa ein Ba­by, da­für aber je­mand, der ei­nem Ba­by doch er­schre­ckend ähn­lich sieht. Der in­zwi­schen wie­der zu­sam­men­ge­setz­te Eier­kopf Nar­do­le („Litt­le Bri­tain“-star Matt Lu­cas), be­glei­tet ihn nun auf sei­nen Rei­sen und er­lebt in ei­nem

wei­te­ren Weih­nachts-spe­zi­al ein klei­nes, nicht ganz un­ro­man­ti­sches Su­per­hel­den-ex­pe­ri­ment.

Die Rück­kehr von Doc­tor Mys­te­rio

Für alle, die sich im Who­ni­ver­sum ein we­nig aus­ken­nen, ist die Be­zeich­nung „Doc­tor Mys­te­rio“ein wit­zi­ges Re­likt aus den 1960ern, als die Se­rie in un­ter­schied­li­chen Län­dern an­ders­ar­ti­ge Ti­tel be­kam und in­halt­lich teil­wei­se so um­ge­ar­bei­tet wur­de, dass ein völ­lig neu­es Kon­zept ent­stand. Aus „Doc­tor Who“wur­de da z. B. „Dr. What“, „Old Eng­lish Man In Ti­me“oder eben „ El Lo­co Doc­tor Mys­te­rio“. Letz­te­res war der Ti­tel der Me­xi­ka­ni­schen Ver­si­on, was Moff­at und Ca­pal­di wäh­rend ih­rer letz­ten Welt-tour­nee mit­be­ka­men und dar­auf­hin „Doc­tor Mys­te­rio“als In­si­der- Gag ver­wen­de­ten. Ne­ben die­ser Re­fe­renz klingt der Na­me aber auch aus­rei­chend tri­vi­al, so­dass er glatt aus ei­nem Su­per­hel­den- Co­mic stam­men könn­te – Im­mer­hin gibt es auch bei Spi­der-man ei­nen Mys­te­rio, des­sen Kopf ei­nem lee­ren Aqua­ri­um gleicht. In der Epi­so­de selbst er­hält der zwölf­te Doc­tor die­sen Na­men von dem acht­jäh­ri­gen Grant Gor­don. Und weil der Schall­schrau­ben­zie­her schwin­gen­de Prot­ago­nist selbst wie­der ein­mal völ­lig durch den Wind ist und in der Nä­he ah­nungs­lo­ser Men­schen mit Ali­en-tech­no­lo­gie her­um­spielt, kommt es zu ei­nem un­ge­woll­ten Zwi­schen­fall, der dem Jun­gen den Wunsch er­füllt, ein Su­per­held zu wer­den. 24 Jah­re spä­ter kehrt „Doc­tor Mys­te­rio“zu­rück nach New York, wo ei­ne un­be­nann­te au­ßer­ir­di­sche Macht ver­sucht, die Mensch­heit zu un­ter­wan­dern, in­dem sie Ge­hir­ne ver­pflanzt. Klar, dass hier Er­in­ne­run­gen an ame- ri­ka­ni­sche Pulp-li­te­ra­tur bzw. Sci­ence-fic­tion- Ge­schich­ten aus dem Kal­ten Krieg wach wer­den (z. B. „Das Ding aus ei­ner an­de­ren Welt“), zu­mal dies ja auch zum Su­per­hel­den-pa­thos passt, das in die­sem Fall von dem in­zwi­schen er­wach­sen ge­wor­de­nen Grant und des­sen kos­tü­mier­tem Al­ter-ego „Ghost“ver­kör­pert wird. Doch wie lässt sich solch ei­ne Be­dro­hung mit Su­per­kräf­ten be­wäl­ti­gen, wenn der voll­zo­ge­ne Hirn­tausch von au­ßen nicht sicht­bar ist? Be­sag­te Au­ßer­ir­di­sche ka­men üb­ri­gens am Ran­de auch schon in der vor­he­ri­gen Weih­nachts-epi­so­de „Be­such bei Ri­ver Song“vor.

