Grenz­über­schrei­ten­de Form der Kri­mi­na­li­tät

Ju­we­lier-über­fäl­le Zwei Li­tau­er sol­len aus­ge­lie­fert wer­den: ei­ner nach Deutsch­land, ei­ner nach Li­tau­en.

Heidenheimer Neue Presse - - Heidenheim -

„Wir be­fürch­ten, dass ra­di­ka­le Par­tei­en die De­mo­kra­tie auf de­mo­kra­ti­schem Weg aus­höh­len könn­ten“, sagt Er­ler. Denn ra­di­ka­le Par­tei­en mo­bi­li­sie­ren ih­re Wäh­ler of­fen­bar eher als die der Mit­te. Wer al­so nicht wäh­len geht, un­ter­stützt den rech­ten Rand, auch wenn er dies gar nicht will.

Lie­be Mög­lich­kei­ten, wir wün­schen uns auch wei­ter­hin ganz vie­le von Euch. Und wir wün­schen uns, dass ganz vie­le in ei­ner Wo­che zur Wahl­ur­ne ge­hen und dort un­ter den vie­len Mög­lich­kei­ten ei­ne gu­te Wahl tref­fen. Aber ihr lest das ja eh nicht. Sil­ja Kum­mer Wäh­rend die Po­li­zei da­mit be­schäf­tigt ist, den Ur­he­bern des jüngs­ten Ein­bruchs auf das Hei­den­hei­mer Ju­we­lier­ge­schäft Kopp auf die Spur zu kom­men, hat die Staats­an­walt­schaft nach wie vor da­mit zu tun, Alt­las­ten der auf die­ses Ob­jekt ver­üb­ten Über­fall-se­rie auf­zu­ar­bei­ten. Im Blick­punkt steht da­bei auch ein 27-jäh­ri­ger Mann, der nach Er­kennt­nis der Er­mitt­ler an dem Hei­den­hei­mer Tat­ort ei­ne ge­ne­ti­sche Spur hin­ter­las­sen hat und in Li­tau­en hin­ter Git­tern sitzt, weil er Hz-in­for­ma­tio­nen zu­fol­ge mit ei­nem dort ver­üb­ten Mord in Ver­bin­dung ge­bracht wird. Die Staats­an­walt­schaft Ell­wan­gen hat be­reits vor län­ge­rer Zeit die Aus­lie­fe­rung die­ses Tat­ver­däch­ti­gen be­an­tragt, der mit in­ter­na­tio­na­lem Haft­be­fehl ge­sucht und in sei­ner Hei­mat fest­ge­nom­men wor­den war. Über die­ses Aus­lie­fe­rungs­be­geh­ren der deut­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den ist bis heu­te nicht ent­schie­den wor­den. „Das Ver­fah­ren läuft noch, liegt in Li­tau­en,“teil­te der Pres­se­spre­cher der Staats­an­walt­schaft Ell­wan­gen, Ar­min Bur­ger, jetzt auf An­fra­ge mit, oh­ne dar­über spe­ku­lie­ren zu wol­len, wie lan­ge sich das Gan­ze noch hin­zie­hen wird. Schon frü­her hat­te der Lei­ten­de Ober­staats­an­walt Andre­as Frey­ber­ger ei­ne an­de­re Al­ter­na­ti­ve ins Spiel ge­bracht: Soll­ten die Li­tau­er Be­hör­den die Aus­lie­fe­rung ab­leh­nen, wür­de man nicht ein­fach auf­ge­ben, son­dern an­re­gen bzw. be­an­tra­gen, das in Deutsch­land an­hän­gi­ge Straf­ver­fah­ren in Li­tau­en füh­ren zu kön­nen.

Um­ge­kehrt ha­ben die li­taui­schen Jus­tiz­be­hör­den be­reits En­de 2016 um die Aus­lie­fe­rung je­nes 30-jäh­ri­gen li­taui­schen Staats­bür­gers er­sucht, der im Herbst 2016 we­gen in­di­rek­ter Tat­be­tei­li­gung an Raub­über­fäl­len auf das Ju­we­lier­ge­schäft Kopp und auf ei­ne Schmuck-bou­tique in Ba­den-ba­den am Land­ge­richt Ell­wan­gen zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und zehn Mo­na­ten ver­ur­teilt wor­den war. Nach La­ge der Din­ge scheint die­ses An­sin­nen von Er­folg ge­krönt zu sein. Nach ei­ner Mit­tei­lung der Staats­an­walt­schaft Ell­wan­gen kommt der bis En­de 2018 in Haft blei­ben­de Mann nach Ver­bü­ßung von zwei Drit­teln der Ge­samt­stra­fe nicht frei, son­dern di­rekt da­nach in Ab­schie­be­haft. Ist der deut­sche Voll­stre­ckungs­an­spruch er­füllt, muss die Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft Stutt­gart über das wei­te­re Vor­ge­hen ent­schei­den. Dem eu­ro­päi­schen Haft­be­fehl der Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft der Re­pu­blik Li­tau­en lie­gen meh­re­re Vor­wür­fe zu­grun­de, wo­bei es im Kern um groß an­ge­leg­ten Zi­ga­ret­ten­schmug­gel geht. Er­win Bach­mann

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