Ei­ne neue Be­glei­tung

Be­sit­zen die Weih­nacht­s­epi­so­den meist ei­nen be­son­de­ren Sta­tus, der sie von den üb­li­chen Fol­gen ab­grenzt, geht es in den fol­gen­den zwölf Epi-

so­den der zehn­ten Staf­fel wie­der re­gu­lär wei­ter. Ob­wohl … Ei­gent­lich wirkt es wie ein Neu­be­ginn, der durch die Au­gen der jun­gen Uni­ver­si­täts-mit­ar­bei­te­rin Bill Potts (Pe­arl Ma­ckie) ge­zeigt wird. Bill ar­bei­tet in der Kan­ti­ne und ist ein ge­hei­mer Fan der Vor­le­sun­gen ei­nes mys­te­riö­sen Uni­ver­si­täts-pro­fes­sors, der ge­rüch­te­wei­se schon seit über 70 Jah­ren in der Ein­rich­tung un­ter­rich­ten soll und wäh­rend ei­ner Vor­le­sung über Quan­ten-phy­sik bei­spiels­wei­se lie­ber über die Dicht­kunst re­fe­riert. Da dem Doc­tor (na­tür­lich, wer sonst) auf­fällt, dass die Hob­by-stu­den­tin wäh­rend sei­ner Vor­le­sun­gen im­mer lä­chelt, wenn sie et­was nicht ver­steht, und er et­was Be­son­de­res an ihr wit­tert, lädt er sie zum Ge­spräch in sein Bü­ro ein. Und auch wenn ih­re Zieh­mut­ter das Mäd­chen vor dem ih­rer Mei­nung nach po­ten­zi­ell pä­do­phi­len, al­ten Mann warnt, nimmt Bill das An­ge­bot des Doc­tors an und lässt sich re­gel­mä­ßi­ge Lek­tio­nen in den ab­stru­ses­ten Fä­chern ge­ben, was ih­ren tris­ten All­tag ge­hö­rig auf­wer­tet. Bill ist emo­ti­ons­tech­nisch ein of­fe­nes Buch, da sie kei­nen Hehl aus ih­ren Ge­füh­len macht, wes­halb sie of­fen und di­rekt auf die Leu­te zu­geht. Als sie ei­nes Ta­ges auf dem Cam­pus die at­trak­ti­ve wie mys­te­riö­se Hea­ther (Ste­pha­nie Hyam) mit ih­rem „Ster­nen­au­ge“und dem krank­haf­ten Flucht­re­flex trifft, be­ginnt Bills ers­tes Aben­teu­er, das nicht von die­ser Welt ist.

Bills Ge­heim­nis

Die Her­kunft der leb­haf­ten Tom­boy-be­glei­te­rin bleibt üb­ri­gens zu­nächst im Un­ge­wis­sen, da sie bei ih­rer Zieh­mut­ter groß ge­wor­den ist und sich nicht mehr so rich­tig an ih­re leib­li­che Mut­ter er­in­nern kann. Selbst, als ein paar ver­ges­sen ge­glaub­te Fo­tos ih­rer zum ver­wech­seln ähn­lich se­hen­den Mut­ter auf­tau­chen, kann der Zu­schau­er be­reits er­ah­nen, dass ein ge­wis­ser Zei­t­rei­sen­der da­hin­ter steckt. Noch viel mys­te­riö­ser er­schei­nen al­ler­dings die Tä­tig­kei­ten des Doc­tors und sei­nes As­sis­ten­ten Nar­do­le, die im Hin­ter­grund et­was enorm Wich­ti­ges zu ver­ber­gen schei­nen – und es hat vor­erst nichts mit der blau­en Te­le­fon­zel­le oder den un­ter­schied­li­chen Schall­schrau­ben­zie­hern im Bü­ro des Pro­fes­sors zu tun. Nichts­des­to­trotz be­tritt die smar­te Stu­den­tin im Lau­fe der Hand­lung die Tar­dis und be­kommt de­ren Fä­hig­kei­ten, durch Raum und Zeit zu rei­sen am ei­ge­nen Leib zu spü­ren. Fort­an be­geg­nen dem Drei­er- Ge­spann Who-potts-nar­do­le die un­glaub­lichs­ten We­sen, an­ge­fan­gen bei Smi­ley-bots über töd­li­che Welt­raum­an­zü­ge bis hin zum größ­ten Geg­ner, den der Doc­tor je­mals hat­te. Und ja, Mis­sy ist na­tür­lich mit von der Par­tie, wo­bei es von ih­rer Stim­mung ab­hängt, ob sie nun für oder ge­gen den Doc­tor ar­bei­tet. Fiel die neun­te Staf­fel noch durch ih­re for­cier­te Dop­pel-epi­so­den-struk­tur auf, wur­de von die­sem Kon­zept für die zehn­te Staf­fel wie­der ein we­nig ab­ge­las­sen. Da­durch er­le­ben Bill und der Doc­tor mehr ab­wechs­lungs­rei­che Aben­teu­er, die am En­de der Staf­fel auch schon wie­der ih­ren un­wi­der­ruf­li­chen Ab­schluss fin­den wer­den. Dar­un­ter be­fin­den sich Epi­so­den mit be­mer­kens­wer­ten Gast­auf­trit­ten und or­ga­nisch ein­ge­wo­be­nen Re­fe­ren­zen an klas­si­sche Epi­so­den aus den 1960ern. Für Kri­mi-fans dürf­te bei­spiels­wei­se die Epi­so­de „Klopf Klopf“be­son­ders in­ter­es­sant sein, da hier der groß­ar­ti­ge Da­vid Su­chet ei­nen mys­te­riö­sen Land­lord spielt und sich hin­ter den Ku­lis­sen ger­ne an Pe­ter Ca­pal­dis Auf­tritt in der Epi­so­de „Wasp’s Nest“(1991) sei­nes Le­bens­werks „Aga­tha Chris­tie’s Poirot“er­in­nert. Noch mehr Re­tro- Ge­füh­le gibt es in der Epi­so­de „Em­press Of Mars“, in der die Prot­ago­nis­ten erst­mals ei­ne weib­li­che Eis­krie­ge­rin vom Mars zu se­hen be­kom­men. Die Fol­ge lässt sich als Pre­quel zu den frü­he­ren Epi­so­den „The Cur­se Of Pe­la­don“(1972) und „The Mons­ter Of Pe­la­don“(1974) se­hen. Auch die letz­te Epi­so­de „Der Doc­tor fällt“re­fe­riert zu­sam­men mit dem fol­gen­den Weih­nachts­spe­cial auf den oben ge­nann­ten Vier­tei­ler „The Tenth Pla­net“(1966), der le­gen­dä­ren Hand­lungs-ar­che, die erst­mals die Cy­ber­men ein­führ­te und gleich­zei­tig die Premiere der Re­inkar­na­ti­ons-fä­hig­keit des Doc­tors dar­stell­te. So schließt sich der Kreis und es en­det wie es be­gann mit dem al­ler­ers­ten Doc­tor Who im Weih­nachts-spe­zi­al „Twice Upon A Ti­me“.

Aus der Zeit ge­fal­len

Es ist die Ab­nei­gung ge­gen die ei­ge­ne Re­inkar­na­ti­on, die der ers­te Doc­tor (hier ge­spielt von Da­vid Brad­ley) mit dem zwölf­ten Doc­tor im glei­chen Ma­ße teilt, wie die Trau­er über die zu­rück ge­las­se­nen Be­glei­ter. Als sie sich in der ei­si­gen Ge­fühls­land­schaft am Süd­pol be­geg­nen, wird die Ähn­lich­keit ih­res Geis­tes­zu­stands deut­lich. Als­bald ge­sellt sich noch ein drit­ter ver­wirr­ter Mann zur il­lus­tren Run­de: Ein Bri­ti­scher Of­fi­zier (ge­spielt von Mark Gat­tiss höchst­selbst) aus dem Jah­re 1914 wun­dert sich über sei­nen jet­zi­gen Auf­ent­halts­ort, die selt­sa­men Män­ner, das plötz­lich auf­tau­chen­de Raum­schiff, ih­re ge­mein­sa­me

Ent­füh­rung so­wie über die Be­zeich­nung „Ers­ter Welt­krieg“, die im­mer wie­der fällt, wenn es um sei­ne Epo­che geht. Was den Doktoren in dem Raum­schiff zu­stößt und wes­halb sie ih­re Mei­nung dann doch noch än­dern, um sich frei­wil­lig der Ver­wand­lung hin­zu­ge­ben, sei an die­ser Stel­le nicht ver­ra­ten. Aber, so viel ist si­cher: Ste­ven Moff­ats letz­ter Who­via­ni­scher Weih­nachts­gruß hält wie­der ein­mal so rich­tig herr­li­che Mo­men­te der Me­lan­cho­lie be­reit: Be­geg­nun­gen mit al­ten Be­kann­ten, ei­ne weih­nacht­li­che Bot­schaft der Lie­be so­wie ei­ne wei­se „Neu­jahrs-an­spra­che“des da­hin­schei­den­den Doc­tors mit al­ler­lei Rat­schlä­gen, die er sei­ner Nach­fol­ge­rin mit auf den Weg gibt. Das Weih­nachts-spe­cial „Twice Upon A Ti­me“wird am 27. April auf ei­ner se­pa­ra­ten Blu-ray er­schei­nen.

Das Kind von den Ster­nen

Als Wil­li­am Hart­nells Doc­tor am 23.11.1963 zum ers­ten Mal in der Pi­lot­fol­ge „An Une­arth­ly Child“über die bri­ti­schen Tv-bild­schir­me flim­mer­te, schau­ten ge­ra­de ein­mal 4,4 Mio. Zu­schau­er zu, da in den Nach­rich­ten zeit­gleich das At­ten­tat auf J. F. Ken­ne­dy für trau­ri­ge Schlag­zei­len sorg­te. Durch die Wie­der­ho­lung der Epi­so­de er­reich­ten auch die wei­te­ren drei Epi­so­den (die zu­sam­men den Hand­lungs­bo­gen ei­nes Vier­tei­lers span­nen) im­mer­hin ein knapp über 6 Mio.-pu­bli­kum. Den­noch war es um die Pro­duk­ti­on von An­fang an nicht be­son­ders gut be­stellt, wie das Bio­pic „Ein Aben­teu­er in Raum und Zeit“(2013) üb­ri­gens ein­drucks­voll zeigt. In der Pi­lot-fol­ge stell­te die Se­rie ei­nen al­ten Mann au­ßer­ir­di­scher Her­kunft vor, der mit sei­ner En­ke­lin Su­san durch die Zeit reist. Dass sich sein Tar­dis ge­nann­tes Raum­schiff mit Hil­fe ei­ner Cha­mä­le­on-funk­ti­on je nach Pla­net und Zeit an die Ge­ge­ben­hei­ten an­pas­sen und so­mit tar­nen kann, ist ein Pro­dukt der gro­ßen Fan­ta­sie der Dreh­buch­schrei­ber. Dass die­ses tol­le Schiff je­doch auch nach dem Ver­las­sen der Er­de der 1950er Jah­re von au­ßen wie ei­ne Po­li­zei-no­t­ruf­zel­le aus­sieht, hat sie nicht et­wa ei­nem zu­fäl­li­gen Ma­schi­nen-de­fekt (oder et­wa dem Ein­wir­ken des elf­ten Doc­tors) zu ver­dan­ken, son­dern dem ge­ne­rell sehr nied­ri­gen Pro­duk­ti­ons-bud­get, das dem Bau ver­schie­de­ner Tar­dis-ver­sio­nen ei­nen Rie­gel vor­schob. Die Se­ri­en-schöp­fer hat­ten al­so die Wahl, ob sie das Raum­schiff un­sicht­bar mach­ten oder es ein­fach bei der No­t­ruf­zel­le be­lie­ßen. Zum Glück, denn wie so oft in der Se­rie, die in der An­fangs­zeit mit un­glaub­lich vie­len Un­wäg­bar­kei­ten und Pro­duk­ti­ons­feh­lern zu kämp­fen hat­te, ent­wi­ckel­te sich aus der Not et­was kul­ti­ges. Nicht um­sonst dient das iko­ni­sche Äu­ße­re der Tar­dis heu­te als Logo der BBC. Zu­dem scheint sie als ein leuch­ten­des Hoff­nungs­sym­bol, über das sich ein Zei­ten und Di­men­sio­nen über­win­den­der No­t­ruf an den Doc­tor aus­sen­den lässt, durch­aus der Lo­gik der Se­rie zu fol­gen.

Re­tro-kult

Die am 23. März er­schei­nen­de DVD zu „Doc­tor Who – Der ers­te Doc­tor – Das Kind von den Ster­nen“be­inhal­tet den ge­sam­ten Vier­tei­ler des ers­ten Aben­teu­ers, der sich aus den je 25-Mi­nü­ti­gen Epi­so­den „An Une­arth­ly Child“, „The Ca­ve Of Skulls“, „The Fo­rest Of Fe­ar“und „The Fi­re­maker“zu­sam­men­setzt. Hie­rin wun­dern sich die bei­den Leh­rer der Co­al Hill Schu­le, Bar­ba­ra Wright (Jac­que­line Hill) und Ian Ches­ter­ton (Wil­li­am Rus­sell), über ih­re äu­ßerst ta­len­tier­te Schü­le­rin Su­san Fo­re­man (Ca­ro­le Ann Ford). Nicht nur, dass sie of­fen­bar mehr über die Na­tur­wis­sen­schaf­ten weiß, als ih­re Leh­rer, und re­gel­mä­ßig Ge­schichts­bü­cher kor­ri­giert, auch ihr an­ge­ge­be­ner Wohn­ort stellt sich als Schrott­platz her­aus, auf dem le­dig­lich ei­ne merk­wür­dig sur­ren­de, blaue Po­li­zei­box steht. Als sie das Mäd­chen ver­fol­gen, er­scheint es ih­nen so, als wür­de Sus­ans Groß­va­ter sei­ne En­ke­lin in der No­t­ruf­zel­le ge­fan­gen hal­ten. Kaum bie­tet sich die Ge­le­gen­heit, stür­men sie in das Ob­jekt und … sie er­le­ben zu­sam­men mit den Zu­schau­ern den al­ler­ers­ten „von drin­nen viel grö­ßer als von au­ßen“-mo­ment. Um die Leh­rer zu über­zeu­gen, dass es tat­säch­lich Zei­t­rei­sen gibt, be­tä­tigt der Doc­tor ei­ni­ge He­bel und Schal­ter, was der Tar­dis herz­lich egal ist, da sie eh das macht, was sie will. Den­noch lan­det die Grup­pe in der Ur­zeit, wo sie Be­kannt­schaft mit ein paar Höh­len­men­schen macht, die ge­ra­de die Vor­zü­ge des Feu­ers für sich ent­de­cken. Wie auch ei­ni­ge wei­te­re Wil­li­am-hart­nell-epi­so­den gibt es die­se in Bri­tan­ni­en schon seit ei­ni­ger Zeit auf di­gi­ta­len Da­ten­trä­gern in SD- Qua­li­tät. Die jet­zi­ge Dvd-ver­öf­fent­li­chung im schmu­cken Di­gi­pack wie­der­um wird hier­zu­lan­de erst­mals mit deut­scher Syn­chro­ni­sa­ti­on er­hält­lich sein. Der bei­lie­gen­de Sam­mel­schu­ber eb­net zu­dem den Weg, mit „Die Daleks“und „Am Ran­de der Ver­nich­tung“noch zwei wei­te­re klas­si­sche „Doc­tor Who“-epi­so­den der Hart­nell-ära nach Deutsch­land zu ho­len.

DAS ORI­GI­NAL: WIL­LI­AM HART­NELL

CO­LIN BAKER ALS DER SECHSTE DOC­TOR

GROSSES TREF­FEN IN „DIE FÜNF DOKTOREN“

SIEBTER DOC­TOR: SYLVESTER MCCOY

PAUL MCGANN IM DOC­TOR WHO-FILM

DER NEU­START: BILLIE PIPER WAR ALS REISEGEFÄHRTIN ROSE INNIG GELIEBT

POPSTAR KYLIE MINOGUE HAT EI­NEN GASTAUFTRITT

DER ELFTE DOC­TOR MATT SMITH UND DIE DALEKS

TENNANT ALS ZEHN­TER DOC­TOR MIT DEM MAS­TER (RECHTS)

AMY UND RO­RY REISTEN ALS PAAR MIT DEM DOC­TOR

NAR­DO­LE UND DIE WUNDERBARE RI­VER SONG CA­PAL­DI, DIE NUMMER 12, MIT DEM „IM­POS­SI­BLE GIRL“

BILL (PE­ARL MA­CKIE) HÄLT DEN MO­MENT FEST

LIE­BE CY­BER­MEN: WIR WOL­LEN KEI­NE UP­GRADES!

CA­PAL­DIS KURZER AUF­TRITT IM SPIN-OFF „CLASS“

DA­VID BRAD­LEY AUF WIL­LI­AM HART­NELLS SPUREN

HIER IN „BROAD­CHURCH“: JO­DIE WHIT­TA­KER

MIS­SY (LINKS) IST DIE ERS­TE GEN­DER-BENDERIN DER SHOW

AUS „EIN ABEN­TEU­ER IN RAUM UND ZEIT“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.